02.01.2013 07:29
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2012 – Draghi gab den Märkten Zucker

Vermögensverwalter-Kolumne
Ein starkes Anlagejahr geht zu Ende. Mit einem Mix aus Unternehmensanleihen und ausgewählten Aktien konnte man als Investor in 2012 attraktive Renditen erzielen.
Das im Jahresausblick 2012 beschriebene „Entspannungsszenario“ hat sich bewahrheitet. Mit dem prognostizierten DAX-Jahresendkursziel von 7.200 Punkten erhielten wir im Sommer nicht nur Lob. Damals drohte der Dax unter dem Druck der Euro-Schuldenkrise in die Verlustzone unter 5.900 Punkte zu fallen.

Von Burkhard Wagner, Vorstand der PARTNERS VermögensManagement AG in München

Die von uns avisierte „starke Aufwärtsentwicklung an den Aktienmärkten“ mündete in eine ausgesprochene DAX-Jahresendrallye, die Deutschlands Aktien auf ein Fünf-Jahreshoch hievte. Die Initialzündung für ein fulminantes zweites Halbjahr war Anfang September die Ankündigung durch EZB-Chef „Super-Mario“ Draghi, uneingeschränkt europäische Staatsanleihen aufzukaufen.

Auch mit Unternehmensanleihen wurde man in 2012 nicht enttäuscht. Die überbordende Nachfrage nach attraktiven Zinssätzen ließ die Kurse nach oben schießen und die Renditen stark nachgeben. Zahlreiche Neuemissionen erzielten vom Start weg hohe Zeichnungs-Gewinne.

„High-Yield-Bonds“ sowie nachrangige Langläufer und Anleihen aus den Emerging- Markets verzeichneten zweistellige Zuwächse. Die Kurse von Staatsanleihen der EU-Problem-Staaten legten bis zu 30 Prozent zu.

2013 – Sekt oder Selters?

Diese Frage lässt sich mit einem klaren „weder-noch“ beantworten. Einen bitterbösen Fehlstart ins neue Jahr würden die Weltbörsen erleben, sollten Amerikas Politiker in letzter Minute keine politische Lösung für die zu umschiffende Fiskalklippe finden. Keine politische Einigung würde durch automatisch eingeführte Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen die Konjunkturlage stark eintrüben und ein weltweit wirtschaftliches Desaster nach sich ziehen.

Wir rechnen mit einer Einigung in letzter Sekunde und ein daraus um 0,5 -0,75 Prozent geringeres Wirtschaftswachstum für USA. Amerikas Wirtschaft sollte in 2013 um 2,0 Prozent wachsen können.

Come-Back der Emerging Markets

Motor des internationalen Wirtschaftswachstums bleiben die Emerging Markets, hierbei insbesondere Asien mit durchschnittlichen Wachstumsraten von knapp 7,0 Prozent und verstärkt wieder Lateinamerika mit 4,5 Prozent Wachstum. Investitionen in Osteuropa dürften nach dem Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation W.T.O. wieder interessanter werden. Deutschlands Firmen sind in diesen Regionen bestens verankert. Daher rechnen wir in Deutschland in 2013 mit einem Wachstum von 1,0 Prozent.

Europa als Geheimfavorit?

Die politische Situation in Südeuropa ist weiterhin schwierig, die Wirtschaft bleibt auch in 2013 noch rezessiv. Jedoch dürften sich unseres Erachtens die europäischen Aktienmärkte als Überraschung 2013 herausstellen. Internationale Investoren machten in diesem Jahr einen großen Bogen um europäische Aktien. Europäische Blue-Chips notieren vereinzelt unter ihren Buchwerten. Hier sind viel negative Nachrichten und Erwartungen bereits in den Kursen „eingepreist“. Das erscheint uns übertrieben.

Rentenmarkt mit Zinssprung?

Der internationale Schuldenabbau, vor allem in Europa und USA, bleibt ein Dauerthema. Hierdurch sollte das internationale Zinsniveau tendenziell niedrig bleiben.

Mit einer politischen Entscheidung hinsichtlich Eurobonds noch vor der Bundestagswahl 2013 rechnen wir nicht. Die „Spreads“ europäischer Staatsanleihen zu den deutschen Bundesanleihen werden unter weiteren Schwankungen tendenziell geringer. Bei ersten inflationären Tendenzen bzw. einer definitiven Bonitätsverschlechterung Deutschlands wäre ein massiver Zinssprung am Rentenmarkt nicht auszuschließen. Hierbei würden auch Unternehmensanleihen und Hybrid- Bonds verlieren.

Rohstoffe im Seitwärtstrend

Die Weltwirtschaft stabilisiert sich. Insbesondere die Emerging Markets treten auch weiterhin als Nachfrager nach Industriemetallen und Öl auf.

Der Ölpreis bleibt voraussichtlich unter Schwankungen in einem weiteren Aufwärtstrend. Die bestimmenden Themen sind hierbei die neuen Fördertechnologien und der weiterhin ungeklärte Nahost-Konflikt.

Kapitalmarktprognosen 2013 – das Jahr der Konsolidierung

Attraktive Anlageideen 2013:

- Unternehmensanleihen guter Bonität mit mittlerer Laufzeit
- Professionell gemanagte Aktienfonds und ETF’s (Europa, weltweit und Emerging Markets)
- Direktanlagen in ausgesuchten Aktien- Dividendentiteln
- Anlageprodukte, die von ansteigender Volatilität profitieren
- Reverse-Zertifikate zur Absicherung
- in Marktschwäche simple Zertifikate
- Strukturen auf Aktien und Indizes
- Selektive Rohstoffinvestments
- Internationale Immobilien

Fazit

Das Anlagejahr 2013 wird für Investoren und Berater nicht zum Selbstläufer. Hier ist weiterhin eine Diversifikation in attraktive Anlageformen sowie eine profunde Titelselektion zu empfehlen. Das Renditetief bei Anleihen sowie jederzeit wieder aufkeimende Schwankungen an den Aktienmärkten bleiben für Investoren, die einen inflationsbereinigten Vermögenserhalt wünschen, eine interessante Herausforderung.

Unwahrscheinlich? Worauf Investoren in 2013 gefasst sein sollten!

- Anleger fliehen aus Angst vor Inflation in die Aktie, der DAX steigt auf ein Rekordhoch
- Versicherungen erhöhen nach langem Leidensweg ihre Aktienquoten zur Unzeit
- Die zugesagten Garantien für die Euro-Rettung wachsen Deutschland über den Kopf. Die Zinssätze für deutsche Bundesanleihen ziehen sprunghaft an
- Ein Nah-Ost-Friedensplan, Preisvorteile durch neue Fördertechnologien sowie ein konjunkturbedingtes Nachlassen der Nachfrage lässt den Ölpreis um 25 Prozent fallen
- Einzelne verschuldete Länder verkaufen ihre Goldbestände – die 11-Jahres-Goldhausse geht zu Ende. Die Goldunze fällt im Preis um 30 Prozent

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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