31.07.2010 06:21
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WOCHENAUSBLICK: Aktienmärkte im Zwiespalt - Zahlen und US-Indikatoren im Blick


    FRANKFURT (dpa-AFX) – Im Zwiespalt zwischen starken Unternehmensberichten und der Sorge vor einem erneuten Einbruch der Weltkonjunktur gehen Experten mit gemischten Gefühlen in die kommende Börsenwoche. "Insgesamt rechnen wir mit einer Fortsetzung der Schaukelbörse", sagte Klaus Stabel vom Kursmakler ICF. Die sich verstärkenden Wachstumssorgen für die US-Wirtschaft, die auslaufenden Konjunkturprogramme und insbesondere auch eine Liquiditätsverknappung durch die Europäische Zentralbank dürften seiner Meinung nach immer wieder für Abgabedruck sorgen und die Stimmung belasten.

    "Wir rechnen auch weiterhin damit, dass die Konzerne die Markterwartungen in der Mehrzahl erfüllen oder übertreffen können", hieß es seitens der Experten der Landesbank Berlin. Ob davon allerdings noch nennenswerte Impulse für den Gesamtmarkt ausgehen, erscheint ihnen nach den bisherigen Reaktionen aber mehr als fraglich. Die Börsenweisheit "Sell on good news" drohe sich daher wieder zu bewahrheiten. "Es wird derzeit offenbar immer schwieriger, die hochgespannten Erwartungen zu übertreffen", pflichtete dem auch Stabel bei.

KONJUNKTUR ALS RISIKOFAKTOR

    Der größte Risikofaktor für die Aktienmärkte sei derzeit die Sorge vor einem erneuten Konjunktureinbruch, urteilte Chefvolkswirt Jörg Krämer von der Commerzbank. Der Markt schieße sich dabei aber zu stark auf das Sorgenkind US-Wirtschaft ein, meinte sein Kollege Bernd Weidensteiner. "Trotz der jüngsten Enttäuschungen stehen die USA besser da als der Euroraum", ergänzte er und klammerte dabei einzig die deutsche Wirtschaft aus. Zum einen verwies er darauf, dass die amerikanische Wirtschaft einen größeren Teil des Absturzes bereits wieder wett gemacht habe. Zum anderen sei die Korrektur des Immobilienbooms mittlerweile abgeschlossen und der Arbeitsmarkt habe gedreht. "Die US-Wirtschaft dürfte 2010 und 2011 doppelt so stark wachsen wie die Wirtschaft im Euroraum", weshalb die US-Notenbank Fed ihre Zinsen möglicherweise schon vor der Europäischen Zentralbank erhöhen werde.

 

    Auf die Probe gestellt wird dies in der kommenden Woche mit einigen wichtigen  Wirtschaftsindikatoren aus den USA. Mit dem ISM-Index am Montag und dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag stehen gleich mehrere Highlights auf dem Programm. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe dürfte nach Auffassung der Commerzbank-Experten leicht gesunken sein und damit ein langsameres Expansionstempo signalisieren. Einen erneuten Rückschlag für die US-Konjunktur halten sie jedoch für sehr unwahrscheinlich, da der private Sektor wohl auch im Juli per Saldo wieder Stellen geschaffen haben dürfte.

ZAHLENFLUT AUS DEM Dax          Schon am kommenden Montag setzt sich die Berichtssaison in Deutschland mit vollem Tempo fort. Zum Wochenauftakt präsentieren Linde und der Handelskonzern Metro (METRO) ihre jüngsten Ergebnisse. Klaus Stabel von ICF rechnet im Falle des Gaseherstellers mit einem höheren Ergebnis als im ersten Quartal, während bei Metro der Konzernumbau im Vordergrund stehen dürfte. Am Dienstag berichten mit BMW, der Deutschen Post (Deutsche Post) und Fresenius (Fresenius Vz) nebst der Tochter Fresenius Medical Care vier weitere Dax-Unternehmen. Experte Christian Obst von Unicredit traut der Post angesichts bereits vermeldeter Zahlen von US-Konkurrenten eine starke operative Entwicklung zu. Bei Fresenius verweist Unicredit auf den jüngst erhöhten Ausblick und bereits bekannte Eckdaten.

    Am Mittwoch sind Henkel (Henkel vz), Adidas (adidas), die Postbank (Deutsche Postbank) und Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) an der Reihe. Während Adidas schon vorab über höhere Ergebnisse berichtet habe, könnten Naturkatastrophen den Münchner Rückversicherer zu einer Reduzierung der Prognose zwingen, sagte Klaus Stabel. Am Donnerstag folgen Beiersdorf, die Commerzbank und die Deutsche Telekom. Zum Wochenabschluss kommt dann am Freitag noch die Allianz mit Zahlen. Dann werden neben den 14 der Auftaktwoche weitere 13 der insgesamt 30 Dax-Unternehmen ihre Ergebnisse vorgelegt haben./tih/la/nl

    --- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---



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