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16.08.2012 09:38

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VETO-RECHT GEFORDERT

Koalitionspolitiker fordern radikale EZB-Reform


Politiker von CDU und FDP haben sich vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise dafür ausgesprochen, die Europäische Zentralbank (EZB) grundlegend zu reformieren.

"Notwendig ist eine Neujustierung der Stimmgewichte in allen Entscheidungsgremien der EZB nach den Haftungsanteilen", sagte der CDU-Abgeordnete und Haushaltsexperte Klaus-Peter Willsch Handelsblatt Online.

   "Deutschland als Hauptgläubiger muss in allen Fragen ein Vetorecht bekommen." Willsch begründete seine Forderung damit, dass sich die Zentralbank unter ihrem Präsidenten Mario Draghi von ihrem eigentlichen Mandat, Geldwertstabilität im Euro-Raum sicherzustellen, weit entfernt habe. "Die EZB mutiert unter Draghi entgegen europäischem Verfassungsrecht leider zum Staatsfinanzierer und zur Bad Bank."

   Ähnlich äußerte sich der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler. Im Frühjahr 2010 habe im Zuge des ersten Griechenland-Rettungspakets eine "stille Währungsreform" stattgefunden, in deren Zentrum eine veränderte Geldpolitik der EZB gestanden habe. "Die Regeln sind zwar formal noch vorhanden, in der Praxis jedoch bis zur Unkenntlichkeit zerstört", sagte Schäffler Handelsblatt Online.

   Deutschland müsse daher gegen den fortgesetzten Rechtsbruch der EZB klagen. "Gleichzeitig braucht es eine Reform des Abstimmungsmodus im EZB-Rat", unterstrich das FDP-Bundesvorstandsmitglied. "Dass Zypern und Malta genauso viel Stimmen haben wie Deutschland, ist ein schwerer Konstruktionsfehler."

   Der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider forderte eine Rückbesinnung der EZB auf ihre Kernaufgabe der Preisstabilität in der Euro-Zone. "Keinesfalls sollte sie die Staatsfinanzierung übernehmen, wie das bisher schon indirekt durch die Anleihekäufe geschieht", sagte Schneider. Schneider lehnt es zudem ab, dass der EZB die Bankenaufsicht übertragen wird.

Dow Jones Newswires

Bildquellen: Oliver Hoffmann / Shutterstock.com

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Kommentare zu diesem Artikel

khaproperty schrieb:
17.08.2012 17:31:24

Symptomkleisterei, nutzlos und viel zu spät. Die Euroleiche kann auch eine Reform der abgewrackten EZB nicht retten. Zumal letztere ohnehin längst von niemandem mehr Ernst genommen wird.
Es geht eben überhaupt nicht mehr.

Floater schrieb:
16.08.2012 08:20:40

Setzt endlich eine Gegenbewegung gegen den Ausverkauf Deutschlands ein? Jetzt braucht es Politiker, die auf europaeischer Buehne Mut und Standvermoegen besitzen, sich unbeliebt zu machen, und oberste Gerichte, die das deutsche Haushaltsrecht ueber das europaeische Allimentationsprizip stellen.

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