von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag
Die Story klang vielversprechend: Im April 2011 empfahlen wir die Aktie von HPI. Das Unternehmen war wenige Monate zuvor durch die Fusion des Einkaufs- und Logistikspezialisten CE Global Sourcing und Hoechst Procurement, der früheren Gesellschaft für den Zentraleinkauf von Hoechst, entstanden und machte damit aus dem Nichts einen gewaltigen Sprung. Kurz nach der Fusion erfolgte der Zukauf weiterer Firmen, die auf Logistik und Einkauf spezialisiert sind.
Firmenchef Michael Negel kündigte damals die Verdopplung des Umsatzes 2011 auf 70 Millionen Euro und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 1,65 Millionen Euro an. Für ein neu geschaffenes Unternehmen ein ambitioniertes Ziel.
Immerhin: Negel scheint Wort zu halten. „Wir konnten unsere Prognose sogar noch übertreffen“, sagt der HPI-Chef nun gegenüber €uro am Sonntag. Mit einem geschätzten Gewinn von 21 Cent je Aktie liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien damit bei acht.
In diesem und im kommenden Jahr sind weitere Sprünge zu erwarten. „Die einzelnen Bereiche entwickeln sich sehr gut. Vor allem bei IT-Netzwerkprodukten, industriellen Produktionsgütern und elektronischen Bauteilen läuft das Geschäft ausgezeichnet“, erklärt der Manager. Neben den Einkaufs- und Logistikdienstleistungen baut HPI derzeit ein weiteres Standbein aus: das Überbestandsgeschäft.
Hierfür kaufen die Münchner überschüssige elektronische Bauteile und IT-Produkte von großen Unternehmen zu einem Bruchteil des Marktpreises und vertreiben diese dann auf der eigenen, neu installierten Onlinehandelsplattform für Firmenkunden. „Im Überbestandsgeschäft wollen wir in diesem Jahr einen zusätzlichen Gewinn von etwa einer Million Euro vor Zinsen und Steuern erzielen“, sagt Negel.
Neben organischem Wachstum sind auch weitere Zukäufe vorgesehen. „Derzeit prüfen wir ein konkretes Übernahmeziel mit einem Umsatz im Bereich von zehn bis zwölf Millionen Euro“, berichtet der HPI-Vorstand. Zusätzlich versprechen aktuell geplante Kooperationen als Outsourcing-Partner weitere Erlössteigerungen. „2013 wollen wir einen Umsatz von deutlich über 100 Millionen Euro erzielen“, sagt Negel. Der Manager hält einen Gewinn von bis zu 38 Cent je Aktie für möglich.
Ende vergangener Woche ist die Aktie schon kräftig angesprungen. Anleger sollten Kurskorrekturen zum Einstieg abwarten.
Bildquellen: Julian Mezger