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07.01.2011 16:26

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Fresenius Medical Care möchte mit 485 Mio. EUR Deal das Geschäft in Osteuropa stärken

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Fresenius Medical Care deckt als vertikal integriertes ...

... Unternehmen die komplette Wertschöpfungskette in der Dialyse ab. In 2.716 Dialysekliniken in Nordamerika, Europa, Asien, Lateinamerika und Afrika betreut das Unternehmen 210.191 Dialysepatienten und ist damit der weltweit führende Anbieter von Dialyseprodukten. Seit der Gründung im Jahr 1996 wird die Aktie von Fresenius Medical Care sowohl an der Börse in Frankfurt als auch an der Börse in New York gelistet. Im Branchenvergleich liegt die Marktkapitalisierung mit 12,894 Mrd. EUR an der Spitze, im DAX® Vergleich immerhin auf Position 20.

Mit der Übernahme von International Dialysis Centers (IDC) könnte sich Fresenius Medical Care das Dialysedienstleistungsgeschäft von Euromedic International sichern. IDC nimmt in diesem Bereich in Osteuropa eine führende Position ein und ist entsprechend der unternehmensseitig angestrebten Ausweitung der Aktivitäten in Osteuropa eine gezielte Akquisition. Nach erfolgreichem Abschluss der Transkation soll die Übernahme etwa 180 Mio. USD pro Geschäftsjahr zum Umsatz beisteuern und bereits im Folgejahr positive Auswirkungen auf das gesamte Konzernergebnis haben. Diese Umsatzsteigerung entspräche einem externen Wachstum von 1,6 Prozent. Die Zustimmung zu der Transaktion durch die Kartellbehörden steht noch aus.

Unternehmensaussagen zufolge soll der 485 Mio. EUR teure Deal sowohl mit vorhanden Kreditmitteln als auch mit dem aus dem laufenden Geschäft getätigten Cashflow finanziert werden. Eine Refinanzierung der Übernahme soll in der Folge langfristig gestaltet werden.

Der Vorstandvorsitzende von Fresenius Medical Care, Dr. Ben Lipps, sieht in dem Ausbau in Osteuropa ein wesentliches Element der Wachstumsstrategie des Unternehmens und in den Dialysezentren von Euromedic eine hervorragende Ergänzung der unternehmenseigenen Aktivitäten in diesem Bereich. Bei aller Euphorie konstatieren einige Analysten in dieser Akquisition eher eine notwendige Diversifizierung in den wachstumsstarken Schwellenländern und eine Reduzierung der Abhängigkeit vom US-Geschäft. Ein positiver Einfluss auf die Wertsteigerung des Unternehmens dürfte sich nicht kurzfristig sondern erst mittel- bzw. langfristig einstellen. Eine Abschwächung der Konjunktur in Osteuropa könnte einen Schatten auf die strategische Ausrichtung auf den osteuropäischen Absatzmarkt werfen. Dies könnte im weiteren Verlauf positive Einflüsse auf die Wertsteigerung des Unternehmens mindern. Das Unternehmen selbst sieht erhebliche Risiken für die Umsatzerlöse und das Ergebnis von Fresenius durch Änderungen der Richtlinien zur Erstattung oder zur Verabreichung von EPO (künstlich hergestelltes Mittel zur Erhöhung der Anzahl von roten Blutkörperchen) in den USA. Lieferunterbrechungen und schlechtere Einkaufbedingungen für EPO könnten ebenfalls zu Umsatzeinbußen führen. Vertraglich hat Fresenius Medical Care diese Lieferung gemäß des Geschäftsbericht 2009 nur bis zum 31.12.2011 abgesichert. Zusammenfassend könnten demnach Preisdruck, erhöhter Wettbewerb, o.g. Risiken im Beschaffungssektor und generelle Einsparungen im Gesundheitssektor zu geringeren Umsätzen führen.

Überwiegend positive Konjunkturdaten könnten zudem defensive, nicht zyklische Werte, wie Fresenius Medical Care, zu einem Underperformer am Markt werden lassen und ebenfalls Absatz- und Umsatzzahlen negativ beeinflussen.

Nach branchenspezifischen Gewinnrevisionen stufen Analysten den Titel fundamental überwiegend als fair bewertet ein. Trotz einer eher schwachen Wertentwicklung im letzten Quartal 2010 sehen sie den Wachstumstrend weiterhin als beständig und die ausgegebenen Jahresziele als nicht gefährdet an. Im historischen Vergleich eröffnet sich ihnen weiterhin ein durchschnittliches Kurspotenzial der Aktie. Im aktuellen Umfeld unterliegt Fresenius Medical Care aufgrund einer Bilanzierung in USD negativen Translationseffekten. Diese Translationsrisiken werden bei einer US-Dollar-Euro-Veränderung um 1 Cent auf etwa 1 Mio. EUR des Konzernergebnisses geschätzt.

Bei einem aktuellen Kurs von 43,35 EUR bewerten derzeit 21 Analysten bei Bloomberg die Fresenius Medical Care Aktie mit "KAUFEN" und 12 Analysten mit "HALTEN". 3 Analysten setzen Fresenius Medical Care auf "VERKAUFEN". Das 12-Monats-Kursziel auf Bloomberg liegt bei 48,49 EUR.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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