20.03.2012 19:40
Bewerten
 (0)

Verkauf von Daimlers EADS-Aktien an KfW zieht sich

BERLIN (Dow Jones)--Die Daimler AG kommt beim geplanten Teilverkauf ihres EADS-Aktienpakets an die staatliche Bankengruppe KfW nur schleppend voran. Da noch etliche rechtliche Fragen offen sind, will Peter Hintze, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, am Mittwoch in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie über den aktuellen Stand informieren. Geklärt werden muss etwa, was mit den Stimmrechten passiert, die mit dem in Frage stehenden 7,5-prozentigem Aktienpaket verbunden sind.

   "Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Aktien (durch die KfW) und der Errichtung einer Beteiligungsstruktur sind noch zahlreiche rechtliche Fragen zu klären", heißt es in einer Vorlage des Ausschusses, in die Dow Jones Newswires Einblick hatte.

   Anfang März war es zum Streit zwischen EADS und der Bundesregierung über die künftige Interessenausübung gekommen. Der designierte EADS-Chef Tom Enders, der Mitte des Jahres an die Spitze des Luft- und Raumfahrtkonzerns rückt, hatte Anfang Februar einen Abzug der beiden Konzernhauptsitze aus Paris und München und eine Verlagerung ins französische Toulouse vorgeschlagen. Die Bundesregierung reagierte verärgert, da sie einen geringeren Einfluss auf die Unternehmenspolitik und Standortnachteile für Deutschland befürchtet.

   Der Automobilbauer Daimler und die KfW entwickeln gegenwärtig ein Modell zur künftigen Beteiligungsstruktur. Geplant ist eigentlich, dass die 7,5 Prozent der Stimmrechte mit dem Verkauf des Pakets an die Bundesregierung übergehen. Die KfW Bankengruppe hatte Anfang des Monats aber klar gestellt, dass sie kein strategisches Mitspracherecht bei den EADS-Aktivitäten haben will.

   Möglicherweise belasse die Regierung daher die Stimmrechte bei der Daimler AG, sagte eine EADS nahestehende Person. Diese Verfahrensweise biete sich an, da der Automobilkonzern ohnehin noch ein weiteres EADS-Aktienpaket von 7,5 Prozent besitzt. Außerdem übt er gegenwärtig Stimmrechte für ein drittes Paket von 7,5 Prozent aus, das dem sogenannten Dedalus-Konsortium gehört, einem Zusammenschluss aus mehreren Banken und Versicherungen. Daimler hatte sich bei Unterzeichnung des Vorvertrags bereit erklärt, für Deutschland auch weiterhin die industrielle Führung bei EADS wahrzunehmen.

   Der Stuttgarter Automobilkonzern will sich künftig ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Aus diesem Grund hatte er den Verkauf seiner 15-prozentigen Beteiligung an dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern beschlossen und sich mit der deutschen Regierung zunächst einmal auf einen Teilverkauf geeinigt. Mit diesem Schritt will die Regierung die deutsch-französische Balance in dem Konzern aufrechterhalten. Der Deal soll in der zweiten Jahreshälfte über die KfW abgewickelt werden.

   EADS-Aktionärin Frankreich muss dem Verkauf der Anteile an Deutschland zustimmen. Eine EADS nahestehende Person hatte bereits zuvor gesagt, dass diese Zustimmung nicht in Frage stehe.

   Mit dem Kauf der Aktien will Deutschland bei EADS der Ausschußvorlage zufolge die gleichen Mitwirkungs- und Beteiligungsrechte wie Frankreich erhalten. Der bestehende Aktionärspakt gewährt den Ländern allerdings nur Einfluss in wenigen Bereichen, z.B. beim Kauf oder Verkauf von Beteiligungen oder Vermögenswerten über 500 Millionen Euro und bei strategischen Vereinbarungen über industrielle und finanzielle Allianzen.

   Unklar ist zurzeit noch, ob die KfW im Zuge dieser Transaktion noch weitere EADS-Aktien des Dedalus-Konsortiums kaufen wird. Auch die Mitglieder des Konsortiums wollen nach Angaben der informierten Person ihre Beteiligungen an EADS verkaufen.

- Von Kirsten Bienk und Beate Preuschoff, Dow Jones Newswires, +49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/kgb/jhe

Von Kirsten Bienk und Beate Preuschoff DOW JONES NEWSWIRES

(END) Dow Jones Newswires

   March 20, 2012 13:46 ET (17:46 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 46 PM EDT 03-20-12

Nachrichten zu Daimler AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Daimler AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
26.07.2016Daimler buyUBS AG
25.07.2016Daimler kaufenIndependent Research GmbH
25.07.2016Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
25.07.2016Daimler Equal weightBarclays Capital
22.07.2016Daimler buyCommerzbank AG
26.07.2016Daimler buyUBS AG
25.07.2016Daimler kaufenIndependent Research GmbH
25.07.2016Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
22.07.2016Daimler buyCommerzbank AG
22.07.2016Daimler buyWarburg Research
25.07.2016Daimler Equal weightBarclays Capital
12.07.2016Daimler NeutralMerrill Lynch & Co., Inc.
12.07.2016Daimler Equal-WeightMorgan Stanley
12.07.2016Daimler HoldHSBC
11.07.2016Daimler NeutralMerrill Lynch & Co., Inc.
22.07.2016Daimler UnderperformBNP PARIBAS
20.07.2016Daimler UnderperformBNP PARIBAS
11.07.2016Daimler UnderperformBNP PARIBAS
12.06.2015Daimler SellUBS AG
26.05.2015Daimler SellUBS AG
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Daimler AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Dow mit leichten Minus -- Commerzbank-Gewinn sackt um ein Drittel ab -- Analyst: Apple hat beste Zeiten hinter sich -- McDonald's enttäuscht -- VW, Covestro, Kontron im Fokus

Kreise: Unicredit erwägt Kapitalerhöhung von bis zu fünf Milliarden Euro. US-Gericht genehmigt Milliarden-Vergleich im VW-Dieselskandal. Deutsche-Börse-Aktionäre stimmen Fusion mit LSE zu. Mobileye beendet Zusammenarbeit mit Tesla. DuPont vor Fusion mit Dow Chemical mit kräftigem Gewinnsprung. Diese Aktien sollten Anleger kaufen, wenn Donald Trump US-Präsident wird. Hiobsbotschaft aus britischer Wirtschaft schreckt Währungshüter auf.
Welche deutsche Stadt hat die meiste Kohle?
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Die wertvollsten Marken 2016

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Wo hat man am meisten Urlaub?
Rohstoff-Performer im ersten Halbjahr 2016
DAX-Performer im ersten Halbjahr 2016
Welche deutsche Stadt ist bereit für die Zukunft?
TecDAX-Performer im ersten Halbjahr 2016
mehr Top Rankings

Umfrage

Was ist Ihre Meinung zu selbstfahrenden Autos?