02.09.2012 16:30
Bewerten
 (3)

Viel Zuspruch für Bundesbankpräsident Weidmann im EZB-Streit

    BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Starke politische Rückendeckung für Bundesbankpräsident Jens Weidmann im Kampf gegen Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB): Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) haben Weidmann nach Informationen der "Bild"-Zeitung (Samstag) persönlich von einem möglichen Rücktritt abgebracht und ihn ermutigt, seine Position weiter zu vertreten.

 

    Weidmanns Vorgänger Axel Weber und EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hatten ihre Ämter im Streit um den Kurs der EZB niedergelegt. Die EZB hat vor allem den Auftrag, die Inflation im Zaum zu halten und für stabile Preise in den 17 Staaten mit dem Euro zu sorgen.

 

    Weidmann wehrt sich vehement dagegen, dass die EZB weitere Anleihen von Staaten wie Spanien und Italien kauft, um denen Luft in der Euro-Schuldenkrise zu verschaffen. Nach seiner Überzeugung verstößt die EZB gegen das vertragliche Verbot der Staatsfinanzierung mit Hilfe der Notenpresse. Die Risiken solcher Käufe tragen letztlich die nationalen Notenbanken und die Steuerzahler.

 

    Mit dieser Haltung steht Weidmann im obersten Entscheidungsgremium der EZB, dem Rat, ziemlich alleine da. Details des Programms werden bei der nächsten EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag erwartet.

 

    "Bundesbankpräsident Jens Weidmann, der mit seinen kritischen Äußerungen für die Geldwertstabilität kämpft, hat meine volle Unterstützung", sagte Unions-Fraktionsvize Michael Meister der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Die SPD äußerte in der Zeitung ebenfalls Verständnis für Weidmanns Bedenken.

 

    FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle sagte dem "Focus": "Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Staaten und unsere gemeinsame Währung entsteht durch möglichst nachhaltige Strukturreformen und nicht durch möglichst große Schüsse aus den Geldkanonen."

 

    Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) sieht die drohende Gefahr, "dass der größte Nettozahler Europas im Rat der EZB einfach überstimmt wird", wie er der "Welt" (Montag) sagte.

 

    Scharfe Kritik an Weidmann äußerte dagegen Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin in der "FAS": "Herr Weidmann ist dabei, Deutschland in der EZB in die Isolation zu führen." Aufgabe der EZB seien der Erhalt und die Stabilität des Euro.

 

    Auch bei europäischen Volkswirten findet Weidmanns Kritik am Kurs der EZB nur wenige Unterstützer. Im EZB-Schattenrat, in dem führende Ökonomen auf Initiative des "Handelsblatts" monatlich geldpolitische Themen diskutieren, schlugen sich nur 2 von 13 Sitzungsteilnehmern auf Weidmanns Seite: Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer und der Münchner Anlagestratege der Allianz-Fondstochter Pimco, Andrew Bosomworth. Das berichtet das "Handelsblatt" (Montag).

 

    Die "Bild"-Zeitung hatte am Freitag berichtet, Deutschlands oberster Währungshüter habe mit der Bundesbankspitze einen Rücktritt erörtert. In Kreisen der Bundesbank hatte es dazu geheißen: "Derlei Gespräche fanden nicht statt. Weidmann ist auch kein Typ für einen Rücktritt."

 

    Das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen verteidigte das geplante neue Programm zum Kauf von Staatsanleihen. Dieses sei "besser konzipiert" als das alte, sagte Asmussen der "Märkische Allgemeinen" (Potsdam/Samstag). Er räumte aber zugleich ein: "Wenn die Bundesbank Bedenken hat, muss mir das zu denken geben."

 

    Die EZB will nach bisherigen Angaben nur dann aktiv werden, wenn die betreffenden Staaten zuvor einen Hilfsantrag beim Euro- Rettungsfonds EFSF/ESM gestellt haben. Zudem soll die EZB als Gläubiger von Krisenländern nicht mehr bessergestellt werden als Privatinvestoren. Die Notenbank will nur Anleihen mit kurzen Laufzeiten kaufen./sba/and/ben/DP/mne

 

Anzeige

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Open End Turbo auf CommerzbankNG17AQ

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant
    1
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
06.03.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
27.02.2017Commerzbank UnderweightBarclays Capital
15.02.2017Commerzbank Sector PerformRobert W. Baird & Co. Incorporated
10.02.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
10.02.2017Commerzbank HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
04.01.2017Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
30.12.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
29.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
16.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
04.11.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
06.03.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
15.02.2017Commerzbank Sector PerformRobert W. Baird & Co. Incorporated
10.02.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
10.02.2017Commerzbank HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
10.02.2017Commerzbank NeutralJP Morgan Chase & Co.
27.02.2017Commerzbank UnderweightBarclays Capital
10.02.2017Commerzbank Strong SellS&P Capital IQ
09.02.2017Commerzbank VerkaufenDZ BANK
09.02.2017Commerzbank VerkaufenIndependent Research GmbH
09.02.2017Commerzbank SellUBS AG
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- Dow Jones mit Verlusten -- Merck-Mittel Avelumab erhält FDA Zulassung zur Behandlung von MCC -- Aumann, Deutsche Börse im Fokus

Frankreich: Arbeitslosigkeit geht nur leicht zurück. Absage eines Partners sorgt bei Biotest-Anleger für Verdruss. Reederei Hapag-Lloyd macht Verlust. Theranos verschenkt Aktien an Investoren - wenn die versprechen, nicht zu klagen. Fondsmanager weiterhin optimistisch für Aktien. Das läuft bei der Deutschen Bank falsch. LEONI-Aktie schließt Gap aus 2015. Russische Notenbank senkt Leitzins. Bundestag beschließt Pkw-Maut.

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Wertpapiers? Welcher der drei folgenden Risikoklassen würden Sie sich persönlich zuordnen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Infineon Technologies AG623100
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Allianz840400
BASFBASF11
CommerzbankCBK100
E.ON SEENAG99
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
BMW AG519000
Nordex AGA0D655
BayerBAY001
Scout24 AGA12DM8
Siemens AG723610