06.12.2012 13:09
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Carl Zeiss Meditec will mindestens so schnell wie die Branche wachsen

Verhaltene Zuversicht
Steigenden Wohlstand und höhere Ausgaben für die Gesundheit in den Schwellenländern sieht der Medizintechnik-Spezialist Carl Zeiss Meditech als enorme Chance für weiteres Wachstum.
Die stetig steigende durchschnittliche Lebenserwartung führe zudem zu einer Zunahme altersbedingter Erkrankungen wie grünem oder grauem Star, sagte Unternehmenschef Ludwin Monz am Donnerstag bei Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2011/2012 (Ende: 30. September). Nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im Vorjahr will das TecDax-Unternehmen 2012/2013 mindestens so schnell wie die Branche wachsen.

    Wegen der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheit gaben die Jenaer wie erwartet keinen konkreten Umsatzausblick. Man wolle jedoch schneller als die jeweiligen Märkte wachsen. Mit rund 140 Milliarden Dollar ist die USA vor Japan mit rund 60 Milliarden Dollar der weltweit wichtigste Markt für Medizintechnik-Produkte. Deutschland folgt auf Rang drei.

     Unter dem Strich steigerte Zeiss Meditec den Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um gut acht Prozent auf rund 72 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 13,6 Prozent auf 861,9 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 18,7 Prozent auf 122,9 Millionen Euro zu. Carl Zeiss Meditec sei auf gutem Weg, das EBIT-Margenziel von 15 Prozent für 2015 zu erreichen, sagte Monz. Im Vorjahr wurden 14,3 Prozent erreicht. Zeiss Meditec hatte Ende November bereits Zahlen vorgelegt.

    Mit rund 16 Prozent wies Zeiss Meditec in der Region Asien den größten Umsatzzuwachs aus: "Die Schwellenländer haben auch in Zukunft für uns eine herausragende Bedeutung", sagte Monz. Vor allem in Korea und China sei etwa die Korrektur von Sehfehlern mittels Laserbehandlung beliebt. Neben Asien biete auch Südamerika - und hier besonders Brasilien - enorme Chancen.

Das Erlöswachstum in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) legte in einem unsicherer Marktumfeld um elf Prozent zu. Der Zuwachs in Nord- und Südamerika fiel noch stärker aus. Rückgänge in Südeuropa konnten von der Dynamik in Deutschland und Russland ausgeglichen werden, sagte Finanzchef Christian Müller.

 Das Spektrum von Carl Zeiss Meditec reicht von Implantaten zum Ersatz trüb gewordener Linsen (Grauer Star) bis zur Laserbehandlung und Spezialmikroskopen. Neben Produkten für die Augenheilkunde liefert das Unternehmen auch Spezialmikroskope für die Hals-Nasen-Ohren- und Neurochirurgie. Um unabhängiger vom Konjunkturumfeld zu werden, soll der Anteil von Verbrauchsmaterialien wie Linsen von 21 Prozent in den kommenden Jahren auf 25 Prozent am Gesamtumsatz ausgebaut werden.

     Das organische Wachstum soll durch Zukäufe flankiert werden: Mit Übernahmen könnte sich Zeiss Meditec bei Produkten oder auch in Regionen verstärken, sagte Monz. Mit einer Nettoliquidität von 356 Millionen Euro seien die nötigen finanziellen Mittel vorhanden.

    Wie sich die neue Richtlinie der EU für Medizinprodukte auf die Branche auswirken werde, sei noch offen, sagte Monz. Hintergrund des Vorstoßes war der jüngste Skandal um minderwertige Brustimplantate der Firma PIP. Für Medizinprodukte soll es künftig höhere Sicherheitsstandards und bessere Kontrollen geben.

  Carl Zeiss Meditec mit mehr als 2.400 Beschäftigten gehört zum Optik- und Elektronik-Konzern Carl Zeiss AG in Baden-Württemberg. Zeiss hält 65 Prozent der Meditec-Aktien. Bis zum Mittag gaben Carl Zeiss Meditec-Titel nach dem jüngsten Kursanstieg um 0,5 Prozent auf 22,0 Euro nach.

    JENA (dpa-AFX)

Bildquellen: Carl Zeiss Meditec
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