BRÜSSEL (dpa-AFX) - Das Veto gegen die Fusion von Deutscher
Börse und NYSE Euronext (
NYSE Group) war innerhalb der EU-Kommission umstritten. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia räumte ein, dass der für Binnenmarkt zuständige Kollege Michel Barnier Vorbehalte gegen das Verbot hatte. "Er wollte den Vorschlag gerne detaillierter prüfen. Aber das Kollegium hat ihn nach eineinhalb Stunden Diskussion angenommen", sagte Almunia am Mittwoch nach der Entscheidung in Brüssel. Die 27 Kommissar hätten nicht formal abgestimmt.
Wie aus Kommissionskreisen verlautete, hatte Barnier sich für eine Verschiebung der Entscheidung eingesetzt. Der Kommissar habe sich von einem in Europa beheimateten Börsenchampion die leichtere Umsetzung europäischer Standards erhofft. Zudem habe er einen starken Player gegen die Konkurrenz aus Asien für nötig gehalten, hieß es.
Almunia verteidigte das Veto: "Wenn man ein solches Monopol zulässt, das zu höheren Preisen und weniger Innovation führt, dann ist das nicht im europäischen Interesse." Die Börsen seien der "Blutkreislauf der europäischen Wirtschaft" - dieser Markt müsse offen, effizient und wettbewerbsfähig bleiben. "Am Ende hatten wir keine andere Alternative, als die Fusion zu verbieten."/mt/DP/tw