MÜNCHEN (dpa-AFX) - Trotz rückläufiger Frühindikatoren erwartet der Maschinenbauverband VDMA keinen Einbruch für die Branche. Für die zweite Jahreshälfte stelle sich der Branchenverband zwar "auf die ein oder andere Minusrate in der Produktion ein", sagte der Konjunkturexperte des VDMA, Olaf Wortmann, "Euro am Sonntag". Dennoch bestätigte Wortmann die Jahresprognose des Verbands aus dem Februar von einem Nullwachstum für die Produktion im Gesamtjahr. Im Juli seien die Produktionskapazitäten im Maschinenbau zu 86,7 Prozent ausgelastet gewesen. "Das liegt leicht über dem langjährigen Branchendurchschnitt. Damit bleibt der deutsche Maschinenbau zunächst in der Wohlfühlzone", sagte Wortmann.
Die Unternehmen hätten schwächere Orders aus dem Euro-Raum mit mehr Aufträgen aus Nicht-Euro-Ländern "überkompensiert". In diesen Regionen erwirtschaften die Maschinenbauer 56 Prozent ihrer Umsätze. Im Februar hatte der VDMA mit Blick auf die Unsicherheiten in Europa sowie eine abflachende Konjunktur in China seine Produktionsprognose für 2012 von plus vier auf null Prozent Wachstum revidiert. Bis Mai hatte das Produktionsplus der Maschinenbauer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 4,3 Prozent betragen.
Einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sieht der Konjunkturexperte gelassen: "Den generellen Folgen eines Ausscheidens Griechenlands für die Stabilität der Finanzmärkte und die internationale Konjunkturentwicklung können wir uns natürlich nicht entziehen. Ob diese Folgen überwiegend negativ wären, ist keineswegs ausgemacht. Der Abschied Griechenlands vom Euro könnte sich auch als Befreiungsschlag für alle erweisen", sagte Wortmann./he