22.03.2013 15:32
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Deutsche Bank-Doppelspitze spürt schrumpfende Gewinne

Variabler Anteil gesperrt
Die Doppel-Spitze der Deutschen Bank spürt die schrumpfenden Gewinne des Instituts auch auf dem Privatkonto.
Die neuen Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen haben 2012 jeweils 4,8 Millionen Euro verdient - und damit zusammen nur unwesentlich mehr als ihr Vorgänger. "Das liegt unter dem Durchschnitt der DAX-Werte von 5,3 Millionen Euro", sagte Aufsichtsratschef Paul Achleitner am Freitag in Frankfurt. Josef Ackermann hatte 2011 noch 9,4 Millionen Euro eingestrichen.

    Damit hat das Institut, das wegen zahlreicher Rechtsstreitigkeiten viel Geld zurückgelegt hatte und unter dem Strich nur magere 291 Millionen Euro Gewinn erzielte, die Vergütung der Vorstände kräftig zusammengestrichen. Zumal der variable Anteil der Vergütung zu 100 Prozent über fünf Jahre gesperrt wurde. Wie hoch der variable Anteil ist, gab die Deutsche Bank zunächst nicht bekannt und verwies auf den Vergütungsbericht, der im April veröffentlicht wird. Insgesamt mussten sich alle Vorstände der Bank zusammen 2012 mit 26,3 Millionen Euro begnügen - nach 40,1 Millionen Euro im Vorjahr.

    In der Finanzwelt gelten hohe Vergütungen - vor allem die variablen Bestandteile - als wesentlicher Faktor im Kampf um die besten Mitarbeiter. Deshalb hat die von dem Institut eingesetzte Vergütungskommission unter Leitung von Ex-BASF-Chef Jürgen Hambrecht der Bank nach der Kappung üppiger Banker-Boni durch die EU höhere Grundgehälter für Top-Manager empfohlen. Die EU-Einigung vom Donnerstag sieht vor, dass die Boni im Normalfall nicht mehr höher sein dürfen als das Grundgehalt.

    Das könne dazu führen, dass "die Bank die Grundgehaltsniveaus für Vorstandsmitglieder sowie andere Führungskräfte erhöhen muss, um ihre Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich mit Banken zu erhalten, die nicht von diesen Einschränkungen betroffen sind", schreibt das Gremium in seinen am Freitag in Frankfurt vorgelegten Empfehlungen an die Deutsche Bank.

    Mit anderen Worten: Werden die Sonderzahlungen auf Höhe des Grundgehalts - oder in Ausnahmefällen der doppelter Höhe - gedeckelt, reichen die aktuellen Vergütungen aus Sicht der Kommission nicht. Top-Leute könnten das Haus verlassen. Das Gremium empfiehlt der Bank deshalb, ihre Aktionäre um Zustimmung zu einer Obergrenze von 200 Prozent zu bitten.

    Zudem sollte Deutschlands größtes Geldhaus die Höhe der variablen Vergütung ihrer Manager künftig an deren Verantwortung koppeln. Die meisten Mitarbeiter sollen demnach nur kurzfristige variable Komponenten erhalten, zum Beispiel jährlich festgelegte Boni. Langfristige Bestandteile sind nur für den Vorstand und die beiden Führungsebenen darunter vorgesehen, so die Empfehlung des fünfköpfigen Gremiums./mar/DP/jha

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Daniel Gast / pixelio.de, Deutsche Bank AG
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