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28.11.2011 14:29

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Setzen Sie bei Aktien auf wirkliche Systemrelevanz!

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Wer derzeit Aktien hält, braucht gute Nerven: Bis zu 30 Prozent betrugen die Verluste im DAX im August/September.

Seither treiben die Nachrichten rund um die sich verschärfende Schuldenkrise der EU die Märkte hoch und runter. Gleichwohl sollten Anleger auf Dividendenpapiere keinesfalls verzichten, denn auf Dauer bieten nur Sachwert-Beteiligungen Schutz vor den Folgen der Finanzkrise. Doch kommt es entscheidend auf die Auswahl der Unternehmen an. Das Zauberwort heißt: echte Systemrelevanz!

Von Michael Reuss, geschäftsführender Gesellschafter der Huber, Reuss und Kollegen Vermögensverwaltung

Die Immobilien- und Finanzkrise aus dem Jahr 2008 hat sich über den Hebel des Bankensystems zu einer Krise der Staatsschulden ausgeweitet. Immer mehr Länder der Euro-Zone rücken ins Visier der Finanzmärkte, weil diese den Politikern (zu Recht) nicht zutrauen, das Schuldenproblem zu lösen. Nach Griechenland, Portugal und dann Spanien hat die Krise mit Italien und Frankreich nun Kerneuropa erreicht. Inzwischen ist selbst Deutschland nicht mehr vor den Folgen gefeit: So konnte der Bund neue Staatsanleihen jüngst nur mühsam platzieren, weil die Nachfrage schwächelte – ein klarer Schuss vor den Bug aller, die erwarten, dass Deutschland alle Lasten schultern kann und wird.

Politiker kämpfen gegen heilsamen Entschuldungs-Prozess

Der damit verbundene Prozess der öffentlichen und privaten Entschuldung, der immer mehr an Dynamik gewinnt und nicht nur in Europa stattfindet, drosselt die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Um diesem deflationären Effekt entgegenzuwirken, spannen die Politiker seit dem Beginn der Finanzkrise zunehmend die Notenbanken ein, um die Konjunktur zu stimulieren und/oder marode Staaten zu retten – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Doch ob das Vorhaben gelingen wird, ist ebenso unklar wie die Frage, ob ein solcher Erfolg wünschenswert ist. Denn mit dem Aktionismus der Notenbanken ist untrennbar die Gefahr zunehmender Geldentwertung verbunden.

Orientierungslose Märkte zwischen Inflation und Deflation

Wir werden also in den kommenden Jahren weiter im Spannungsfeld zwischen Inflation und Deflation leben müssen. Wegen der Inflationsgefahr kommen weitblickende Anleger an Sachwerten wie Aktien nicht vorbei. Andererseits besteht das Risiko, dass die deflationären Kräfte (zumindest zeitweise) die Oberhand behalten – und in einem solchen Szenario kommen viele Aktien unter die Räder und können eben nicht zum Vermögenserhalt beitragen.

Weltmarktführer zeigen Krisenresistenz

Die Lösung des Dilemmas sind Beteiligungen an Unternehmen, die in einer Deflation „gut über die Runden kommen“ und in einer inflationären Phase profitieren. Unseres Erachtens erfüllen ausschließlich Unternehmen, die für einen funktionierenden Alltag unverzichtbar sind, diese Anforderung. Diese wirkliche Systemrelevanz (im Gegensatz zur angeblichen Relevanz von Banken!) setzt zum einen voraus, dass das Unternehmen von Größe und Mitarbeiterzahl her unverzichtbar für seine(n) Standort(e) ist, zum anderen, dass seine Produkte und Dienstleistungen absolut wesentlich für das alltägliche Leben sind und es auf dem Weltmarkt eine führende Stellung einnimmt.

Geringe Schuldenlast ist wesentlich

Eine solche Marktmacht erlaubt es, im Fall von Inflation höhere Preise durchzusetzen – und im Fall einer Deflation bietet die Unverzichtbarkeit Schutz vor einem scharfen Rückgang der Nachfrage. Essenziell ist zudem eine hohe Eigenkapital-Quote, da die Unternehmen in deflationären Phasen sonst von der real wachsenden Schuldenlast erdrückt würden. Beispiele für solche Weltunternehmen sind Nestlé (Nahrungsmittel), Novartis (Pharma/Healthcare), BHP Billiton (Rohstoffe), Exxon Mobile (Energie) und IBM (Technologie). Interessanterweise hat der erfolgreiche Investor Warren Buffett mit seinen jüngsten beiden großen Beteiligungen an der Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe und am Technologieriesen IBM offenbar in dieselbe Richtung gedacht.

Selbst wenn es zu einem „Neustart“ des Finanzsystems kommen sollte, dürften systemrelevante Unternehmen ihren Wert rasch wiederfinden.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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