13.12.2012 13:43
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Verband: Flughafen-Verspätung bremst Baugewerbe aus

    BERLIN (dpa-AFX) - Das Debakel um den Hauptstadtflughafen in Schönefeld droht auch die Bauindustrie der Region auszubremsen. Zusammen mit der kriselnden Euro-Wirtschaft werde die verspätete Eröffnung des Flughafens im kommenden Jahr geringere Investitionen bewirken, sagte der Vizepräsident des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg, Wolfgang Frey, am Donnerstag in Berlin.

 

    Die Branche erwartet im kommenden Jahr insgesamt ein kleines Umsatzplus von 0,2 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, im Sektor Privatwirtschaft jedoch ein Minus von 8,2 Prozent. Treibende Kraft bleibt der Wohnungsbau, für den die Branche 8,2 Prozent mehr Umsatz im nächsten Jahr vorhersagt. Die Zahl der Bauarbeitnehmer in der Region dürfte bei 35.400 etwa stabil bleiben.

 

    Selbst wenn der Flughafen Berlin Brandenburg wie vorgesehen Ende Oktober in Betrieb gehen werde, seien in seinem Umfeld "2013 kaum Aufträge zu erwarten", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Axel Wunschel. Für das Baugewerbe seien die Arbeiten am Flughafen seit dem Frühsommer weitgehend abgeschlossen. Nach der Eröffnung des Airports hoffe man auf Ansiedlung von Betrieben in seiner Nähe.

 

    Einige Bauunternehmen warteten zurzeit noch auf die Bezahlung ihrer Schlussrechnung durch den Flughafen. "Das ist zum Teil sehr, sehr ernst. Es geht um Summen, die die Existenz von Firmen bedrohen können", sagte Wunschel. Den Gesamtbetrag, den der Flughafen den Baufirmen noch schuldet, konnte er nicht nennen. Der Flughafen-Aufsichtsrat hatte vor einer Woche 250 Millionen Euro zusätzlich für Bauaufträge bewilligt.

 

    Verbandspräsident Marcus Becker äußerte sich kritisch zu den Bau-Ausgaben der öffentlichen Hand: "In beiden Ländern beobachten wir mit großer Sorge, dass die Regierungen eine immer größere Investitionszurückhaltung an den Tag legen." Es werde noch nicht einmal das Geld bereitgestellt, das zum Erhalt der Infrastruktur nötig sei. Dies könne man zum Beispiel an immer mehr Schlaglöchern und gerissenen Fahrbahnbelägen in Berlin sehen. Die Bundeshauptstadt werde nach der jüngste Prognose bis 2030 um 250.000 Einwohner wachsen. Die Verkehrsplanung gehe aber noch immer von einer konstanten Bevölkerungszahl aus, bemängelte Becker./brd/DP/kja

 

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