Die Düsseldorfer konnten stark von verbesserten Konditionen für den Gasbezug vom russischen Staatskonzern
Gazprom profitieren, sie entlasten Eon im ersten Halbjahr um 1,2 Milliarden Euro, wie die Gesellschaft am Montag in Düsseldorf mitteilte. Die Verträge waren Anfang Juli erneuert worden. Der Wegfall der negativer Einmaleffekte im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Kernenergie wirkte sich mit 1,5 Milliarden Euro positiv auf das Halbjahresergebnis aus. Auch in Russland konnte
E.ON zulegen, Abstriche machte das Unternehmen hingegen bei der Stromerzeugung infolge gesunkener Strommengen und -preise.
Eon bestätigte am Montag Zahlen, die der Konzern zum teil schon in der vergangenen Woche auf vorläufiger Basis bekannt gegeben hatte. Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss ist demnach in den ersten sechs Monaten von 933 Millionen Euro auf 3,313 Milliarden Euro gestiegen. Ohne diese Bereinigungen stieg der Gewinn von 948 Millionen Euro auf 3,133 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 55 Prozent auf 6,706 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 65,402 Milliarden Euro.
Eine Kopplung des Gasbezugspreises an den Ölpreis hatte das Gasgeschäft für Eon wie auch für andere europäische Versorger zum Verlustbringer gemacht. Im vergangenen Jahr lag die Belastung bei 700 Millionen Euro, für dieses Jahr hatte Konzernchef Johannes Teyssen noch höhere Verluste erwartet. Doch angesichts der neu verhandelten Verträge erhöhten die Düsseldorfer Anfang Juli ihre Prognose für das Gesamtjahr. Sie wurde am Montag erneut bestätigt.
Danach soll das um eine Reihe von Sondereffekten bereinigte Nettoergebnis in diesem Jahr 4,1 bis 4,5 Milliarden Euro erreichen. Vorher hatte Eon bis zu 2,7 Milliarden Euro für möglich gehalten. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) soll nun zwischen 10,4 bis 11,0 Milliarden Euro liegen, davor war Eon von 9,6 bis 10,2 Milliarden Euro ausgegangen.
DÜSSELDORF (dpa-AFX)
So haben die DAX-Konzerne in dieser Bilanzsaison bislang abgeschnitten
Platz 30: Merck
Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat im zweiten Quartal wegen Millionenbelastungen aus seinem bis 2014 laufenden Sparprogramm erneut rote Zahlen geschrieben. Von April bis Juni fiel ein Verlust von 60,5 Millionen Euro an. Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Minus gerechnet.