23.12.2012 14:30
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Verkehrsministerium: Neue Baumängel am Hauptstadtflughafen

    BERLIN (dpa-AFX) - Neuer Wirbel um den Hauptstadtflughafen: Bei dem Milliardenprojekt sind nach einem internen Protokoll des Bundesverkehrsministeriums neue Planungspannen und Baumängel aufgetaucht. Die Arbeiten seien seit Sommer so gut wie nicht vorangekommen. Eine Sprecherin des Ministeriums bestätigte am Sonntag auf dpa-Anfrage einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag", die über das interne Protokoll berichtet hatte.

 

    Der Bericht des Ministeriums listet demnach neue Baumängel auf: Rolltreppen sind zu kurz, mehrere tausend Quadratmeter auf der Baustelle befinden sich noch immer im Rohbauzustand. Ein Sprecher der Flughafengesellschaft sagte am Sonntag zu dem Protokoll: "Ein solcher Bericht liegt uns nicht vor."

 

    Mehrere Eröffnungstermine des Flughafens waren verschoben worden. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wollte zuletzt keine Garantie geben, dass der 27. Oktober 2013 als Eröffnungstermin gehalten werden kann.

 

    Laut Zeitung haben Prüfer der "Soko" BER des Verkehrsministeriums die Baustelle am 13. Dezember besucht. "Der Gesamteindruck war, dass sich im Vergleich zum letzten Besuch am 31. August 2012 im Terminalbereich weiterhin nur geringfügige Aktivitäten wahrnehmen lassen." Es sei mehr Sicherheits- und Aufsichtspersonal als Arbeiter zu sehen gewesen.

 

    Im Detail nennt der Bericht laut Zeitung, dass am Flughafen-Bahnhof je nach Windrichtung Regenwasser von der westlichen Terminalfassade direkt in die Öffnungen des Lüftungssystems laufe. Das Brandschutzkonzept des Bahnhofs habe keine Verbindung zur Brandmelder-Anlage des Flughafens. Bei den Wandverkleidungen von Aufzügen seien keine brandsicheren Dübel eingebaut worden. Sie müssten eventuell ausgewechselt werden. Die Rolltreppen zwischen Bahnhof und Plaza-Gebäude seien offenbar zu kurz, es fehlten einige Stufen. Zum geplanten Eröffnungstermin 27. Oktober 2013 trifft der Bericht keine konkreten Aussagen.

 

    Unterdessen stützte Flughafen-Aufsichtsratschef Wowereit weiter den umstrittenen Flughafenchef Rainer Schwarz. "Wir haben im Aufsichtsrat auch gemeinsam mit den Vertretern des Bundes entschieden, nicht die komplette Geschäftsführung der Flughafengesellschaft auszutauschen", sagte Wowereit der "Berliner Morgenpost" (Sonntag).

 

    Schwarz steht wegen der Verzögerungen beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens BER seit Monaten in der Kritik, zumal der Flughafen auch teurer wird. Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte zuletzt wiederholt offen die Ablösung von Schwarz gefordert. "Rainer Schwarz wird absichtlich vieles vorgeworfen, wofür er nichts kann", sagte dagegen Wowereit. Der Baubereich des Flughafens gehöre nicht zum Geschäftsbereich von Schwarz. Es würde nichts bringen, ihn auszutauschen. "Wir brauchen endlich mal Ruhe im Verfahren und nicht wieder Neuanfänge", sagte Wowereit.

 

    Ramsauer hatte Schwarz Mitte Dezember mit ungewöhnlich deutlichen Worten attackiert - wenige Tage nach dem Inspektionsbesuch der Ministeriums-"Soko". Er habe kein Vertrauen mehr in Schwarz, hatte Ramsauer der ARD gesagt. "Wenn es nach dem Bundesverkehrsminister allein ginge, wäre der Vorsitzende, die Geschäftsführung schon längst weg." Mit einem Anteil von 26 Prozent an der Flughafengesellschaft könne der Bund aber nicht allein schalten und walten. Die Länder Berlin und Brandenburg halten je 37 Prozent./bn/DP/he

 

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