31.12.2012 13:24
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Verbraucherschützer-Chef: Banken weiter regulieren

    BERLIN (dpa-AFX) - Banken müssen nach Ansicht der Verbraucherzentralen noch deutlich stärker kontrolliert werden. "Die ganze Branche muss wieder auf den Boden der Realität kommen", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Gerd Billen, der Nachrichtenagentur dpa. Er erinnerte an jüngste Skandalmeldungen über Zinsmanipulationen und Ermittlungen gegen namhafte Institute, aber auch an hohe Dispozinsen für Verbraucher und hohe Gebühren an Geldautomaten. "Das übersteigt meine schlimmsten Befürchtungen", sagte Billen und fügte hinzu: "Das Thema Bankenregulierung ist noch lange nicht am Ende."

 

    Verbraucher seien nicht bereit, überteuerte Preise zu zahlen. "Jede Gebühr am Bankautomaten, die über einen Euro geht, halte ich für Wucher." Es sei zwar schon etwas in Gang gekommen. Aber Beträge von 3,90 Euro seien völlig inakzeptabel. "Damit versuchen die Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken, ihre marktbeherrschende Stellung aufrechtzuerhalten." Dass das Bundeskartellamt die Lage prüfe, gehe nicht weit genug. Die Bundesregierung müsse nachdenken, wie sie die Gebühren tatsächlich begrenzen könne.

 

    Billen kritisierte auch die Höhe der Zinsen fürs Konto-Überziehen: "Die Preisbildung von Banken ist so etwas von undurchsichtig." Privatkunden tragen nach seinen Worten mittlerweile die Hauptlast, damit Banken überhaupt Gewinne abwerfen. "Dafür sollten wir anständig behandelt werden."

 

    Daher sollte die Regierung auch dafür sorgen, dass die Gebühren sinken und Banken und Versicherungen Kunden vernünftig beraten. "Deswegen brauchen wir ein Provisionsverbot. Spätfolgen der Finanzkrise können nur gelöst werden, wenn Verbraucher zu einem unabhängigen Honorarberater gehen können, der Produkte nicht aufgrund von Provisionen empfiehlt, sondern solche, die zu ihrem Leben und ihren Anlagewünschen am besten passen."/sam/rad/DP/rum

 

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