Weidmann gegen Draghi - Duell im Eurotower

Von BRIAN BLACKSTONE - FRANKFURT
Die Europäische Zentralbank rüstet sich für den Schlagabtausch in dieser Woche. Kern der Auseinandersetzung wird sein, ob man in Frankfurt die Gelddrucker anlaufen lässt, um den Euro zu retten. Der konservativen Deutschen Bundesbank kommt eine Schlüsselrolle dabei zu, wohin sich die eskalierende Schuldenkrise Europas entwickelt.
Im Eurotower stehen sich damit der erfahrene Notenbanker Mario Draghi, der der EZB seit November vorsteht, und der 44-jährige Bundesbankpräsident Jens Weidmann gegenüber. Vergangene Woche hatte Draghi kundgetan, die EZB werde „alles tun, was zum Schutz des Euro notwendig ist". Das wurde von den Investoren so verstanden, dass die Notenbank im Begriff ist, den Markt für Staatsschulden zu entern, indem sie Anleihen angeschlagener Staaten en masse kauft.
Der Bundesbank wäre das ein Gräuel. Sie argumentiert, dass die Ankäufe von Schuldverschreibungen das grundsätzliche Verbot der Staatsfinanzierung durch die Notenbank verletzen würde. Weidmanns Vorgänger Axel Weber und Jürgen Stark, der damalige Chefvolkswirt der EZB, hatten ihre Posten nach früheren Eingriffen der EZB protestierend niedergelegt.
Auf dem Papier ist das Duell eine klare Sache. Weidmann steht mit seiner einen Stimme im 23-köpfigen Rat der EZB ziemlich allein. Doch wenn Draghi die Bundesbank beiseite drängt, könnte das seine Glaubwürdigkeit in Europas größtem Land - und der wichtigsten finanziellen Stütze - untergraben. Schwände aber die Unterstützung in der ... Lesen Sie den vollständigen Artikel auf WSJ.de

Die EZB könnte auf die Selbstregulierungsmechanismen der Märkte setzen und nicht aktiv eingreifen. Der Druck der Märkte ist in den vergangenen Monaten allerdings zu groß - die Währungshüter sind angesichts des Abgleitens der Eurozone in eine Rezession zum Handeln gezwungen.
Weitere Links:








