04.09.2013 15:59
Bewerten
 (0)

WDH/ROUNDUP 2/Banken fünf Jahre nach Lehman: Krise noch nicht verdaut

    (Neu: Weitere Details)

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Europas Banken sehen sich fünf Jahre nach der Lehman-Pleite vor unvermindert schwierigen Zeiten. "Die Krise wirft einen langen Schatten", sagte der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, am Mittwoch bei einer Bankentagung in Frankfurt. Der Gegenwind für die Branche sei weiterhin enorm. "Die Kosten für Rechtsstreitigkeiten sind beträchtlich gestiegen." Solche Auseinandersetzungen würden die Branche noch über Jahre beschäftigen.

    Dazu komme, dass Europa insgesamt bei der Lösung der Schuldenkrise noch viel Arbeit vor sich habe. Jain zeigte sich überzeugt, dass Europa nicht scheitern werde, "aber es ist noch viel zu tun". Auch Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon warnte: "Die Krise ist noch nicht überstanden. Sie kann jederzeit wieder voll zum Ausbruch kommen. Und schlimmer noch: Wir haben uns mit den Instrumenten zur Bekämpfung der Krise neue Risiken eingefangen."

MAHNUNG AN EZB

    Fahrenschon mahnte die Europäische Zentralbank (EZB), nicht zu spät aus der Krisenpolitik des billigen Geldes auszusteigen. "Natürlich waren solche Maßnahmen für eine gewisse Zeit wohl unvermeidbar. Meine Sorge ist aber, dass sich die Akteure an diese Marktbedingungen gewöhnen", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Die Rechnung zahlten Sparer. Der EZB hat angekündigt, ihren Leitzins für längere Zeit auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent oder einem niedrigeren Niveau zu halten.

    EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen warnte, die seit gut einem Jahr herrschende "relative Ruhe" an den Finanzmärkten überzubewerten: "Die gemeinsame Bankenaufsicht ist ein notwendiger, aber kein hinreichender Schritt zur Gesundung des Bankensektors. Der Reform- und Handlungsbedarf in anderen Politikfeldern hat effektiv nicht nachgelassen." Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret befand, die Finanzmarktregulierung habe das Ziel noch nicht erreicht, "aber es kommt in Sicht": "Eine Ruhepause dürfen wir uns nicht gönnen."

ZENTRALE AUFSICHT

    Asmussen zeigte sich zuversichtlich, dass die zentrale Aufsicht über voraussichtlich etwa 130 Banken im Euroraum im Herbst 2014 ihre Arbeit aufnehmen kann. Gut 1.000 Mitarbeiter sollen dann diese Aufgaben übernehmen. Vor Beginn der EZB-Aufsicht werde es eine "rigorose Bilanzprüfung" bei den betroffenen Instituten geben.

    Zudem beansprucht die EZB die Hoheit über die Abwicklung von Banken. "Meiner Meinung nach sollte so eine Entscheidung einzig und allein vom Bankenaufseher, künftig also von der EZB, getroffen werden", sagte Asmussen. Dombret forderte eine unabhängige europäische Abwicklungsbehörde auf einer "stabilen Rechtsgrundlage".

JAIN: FUSIONEN UNAUSWEICHLICH

    Nachbesserungsbedarf gibt es nach Asmussens Ansicht bei den Plänen zur Beteiligung von Gläubigern ("bail-in") an künftigen Schieflagen von Banken: Er sehe "im aktuellen Kompromiss relativ breiten nationalen Spielraum", sagte er. "Die Vertreter des Europäischen Parlaments, des Rates und der Kommission sollten diesen Aspekt im Rahmen ihrer Verhandlungen im Vermittlungsausschuss verbessern." Zudem hoffe er, dass die Regeln zum "bail-in" früher als 2018 in Kraft treten, "um den Investoren so mehr Sicherheit zu geben".

    Jain hält weitere Fusionen in der Branche für unausweichlich. Auch für die Deutsche Bank gebe es interessante Optionen, konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht. Jain, der den Dax (DAX)-Konzern seit Juni 2012 gemeinsam mit Jürgen Fitschen führt, verteidigte den Wachstumskurs seines Hauses. Das Modell einer Universalbank, die klassisches Bankgeschäft mit Investmentbanking verbindet, sei ambitioniert und schwierig. Doch wenn die Deutsche Bank erfolgreich sei, profitiere Deutschland: "Es gibt keine deutsche Bank, die globaler ist als wir, und es gibt keine globale Bank, die deutscher ist als wir."

KRITIK AN DEUTSCHER BANK

    Sparkassen-Präsident Fahrenschon erneuerte seine Kritik an der Deutschen Bank. Er stellte fest, es seien zu große Banken gewesen, die die Finanzkrise ausgelöst hätten. Aus Sicht von Fahrenschon hat sich seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September 2008 wenig daran geändert, dass sich Institute im Notfall auf staatliche Hilfe verlassen könnten. Zugleich warnte er davor, für mögliche Rettungsaktionen die Sicherungsmittel von Sparkassen und Genossenschaftsbanken hinzuzuziehen. Es könne nicht sein, dass die Kleinen für die Großen haften./ben/enl/DP/stb

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant+
  • Alle+
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
06.12.2016Deutsche Bank Equal-WeightMorgan Stanley
05.12.2016Deutsche Bank HoldHSBC
02.12.2016Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
29.11.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
17.11.2016Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
29.11.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
03.11.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
28.10.2016Deutsche Bank buyKepler Cheuvreux
27.10.2016Deutsche Bank buyKepler Cheuvreux
27.10.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
06.12.2016Deutsche Bank Equal-WeightMorgan Stanley
05.12.2016Deutsche Bank HoldHSBC
11.11.2016Deutsche Bank HoldHSBC
31.10.2016Deutsche Bank NeutralUBS AG
28.10.2016Deutsche Bank Equal-WeightMorgan Stanley
02.12.2016Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
17.11.2016Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
28.10.2016Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
28.10.2016Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
28.10.2016Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX mit Jahreshoch -- Dow stabil -- Trump: Softbank investiert 50 Mrd. Dollar in USA -- EU-Strafe von knapp 500 Millionen Euro gegen drei Großbanken -- Tesla, Apple, VW, Steinhoff im Fokus

USA: Rohöllagerbestände fallen erneut. Italien tüftelt an Rettungsplan für Krisenbank Monte Paschi. Regionalbörsen Düsseldorf, Hamburg und Hannover bündeln Kräfte. Erdogan - Türkei im Visier von Währungsspekulanten. Fitbit filetiert Smartwatch-Pionier Pebble. Italiens Senat macht mit Zustimmung zum Haushalt Weg für Renzis Rücktritt frei.
Hobby zum Beruf
Jetzt durchklicken
Welche Aktien besitzt Warren Buffett in seinem Portfolio?
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Legenden sind die bestbezahlten Toten der Welt
Jetzt durchklicken
Wo leben die meisten Milliardäre?
Jetzt durchklicken
Die glücklichsten Länder der Welt
Jetzt durchklicken
Von diesen Schnellrestaurants sind die Deutschen begeistert
Jetzt durchklicken
So wurden Steuergelder verschwendet
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?