14.11.2012 15:35
Bewerten
 (0)

Verkauf von E.ON Thüringen droht zu scheitern

   Von Ali Uluçay

   Der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON erhält beim Verkauf seiner ostdeutschen Regionaltochter Gegenwind von der thüringischen Landesregierung. So droht der Kauf von E.ON Thüringer Energie über einen kommunalen Zweckverband zu scheitern. Denn Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) äußert erhebliche Bedenken gegen die vollständige Übernahme der E.ON-Gesellschaft. "Es gibt derzeit eine Reihe von offenen Fragen und rechtliche Zweifel daran, ob die Zweckverbandssatzung rechtlich geeignet und zulässig für die Transaktion ist", sagte Machnig. Die Zweifel müssten zunächst ausgeräumt werden, oder ein anderes Modell für die Übernahme müsse gefunden werden.

   Machnig zog nicht nur die politische Karte gegen den Kauf von E.ON Thüringen sondern nutzte auch seine Funktion als Verwaltungsratsvorsitzender der Thüringer Aufbaubank (TAB): Die Bank werde keine Kommunalkredite für die E.ON-Übernahme zur Verfügung stellen, wenn - wie seit Wochen gefordert - nicht unmittelbar alle notwendigen Unterlagen zugänglich gemacht würden, teilte das thüringische Wirtschaftsministerium mit. Machnig kritisierte den Kaufprozess als "unkoordiniert und unabgestimmt", welcher "den Erfolg des Gesamtprojekts" gefährde. Inzwischen hätten sich auch andere mögliche Kreditgeber erklärt, sich an einer möglichen Finanzierung des Vorhabens nicht zu beteiligen.

   Der thüringische Minister fordert unter anderem Einsicht in das Wertgutachten für die E.ON Thüringer Energie AG sowie den veranschlagten Zweckverbandshaushalt der Kommunen. Nach Angaben der Kommunalen Energie Beteiligungsgesellschaft AG (KEBT) als Kaufinteressent dürfte der Preis für 53 Prozent der E.ON-Tochter bei etwa 600 Millionen Euro liegen. Über 800 thüringische Kommunen halten bisher schon 47 Prozent an der E.ON-Regionalgesellschaft - 36 Prozent über KEBT und weitere elf Prozent über eigene Anteile. Weil die Kommunen nur bis Jahresfrist ein Vorkaufsrecht haben, will KEBT den Kauf schnell unter Dach und Fach haben.

   Doch zu den 600 Millionen als reinen Verkaufspreis kommen noch weitere 400 Millionen Euro an Verbindlichkeiten der E.ON-Tochter auf die Kommunen hinzu. Machnig warnt daher vor den wirtschaftlichen Risiken des "Milliarden-Deals" und stützt sich dabei auf ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer Becker Büttner Held (BBH) im Auftrag der Erfurter Regierung. Das Papier attestiert dem geplanten Konstrukt die Gefahr der Unwirtschaftlichkeit und äußert zugleich rechtliche Bedenken. So sei das Zweckverbandsmodell mit großen steuerlichen Nachteilen behaftet. Letztlich könnte dem Zweckverband dadurch keine ausreichende Tilgungssumme zur Verfügung stehen.

   Machning weist ferner darauf hin, dass weder das Finanz- noch das Wirtschaftsministerium in Erfurt an den Plänen beteiligt seien. Die Genehmigung zur Gründung eines Zweckverbands verstoße folglich gegen einen Kabinettsbeschluss, wonach sich die Ressorts vor weiteren Festlegungen verständigen sollten. "Bei einer Investitionssumme von einer Milliarde Euro ist das nicht hinnehmbar", so Machnig.

   Auch die Tatsache, dass sich die Stadtwerke-Holding Thüga aus München über einen Einstieg beim Zweckverband am Kauf der E.ON Thüringer Energie beteiligen will, konnte bislang die Zweifel der thüringischen Regierung nicht ausräumen. Thüga ist nach eigenen Angaben nach wie vor an dem Kauf interessiert und hält den Kaufpreis von 600 Millionen Euro für angemessen. Aus Kreisen der KEBT erfuhr Dow Jones Energy Daily, dass zurzeit Gespräche zwischen E.ON, KEBT und der Thüga zu dem Deal geführt werden. E.ON wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern, ebenso wenig die Thüga.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/aul/jhe

   (END) Dow Jones Newswires

   November 14, 2012 09:14 ET (14:14 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 14 AM EST 11-14-12

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu E.ON SE

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu E.ON SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
30.01.2015EON SE OutperformBernstein Research
29.01.2015EON SE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
23.01.2015EON SE NeutralHSBC
22.01.2015EON SE SellCitigroup Corp.
21.01.2015EON SE HoldDeutsche Bank AG
30.01.2015EON SE OutperformBernstein Research
21.01.2015EON SE Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
19.01.2015EON SE buySociété Générale Group S.A. (SG)
14.01.2015EON SE OutperformBernstein Research
14.01.2015EON SE buyMerrill Lynch & Co., Inc.
29.01.2015EON SE HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
23.01.2015EON SE NeutralHSBC
21.01.2015EON SE HoldDeutsche Bank AG
15.01.2015EON SE HaltenIndependent Research GmbH
14.01.2015EON SE Equal-WeightMorgan Stanley
22.01.2015EON SE SellCitigroup Corp.
08.12.2014EON SE SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
02.12.2014EON SE UnderweightHSBC
02.12.2014EON SE SellCitigroup Corp.
18.11.2014EON SE ReduceKepler Cheuvreux
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für E.ON SE nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr E.ON SE Analysen
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX mit schwachem Handelsschluss -- Wall Street im Minus -- Apple-Aktie auf Allzeithoch -- Russland: Notenbank senkt Leitzinsen -- MasterCard, Microsoft, Amazon im Fokus

Ölpreise springen kräftig nach oben - Spekulation über sinkende Produktion. AT&T blättert in US-Frequenzauktion 18,2 Milliarden Dollar hin. US-Telekom-Tochter lässt für Mobilfunklizenzen fast 2 Milliarden Dollar springen. Daimler-Tochter zahlt Millionen wegen Diskriminierung von Mitarbeitern. Schlichtung für Kabinenpersonal der Lufthansa kommt nicht voran. Bundesregierung wohl bereit für neues Griechenland-Hilfspaket. Conti schließt milliardenschwere Veyance-Übernahme ab.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Das sind die 5 Finalisten

Hier sollten Sie ihr Geld nicht anlegen!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

mehr Top Rankings

Umfrage

Quo vadis Griechenland? Was kommt nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras?