14.02.2013 20:45
Bewerten
(0)

Verdi greift zur Flughafen-Streik-Stafette - Branche entsetzt

    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Flugreisende müssen sich auch an diesem Freitag auf Streiks gefasst machen. Zehntausende gerieten am Donnerstag in die Mühlen des Arbeitskampfs an den Airports. In Düsseldorf fielen rund 200 von 550 Flügen aus, weil erneut das Sicherheitspersonal streikte. Nach Angaben des Airline-Verbands waren mehr als 40.000 Reisende betroffen.

 

    An diesem Freitag sollen der Flughafen Köln/Bonn und erneut der Hamburger Airport bestreikt werden. Von den ursprünglich rund 200 für Freitag geplanten Flügen sei bereits knapp die Hälfte gestrichen worden, teilte Köln/Bonn am Donnerstagabend mit.

 

    Die Gewerkschaft Verdi greift damit wie angedroht zur flexiblen Streik-Stafette. Die Branche zeigte sich entsetzt: Die Verbände von Flughäfen, Airlines und Luftwirtschaft appellierten eindringlich an die Tarifparteien der Sicherheitsbranche, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Doch die Fronten sind verhärtet. Beide Seiten gaben jeweils der anderen die Schuld an der verfahrenen Situation.

 

    Verdi warf dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) vor, die Streiks bewusst zu provozieren und leichtfertig Millionenschäden bei nicht beteiligten Unternehmen zu verursachen, um die eigenen Gewinne zu sichern. "Ein Arbeitgeberverband hat die Aufgabe, Tarifkonflikte zu lösen und nicht toter Mann zu spielen", so Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker. Es gebe immer noch kein verbessertes Angebot der privaten Sicherheitsdienste.

 

    Die Arbeitgeber zeigten sich unbeeindruckt und verwiesen erneut auf ihr Angebot aus dem Dezember: "Es ist an Verdi, auf uns zuzugehen", sagte ein BDSW-Sprecher. Das Angebot sei das höchste der vergangenen 15 Jahre und sehe Lohnerhöhungen in NRW zwischen 4,9 und 9,2 Prozent vor. Verdi fordert Lohnzuschläge für die 34 000 Beschäftigten von 30 Prozent. Man wolle sie aus dem Niedriglohnbereich holen.

 

    Mit offenen Briefen wandten sich die Arbeitgeber am Donnerstag an die Passagiere und die Beschäftigten, um für ihre Position zu werben. Die Löhne des Sicherheitspersonals an den Flughäfen seien nicht im Niedriglohnsektor, wie Verdi behaupte.

 

    Die Haltung der Arbeitgeber mache eine Fortsetzung des Streiks unvermeidlich, sagte dagegen ein Verdi-Sprecher. Die Streikbereitschaft sei unverändert hoch bei 90 Prozent. 400 Beschäftigte seien im Ausstand. Trotzdem konnten in Düsseldorf deutlich mehr Sicherheitsschleusen geöffnet werden als beim ersten Streik. Elf statt der üblichen 24 Schleusen waren geöffnet.

 

    Dennoch starteten viele Flieger verspätet. Die Lage sei aber wesentlich entspannter als vor drei Wochen, sagte ein Flughafensprecher. Bereits im Januar hatte Verdi den drittgrößten deutschen Flughafen zwei Tage lang bestreikt.

 

    Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe in der untersten Lohngruppe mit einem Stundenlohn von 8,23 Euro. Für den unteren Tarifbereich fordert Verdi eine Erhöhung der die Stundenlöhne auf 10,50 Euro. An den Flughäfen soll er auf 16 Euro brutto steigen.

 

    In der vergangenen Woche war ein Sondierungsgespräch der Tarifparteien in NRW ergebnislos abgebrochen worden. Verdi verlangt von den Arbeitgebern ein neues, verbessertes Angebot.

 

    "Die ständig zunehmenden Streiks von kleinen Berufsgruppen im Luftverkehr haben inzwischen ein bedrohliches Ausmaß für die ganze Branche angenommen", warnte Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. Zehntausende Passagiere würden bei jedem Streik in "Geiselhaft" genommen. Die deutsche Luftfahrt werde in einer extrem schwierigen wirtschaftlichen Lage getroffen.

 

    Die Passagiere hätten einen Anspruch darauf, dass die gesetzlich festgelegten Sicherheitskontrollen zügig stattfinden. Die Sicherheitskontrollen als hoheitliche Aufgabe der Bundespolizei waren an private Sicherheitsdienste ausgelagert worden. Diese werden nun bestreikt.

 

    Auch ein Sprecher der Fluglinie Germanwings, die für Freitag in Köln/Bonn mit 24 ausfallenden Flugpaaren rechnete, bezeichnete die Gewerkschaftsforderungen als "Sparteninteressen". Dadurch werde ein wirtschaftlicher Schaden in Millionenhöhe angerichtet./fc/DP/he

 

Anzeige

Nachrichten zu Lufthansa AG

  • Relevant
  • Alle
    2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Lufthansa AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
19.07.2017Lufthansa SellGoldman Sachs Group Inc.
19.07.2017Lufthansa UnderweightJP Morgan Chase & Co.
18.07.2017Lufthansa UnderweightMorgan Stanley
18.07.2017Lufthansa HaltenIndependent Research GmbH
18.07.2017Lufthansa kaufenDZ BANK
18.07.2017Lufthansa kaufenDZ BANK
18.07.2017Lufthansa kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
13.07.2017Lufthansa buyHSBC
10.07.2017Lufthansa buyHSBC
03.07.2017Lufthansa buyHSBC
18.07.2017Lufthansa HaltenIndependent Research GmbH
18.07.2017Lufthansa HoldS&P Capital IQ
17.07.2017Lufthansa Equal weightBarclays Capital
10.07.2017Lufthansa NeutralUBS AG
07.07.2017Lufthansa HaltenIndependent Research GmbH
19.07.2017Lufthansa SellGoldman Sachs Group Inc.
19.07.2017Lufthansa UnderweightJP Morgan Chase & Co.
18.07.2017Lufthansa UnderweightMorgan Stanley
18.07.2017Lufthansa ReduceCommerzbank AG
18.07.2017Lufthansa SellDeutsche Bank AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Lufthansa AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die Top 5 der Medizin- und Pharmakonzerne mit großen Wachstumschancen!

Aktien aus dem Medizin- und Pharmabereich gehören neben den hochtechnologischen Konzernen wohl zu den schwierigsten Wertpapieren, die man an der Börse spielen kann. Die meisten Unternehmen, die auf diesem Feld unterwegs sind, bleiben über Jahre hin unprofitabel. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin fünf Aktien vor, bei denen große Wachstumschancen lauern könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX-Anleger wohl zurückhaltend -- Asiens Börsen uneinheitlich -- Mögliches Kartell: Druck auf Autobauer steigt -- Deutsche Bank und JP Morgan wollen Libor-Klagen beilegen -- Ryanair im Fokus

Philips nach Leuchtenabspaltung mit Gewinneinbruch. Trump bringt in Russland-Affäre Recht auf Begnadigung ins Spiel. Brexit treibt Bank of America von London nach Dublin.

Top-Rankings

KW 29: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 29: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Sorglos die Koffer packen
In diesen europäischen Ländern kommt man voll auf seine Kosten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Die ärmsten Länder der EU
Hier ist das BIP schlechter als im Durchschnitt
Vor diesen Berufen macht die Digitalisierung keinen Halt
Diese Jobs sind besonders stark bedroht
Diese Millionenbeträge verdienten die Sport-Stars in 2017
Diese Profis konnten ihren Kontostand 2017 deutlich verbessern
Berufe die auch eine Rezession überstehen
Welche bieten am meisten Sicherheit?
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine Obergrenze für Flüchtlinge weiter ab. Sind Sie für eine solche Grenze?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt mit finanzen.net-Account verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BMW AG519000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
Allianz840400
BASFBASF11
Siemens AG723610
CommerzbankCBK100
E.ON SEENAG99
TeslaA1CX3T
Coca-Cola Co.850663
adidas AGA1EWWW
BYD Co. Ltd.A0M4W9