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22.09.2011 13:40

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WGZ BANK-KOLUMNE

DAX Sentiment-Index: Optimisten wollen noch nicht gehen


Der Umfang des Euro-Dilemmas und die Frequenz der negativen Meldungen, mit denen...

... die Marktteilnehmer in den vergangenen Wochen konfrontiert wurden, erfuhr nahezu täglich eine Steigerung. Es wäre sicher nicht übertrieben zu behaupten, dass während der ganzen Krise die Angst vor einer griechischen Staatspleite noch nie so groß war bzw. so offen besprochen wurde. Daher kann man sich eigentlich nur wundern, wie gelassen die von der Börse Frankfurt befragten Fondsmanager sich in diesem Zeitraum verhalten haben. Besonders, wenn man sie mit internationalen Investoren vergleicht. Beispielsweise den Fondsmanagern, die sich in der globalen September-Umfrage der BofA/Merrill Lynch äußerten. Diese Akteure zeigten sich nämlich ziemlich besorgt. 68 Prozent - und damit erheblich mehr als im Frühsommer - glaubten, dass die Euro- Schuldenkrise die größte Bedrohung für die Märkte darstellt.

Die Besonnenheit, die unser Panel während der Ausverkaufsphase seit Anfang August ausstrahlte, war in den anfangs sehr niedrigen bullishen Engagements begründet. Die wenigsten von ihnen gerieten also während der Baisse in arge Bedrängnis. Und auf die Käuferseite haben sich einige erst spät begeben - schätzungsweise ab 6.000 DAX-Punkten auf dem Weg nach unten. Sie konnten sich also höchstens vorwerfen, etwas zu früh zugegriffen zu haben. Seitdem ist aber, was die Positionierung der Akteure angeht, nicht mehr viel passiert. Vergangene Woche verzeichneten wir lediglich ein paar Glattstellungen. Dieser Trend setzt sich auch in dieser Woche fort, jedoch in einem sehr übersichtlichen Ausmaß. Die Verschiebungen waren nicht nur spärlich, sie haben sich zudem noch neutralisiert. Denn der Abzug von zwei Prozent Bullen wurde durch den gleich großen Verlust im Bärenlager kompensiert. Für die Marktstimmung bedeutet dies eine geringere Polarisierung, für den Bull/Bear-Index hingegen Stillstand. Vermutlich konnten sich die scheidenden Optimisten verlustfrei von ihren Positionen trennen, während es sich bei den flüchtenden Skeptikern eher um Eindeckungen von Leerverkäufern handeln dürfte. Denn der DAX hat sich seit der letzten Erhebung, die bei 5.200 Zählern stattfand, ausschließlich in höheren Regionen aufgehalten. Er wurde in einer 300 Punkte breiten Spanne, abgekapselt von der Preisaktivität des vergangenen Mittwochs, wie auf einer kleinen Insel, gehandelt.

Die leichte Übergewichtung, die seit Ende August bei unseren Panelteilnehmern zu beobachten ist, hat bereits einige Turbulenzen überlebt. Kurstechnisch war dies der zweifache Ausflug unter die 5.000er Marke. Fundamental die Zuspitzung der Eurokrise, inklusive der Herabstufung Italiens. Da weder fallende Kurse noch verheerende Nachrichten die Mehrheit der Optimisten dazu bringen konnten, sich von ihren Long-Positionen zu trennen, werden sie wohl auf ein anderes Ereignis warten: das Erreichen ihres Einstandspreises. Demnach dürften die verbleibenden DAX-Bullen auf etwas höhere Kurse hoffen und sich erst ab 5.800 Punkten Gedanken um den Ausstieg machen.

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Kernkompetenz des renommierten Frankfurter Analysehauses Cognitrend ist das Gebiet der Behavioral Finance. Für WGZ Cognitrend TV, einer Kooperation mit der WGZ BANK, beleuchten die Experten von Cognitrend - in Rotation Joachim Goldberg, Gianni Hirschmüller und Christin Stock - die Stimmung an den Aktienmärkten auf Basis verhaltensorienter Analysemethoden und leiten daraus Kauf- und Verkaufsempfehlungen für private Anleger ab. Die Analysen werden in Web-TV-Clips unter www.wgz-zertifikate.de kostenlos bereitgestellt und durch den wöchentlich erscheinenden WGZ Cognitrend REPORT abgerundet.

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