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13.10.2010 15:25

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KOLUMNE
UNTERBEWERTETE AKTIE

Ein paar Dividendenknaller

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Gold haussiert. Warum der Spuck bald zu Ende geht und wo Anleger dicke Dividenden kassieren können.

„Aktionäre sind dumm und unverschämt. Dumm, weil sie mir ihr Geld überlassen, und unverschämt, weil sie auch noch Dividenden dafür haben wollen“, sagte der Bankier Carl Fürstenberg vor rund 100 Jahren. Ich finde, das waren wirklich vernünftige Zeiten. Denn heutzutage scheinen viele Firmenbosse und Verkäufer von Geldanlagen Anleger nämlich nur noch als dumm zu betrachten. Sie sammeln zwar Geld ein, wollen dafür aber gar nichts leisten.

Ein spannendes Beispiel für solche Taktiken ist meiner Ansicht nach der aktuelle Goldboom. Der Wert des Edelmetalls klettert seit Wochen von einem Hoch zum nächsten. Immer mehr Menschen springen auf den fahrenden Zug auf. Inzwischen gibt es schon Gold-Automaten, die grammweise das gelbe Metall á 40 Euro ausspucken. Rendite ist da kaum mehr möglich. Aktuell kostet Gold pro Gramm (Feinunze zu 31,1 Gramm, Unze zu 1350 Dollar) nämlich nur rund 30 Euro.

Aber das macht ja nichts. Viele Menschen erwarten auch von solchen Investments in Automaten-Gold immer noch Gewinn. Gold könnte ja ins Endlose steigen. Vielleicht kostet die Unze in einem Jahr – ach was, in einem Monat, vielleicht schon in einer Woche – 1600 Dollar vielleicht sogar schon 2500 Dollar.

Ich befürchte allerdings, dass sich Goldinvestments jetzt nicht mehr auszahlen werden. Gold-Automaten erinnern mich zu sehr an Auswüchse vergangener Boom- und Übertreibungsbörsen. Etwa an teuere Internetfirmen, die zwar noch nichts produzieren oder verkaufen, dafür an der Börse aber bereits 100 Millionen Euro kosten. Oder Würstelbuden, die zwar noch keinen Standplatz haben, aber an der Börse auch schon 10 Millionen Euro wert sind.

Lassen Sie sich lieber nicht vom Glanz des Goldes blenden. Das Metal bringt keine Rendite. Es gibt keine Zinsen, es gibt keine Dividende. Und auch fundamental ist der Wert schwer abzuschätzen. 1350 Dollar je Unze? Sind das die Produktions- und Herstellkosten? Vor zwei Jahren noch kostete Gold knapp 900 Dollar. Vor vier Jahren waren es 650 Dollar. 2004 sogar nur 400 Dollar, die Anleger je Unze auf den Tisch legen mussten. Ist der Preis der Produktion so stark gestiegen?

Sicher, vielleicht geht der Run ewig weiter. Aber vielleicht auch nicht und Gold verliert an Strahlkraft. Die Auswüchse aus dem Automaten jedenfalls mahnen zur Vorsicht. Seien Sie lieber unverschämt und kassieren Sie handfeste Dividenden anstatt möglicher Traumgewinne mit Gold.

Spannend sind beispielsweise Euromicron (WKN 566 000), Halloren Schokolade (WKN A0L R5T) und Deutsche Forfait (WKN 548 879). Hier waren langfristig betrachtet oft über sechs Prozent Rendite drin. Sie sollten sich auch einmal Bob Mobile (WKN A0H HJR) ansehen. Beim Anbieter von mobilen Mehrwertdiensten rechne ich für 2010 mit einer Zahlung von über sieben Prozent. Die Aktie scheint mir nach dem jüngsten Kursverfall derzeit besonders attraktiv. Oder Info AG. Da erwarte ich schon bald zweistellige Renditen. Und möglicherweise sogar noch steuerfrei. Was Carl Fürstenberg wohl dazu sagen würde?

Georg Pröbstl beschäftigt sich seit über 25 Jahren intensiv mit Börse und Geldanlage und ist seit zehn Jahren als Finanzjournalist tätig. Darunter als Autor für diverse Anlegermagazine und als Chefredakteur verschiedener Börsenbriefe. Derzeit ist er Chefredakteur des Dienstes www.value-depesche.com.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Kommentare zu diesem Artikel

bommel2003 schrieb:
13.10.2010 16:04:57

Dem Kommentator scheint Gold zu langweilig zu sein. Man kann halt keine reißerische Story daraus machen. Pysisches Gold ist und bleibt in diesen Krisenzeiten unverzichtbar.

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