28.02.2013 12:30
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Halloren: Auf Einkaufstour im Westen

Haloren: Auf Einkaufstour im Westen
Unterbewertete Aktie
Lange kam die Aktie des Pralinen­herstellers Halloren nicht vom Fleck. Jetzt ist ein Wachstumsschub in Sicht, das Papier der Sachsen ist bereits ­angesprungen.
€uro am Sonntag

von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag

Lange Zeit schien die Aktie der Halloren Schokoladenfabrik wie festgenagelt. Von Anfang 2010 bis Mitte 2011 pendelte die Notierung beständig im Bereich von 6,50 bis sieben Euro. Das obere Kursniveau war wie ein Deckel, der einfach nicht zu lüften war. Auch im ersten Halbjahr 2012 versuchte sich die Aktie mehrmals an diesem hartnäckigen Widerstand, prallte jedoch regelmäßig ab.

Nun ist der Knoten doch geplatzt. Seit Ende November verbucht die Aktie ein Plus von 20 Prozent und nahm dabei locker die unüberwindlich scheinende Hürde.
Auslöser für den Gipfelsturm waren die Neunmonatszahlen. Infolge der Übernahme der niederländischen Steenland Chocolate verbuchte das Unternehmen mit Sitz in Halle an der Saale ein Umsatzplus von 25,1 Prozent auf 54,7 Millionen Euro. Auch die Prognose war vielversprechend. Im Gesamtjahr sollte ein Umsatz von 86 Millionen Euro in den Büchern stehen sowie ein Anstieg beim Gewinn vor Steuern um ein Drittel auf 3,8 Millionen Euro.

Dabei ist das Ergebnis noch durch die Kosten aus der Steenland-Übernahme belastet. Deswegen wäre der ­Produzent von Pralinen und Halloren-Kugeln bei einem geschätzten 2012er-Gewinn von 0,65 Euro je Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2012 von rund zwölf ohnehin vergleichsweise günstig. Andere Branchenvertreter kommen auf weit höhere Bewertungsniveaus. Lindt & Sprüngli etwa ist Anlegern meist KGVs um 30 wert. Auch Her­sheys aus den USA liegt hier über 20.

Zudem steht bei Halloren kurz­fristig offenbar ein weiterer Wachstumsschub an. Im Dezember begaben die Hallenser eine Unternehmensanleihe über zehn Millionen Euro. Das Geld soll für weitere Zukäufe eingesetzt werden. Entsprechende Entscheidungen sind wohl schon getroffen. Bei Emission der Anleihe kündigte Firmenchef Klaus Lellé für Anfang 2013 die geplante Übernahme eines belgischen Premium-Pralinenherstellers an.

Um wen es sich handelt, darüber kann derzeit bloß spekuliert werden, denn die Auswahl ist groß. Immerhin gibt es in Belgien rund 100 Pralinenfirmen. Da das Nachbarland für die Süßigkeiten weltberühmt ist, will Manager Lellé mit dem Markenzeichen „belgische Schokolade“ seine Position in den Wachstumsmärkten Nordamerika und Asien ausbauen. Klappt der Deal, dürfte Halloren möglicherweise bereits in diesem Jahr die 100-Millionen-Euro-Umsatzschwelle knacken und 2014 einen Gewinn von einem Euro je Aktie oder mehr erreichen.

Seit Erstbesprechung als Value-Wert im April 2008 verbuchen wir mit der Aktie von Halloren inklusive Dividende bereits ein Plus von 80,8 Prozent (DAX: 17,6 Prozent). Die 100- Prozent-Marke könnte nun schon in den nächsten Wochen fallen.

ISIN: DE000A0LR5T0
Gewinn je Aktie 2013e 0,80 €
Gewinn je Aktie 2014e 0,90 €
KGV 2014e 8,7
Div./Rendite 2012e 0,30 €/3,8
EK*-Quote 30,0 %
EK* je Aktie/KBV 4,0 €/2,0
Kurs/Ziel/Stopp 7,97/12,0/5,80 €

Bildquellen: Pierre-Yves Babelon / Shutterstock.com
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06.04.2010Halloren Schokoladenfabrik haltenNebenwerte Journal
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