von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag
Für 2009 gab es 0,13 Euro, für 2010 und 2011 kassierten die Aktionäre jeweils 0,20 Euro Dividende je Aktie. Mit einer Rendite um neun Prozent war MPH Mittelständische Pharma Holding schon in den letzten Jahren eine reine Dividendenmaschine. Für dieses Jahr erwarte ich sogar einen Dividendensprung in den zweistelligen Renditebereich.
Das Unternehmen ist auf die Beschaffung, Herstellung und Lizenzierung von pharmazeutischen Produkten spezialisiert und fokussiert sich auf Generika und Parallel-Importe von Arzneimitteln. Das Umfeld ist attraktiv. Wegen der Sparbemühungen der Krankenkassen verschreiben Ärzte oft nicht teure Originalpräparate, sondern günstigere Generika. Bei Parallel-Importen werden im Ausland produzierte Originalmedikamente nach Deutschland eingeführt und hier vergleichsweise günstig verkauft.
Bisher schaffte MPH Wachstum durch die Ausweitung seiner Importgenehmigungen. Seit 2009 verdreifachten die Berliner die Zahl der Lizenzen auf über 500, der Umsatz verdoppelte sich dabei auf 145,5 Millionen Euro, das Ergebnis kletterte von 0,13 auf 0,23 Euro je Aktie. Jetzt dürfte der nächste Schub anstehen.
Durch den Kauf von 52 Prozent an Windsor im Mai hat MPH Zugang zu den Pharmaunternehmen Simgen und Pharmigon. Da beide Firmen anders als MPH nicht den Zwangsrabatten der Branche unterliegen, erzielen sie höhere Margen. Mit 13,9 Prozent lag die Gewinnspanne bei Pharmigon 2011 doppelt so hoch wie bei MPH. Dazu kommt Wachstumspotenzial. Pharmigon ist auf das direkte Geschäft mit Apotheken spezialisiert und liefert patientenindividuelle Medikationen.
Da bei diesen Mischungen zunehmend auf Auslagerung gesetzt wird, bietet sich für Pharmigon durch den Aufbau weiterer Produktionsstandorte schönes Potenzial. Wie ich höre, steht bei der Tochter Simgen dagegen die verstärkte Erschliessung des Auslands bevor. Gut informierte Kreise rechnen damit, dass Simgen den Umsatz bis nächstes Jahr auf zehn Millionen Euro verdreifachen wird – bei Margen von zehn Prozent. Durch organisches Wachstum und die Beteiligungen dürfte der MPH-Gewinn schon 2012 deutlich steigen. Ebenso die Dividende. Ein Zahlung von 0,27 Euro je Aktie – Rendite 12,2 Prozent – ist drin.
MPH wird bald doppelt spannend: Zum einen dürfte die Bekanntgabe der hohen Dividende – wahrscheinlich im März – bei der Aktie einen Schub auslösen. Da die Krankenkassen derzeit enorme Überschüsse schreiben, werden überdies die noch bis Juli 2013 gültigen Zwangsrabatte der Pharmabranche möglicherweise wieder gesenkt. Ein entsprechender Beschluss des Gesetzgebers könnte den MPH-Kurs dann im Mai oder Juni 2013 weiter ansteigen lassem.
Fazit: Kurse von über drei Euro sollten bald drin sein.
ISIN: DE000A0NF697
Gewinn je Aktie 2012e: 0,29 €
Gewinn je Aktie 2013e: 0,31 €
KGV 2013e: 7,1
Div./Rend. 2012e: 0,27 €/12,2 %
EK*-Quote: 67,8 %
EK* je Aktie/KBV: 1,20 €/1,8
Kurs/Ziel/Stopp: 2,21/3,5/1,57 €
*EK: Eigenkapital
Georg Pröbstl ist Chefredakteur der Value-Depesche.
Der wöchentliche Börsenbrief (www.value-depesche.ch)
ist auf unterbewertete Aktien spezialisiert.
Sein Musterdepot erzielte seit April 2010 eine
Outperformance zum DAX von +65 Prozent.
Kostenloses Probeabo jetzt bestellen!