von Jörg Bernhard
Man darf gespannt sein, wie das vorläufige Zahlenwerk für das Gesamtjahr ausfallen wird. Mitte Januar gab das Management erst einmal Entwarnung: „Trotz der Auswirkungen des Hurrikans Sandy, erwarten wir weiterhin ein operatives Ergebnis von mehr als neun Milliarden Euro", meinte Vorstandsmitglied Dieter Wemmer. In den ersten neun Monaten liefen die Geschäfte ausgesprochen gut. Gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode kletterte der Umsatz um 4,7 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis ging es sogar um fast ein Drittel auf 2,5 Milliarden nach oben. Überdurchschnittliches Umsatzwachstum war im Bereich Schaden- und Unfallversicherung erzielt worden, während der Bereich Lebens- und Krankenversicherung nur leicht zulegen konnte. Mit Blick auf das operative Ergebnis entwickelte sich in den ersten drei Quartalen die Vermögensverwaltung (+31,6 Prozent) am besten, gefolgt von Lebens- / Krankenversicherungen (+29,9 Prozent) und Schaden- bzw. Unfallversicherungen (+11,5 Prozent).
Starker Optimismus unter Analysten
Der Versicherungskonzern Allianz scheint unter den Analysten zu den interessantesten DAX-Werten zu gehören. Mit 21 Kauf- und fünf Halteempfehlungen kann man die Meinung der Analysten als ausgesprochen bullish beschreiben. Lediglich ein Aktienexperte von Keefe, Bruyette & Woods rät zum Verkauf, stuft das Kursziel mit 128 Euro dennoch deutlich über dem gegenwärtigen Kursniveau ein.
Am Tag der Bilanzpressekonferenz (Donnerstag) und auf der Analystenkonferenz (Freitag) könnte der Titel neuen Drive erhalten – in welche Richtung auch immer. Die Zahl der Analysten-Updates dürfte nämlich deutlich zunehmen. Und auch aus charttechnischer Sicht wächst die Spannung, schließlich existieren im Bereich von 108 Euro erhebliche Widerstände und beim Blick nach unten droht ein Test der im Bereich von 102 Euro verlaufenden Unterstützungszone.
Bildquellen: Allianz Deutschland