16.11.2012 17:13
Bewerten
 (1)

VW bügelt Europa-Schwäche aus

Autobranche unter Druck

Gekappte Produktionsziele und sinkende Neuzulassungen hier, ungebremste Wachstumsfantasien dort - Volkswagen steigert seinen Absatz erneut kräftig.

Deutsche Autobauer müssen den Schwung der Automärkte außerhalb Europas weiter nutzen, um daheim nicht unter die Räder zu kommen. Die rasante Entwicklung vor allem in China und Nordamerika verspricht den Herstellern immer noch gute Chancen. Unterdessen bleibt das Geschäft in den krisengeschüttelten Ländern Süd- und Westeuropas auf Talfahrt.

So kann Volkswagen als drittgrößter Autokonzern der Welt besonders dank des anhaltenden Autobooms in Fernost sein Tempo hoch halten. Die Pkw-Marken und leichten Nutzfahrzeuge fuhren auch im Oktober insgesamt deutliche Zuwächse ein, wie das Unternehmen am Freitag berichtete. Der VW-Gruppe gelang mit plus 14,6 Prozent eine starke Steigerung auf 788 700 Fahrzeuge. Seit Jahresbeginn legten die globalen Auslieferungen um 10,2 Prozent auf 7,5 Millionen Modelle zu.

In vielen EU-Staaten liegen die Automärkte danieder. Nach Angaben des europäischen Verbands Acea plagen die Pkw-Branche seit mehr als einem Jahr schrumpfende Neuzulassungen. Sie sanken im Oktober um 4,8 Prozent - und damit den 13. Monat in Folge, wie die Experten in Brüssel mitteilten. Speziell im Süden bleibt die Lage brenzlig: Spanien (-21,7 Prozent) und Italien (-12,4) verbuchten zweistellige Rückgänge. In Frankreich betrug das Minus 7,8 Prozent. Lichtblick: In Großbritannien sprangen die Neuzulassungen um 12,1 Prozent nach oben.

Wie viele seiner Rivalen bekommt VW die Zurückhaltung der Kunden in der Staatsschuldenkrise zu spüren. Ein leichtes Plus von 0,9 Prozent in Gesamteuropa war nur möglich, weil der Einbruch im Westen (-5,8 Prozent) durch Deutschland (+3,5) und Osteuropa (+21,1) abgefedert wurde. "Vor allem die Märkte in Westeuropa bleiben von Unsicherheiten geprägt", sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Im Gegensatz zu eher auf Europa fixierte Konkurrenten wie PSA oder der General Motors-Tochter Opel profitiert VW besonders in China und den USA von der Kauflust der Kunden. In den ersten zehn Monaten setzten die VW-Marken auf dem wichtigsten Markt China 2,26 Millionen Autos ab - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein satter Zuwachs um fast ein Fünftel. Auch in Nordamerika trat Volkswagen aufs Gas: Über ein Viertel Autos mehr wurden verkauft, in den USA sogar ein Drittel.

Alle Töchter schnitten durch die Bank gut ab - mit Ausnahme des Sorgenkinds Seat, das auf den Traditionsmarkt Südeuropa angewiesen ist. In der Oberklasse konnte Audi 12,9 Prozent mehr Autos absetzen, in China übertrafen die Ingolstädter das Niveau des ganzen Vorjahres.

Die Kernmarke VW-Pkw hatte bereits am Dienstag glänzende Zahlen vorgelegt. Global betrachtet betrug das Plus 11,2 Prozent, Westeuropa stand aber mit minus 6,0 Prozent weitaus schlechter da. Porsche - seit August vollständige VW-Tochter - lieferte von Januar bis Oktober weltweit 15,6 Prozent mehr Neuwagen aus. Beim tschechischen Ableger Skoda waren es plus 7,2, bei der Nutzfahrzeug-Tochter plus 5 Prozent.

Spurlos geht die Angst vor einer längeren Auto-Rezession in Europa aber auch nicht an Deutschlands größtem Industriekonzern vorbei. Im September war VW im Vergleich zum Vorjahresmonat auf ein Fünftel weniger deutsche Neuzulassungen gekommen. Ziele wurden korrigiert, im Betriebsergebnis des dritten Quartals zeigten sich erste Dellen.

Konkurrenten wie BMW setzen ebenfalls auf das boomende Geschäft in Übersee. Autos der Bayern fanden im Oktober reißenden Absatz - in aller Welt lieferte der Konzern im vorigen Monat gut 13 Prozent mehr aus als vor einem Jahr. Einer Stagnation in Europa standen auch hier klare Zuwächse in Amerika (+20 Prozent) und Asien (+36) gegenüber.

Bei Daimler landete die Pkw-Sparte im Monatsvergleich bei plus 6,2 Prozent, seit Jahresbeginn waren es 4,9 Prozent. Doch in China kommen Mercedes, AMG, Smart und Maybach nicht so schnell voran wie erhofft./jap/he/DP/mmb

WOLFSBURG/BRÜSSEL (dpa-AFX)

Bildquellen: iStock/RapidEye

Nachrichten zu Volkswagen AG Vz. (VW AG)

  • Relevant6
  • Alle+
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Volkswagen AG Vz. (VW AG)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
07.12.2016Volkswagen vz HoldDeutsche Bank AG
06.12.2016Volkswagen vz buyKepler Cheuvreux
06.12.2016Volkswagen vz Equal-WeightMorgan Stanley
05.12.2016Volkswagen vz OutperformBNP PARIBAS
05.12.2016Volkswagen vz overweightBarclays Capital
06.12.2016Volkswagen vz buyKepler Cheuvreux
05.12.2016Volkswagen vz OutperformBNP PARIBAS
05.12.2016Volkswagen vz overweightBarclays Capital
01.12.2016Volkswagen vz buyGoldman Sachs Group Inc.
30.11.2016Volkswagen vz buyKepler Cheuvreux
07.12.2016Volkswagen vz HoldDeutsche Bank AG
06.12.2016Volkswagen vz Equal-WeightMorgan Stanley
01.12.2016Volkswagen vz NeutralMacquarie Research
29.11.2016Volkswagen vz HaltenBankhaus Lampe KG
29.11.2016Volkswagen vz HoldWarburg Research
29.11.2016Volkswagen vz VerkaufenDZ BANK
29.11.2016Volkswagen vz UnderperformJefferies & Company Inc.
28.11.2016Volkswagen vz SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
27.11.2016Volkswagen vz UnderperformJefferies & Company Inc.
14.11.2016Volkswagen vz KaufDZ BANK
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Volkswagen AG Vz. (VW AG) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX knackt 11.000-Punkte-Marke -- Chinesische Investoren an Einstieg bei Deutscher Bank interessiert -- AIXTRON-Verkauf an Chinesen geplatzt -- TUI, thyssenkrupp, Monte Paschi im Fokus

KKR will bei Konsumforscher GfK einsteigen. Deutsche Wohnen, LEG und Co.: Auf diese vier Immo-Aktien können Anleger bauen: Lebensversicherungen benachteiligen junge Kunden beträchtlich. Darum stellt Elon Musk alle anderen Tech-Chefs in den Schatten. Italien: Kommt jetzt Berlusconi?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
Jetzt durchklicken
Wo leben die meisten Milliardäre?
Jetzt durchklicken
Die glücklichsten Länder der Welt
Jetzt durchklicken
Von diesen Schnellrestaurants sind die Deutschen begeistert
Jetzt durchklicken
So wurden Steuergelder verschwendet
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?