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04.01.2009 21:15

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WDH/Presse: Bundesagentur droht 2010 Liquiditätsengpass - 2008 Überschuss


        DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Bundesagentur für Arbeit (BA) droht einem Pressebericht zufolge 2010 das Geld auszugehen. Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft für das "Handelsblatt" (Montag) wird die Arbeitsagentur wegen rapide steigender Arbeitslosenzahlen dieses und nächstes Jahr hohe Defizite machen wird. 2008 hatte die Bundesagentur eigenen Angaben zufolge noch einen Überschuss erwirtschaftet.

    Für 2009 erwarteten die Kieler Ökonomen ein Defizit von 5,9 Milliarden Euro; 2010 dürften es dann auf "reichlich zehn Milliarden Euro" ansteigen, sagte IfW-Finanzexperte Alfred Boss dem "Handelsblatt". Damit wäre in zwei Jahren das Finanzpolster von rund 19 Milliarden Euro nahezu aufgebraucht. Lediglich die 2,5 Milliarden Euro, die die Behörde in einen Vorsorgefonds zur Finanzierung künftiger Beamtenpensionen abgezweigt hat, wäre noch unangetastet. "Da der Bund seinen jährlichen Zuschuss künftig erst am Jahresende an die BA überweist, wird die Behörde 2010 Liquiditätsprobleme bekommen", sagte Boss weiter. Der Bund zahlt den Gegenwert eines Mehrwertsteuerpunktes an die BA - 2009 sind das 7,78 Milliarden Euro.

2008 NOCH ÜBERSCHUSS VON 1 MRD EURO

    Im vergangenen hat die Bundesagentur eigenen Angaben zufolge noch etwa eine Milliarde Überschuss erwirtschaftet. Ihr Vorstandsvorsitzender Frank-Jürgen Weise schrieb in einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag": "Die Bundesagentur hat trotz gesunkener Beitragseinnahmen im Jahr 2008 rund eine Milliarde Euro Überschuss erzielt. Zusammen mit den Rücklagen aus den Jahren zuvor verfügen wir über etwas mehr als 16 Milliarden Euro Reserven. Wir sind also handlungsfähig und können beispielsweise mit Kurzarbeit viele Arbeitsplätze erhalten."

    Als wichtigstes Instrument der Bundesagentur in der Wirtschaftskrise führte Weise die Weiterbildung von Arbeitnehmern an. Die Bundesagentur verfüge über Mittel für Maßnahmen, so der BA-Chef, "die uns aus der Krise herausführen können: Dazu gehört vor allem die Qualifikation von Arbeitnehmern. Denn Kenntnisse und Fähigkeiten sind das, was Deutschland braucht, um international mitzuhalten."/gp/DP/gr

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