25.02.2013 05:49
Bewerten
 (0)

WOCHENAUSBLICK: Berlusconi oder nicht - Schicksal des Dax hängt an Italien

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Wahl in Italien am Wochenende dürfte über die weitere Richtung am deutschen Aktienmarkt entscheiden. "Zwar nimmt die Berichtssaison in Deutschland Fahrt auf. Die entscheidende Frage für die europäischen Börsen wird aber sein, ob Silvio Berlusconi mit Kraft auf die politische Bühne in Italien zurückkehren wird oder nicht", sagte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel in Frankfurt.

    Investmentanalyst Thomas Hollenbach von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht Deutsche Aktien aber ohnehin in einer Konsolidierungsphase und rechnet nicht mit einer Kurswende: "Mit dem nahenden März und der Dividendensaison startet eine im historischen Durchschnitt eher aktienfreundliche Phase". Weltweite Marktchancen, moderate Bewertungen, attraktive Dividendenerträge sowie die zuletzt anziehende Fantasie mit dem Blick auf Übernahmepläne bieten trotz möglicher Störfeuer aus seiner Sicht noch Raum für höhere Kursniveaus.

    In Deutschland kommt die Berichtssaison nun in Fahrt - schade fast, dass sie von der Wahl in Italien überlagert werden wird, sagte de Schutter. BASF und Bayer , der Gesundheitskonzern Fresenius mit seiner Tochter FMC (Fresenius Medical Care) sowie die Deutsche Telekom legen in der Woche ihre Jahresbilanzen für 2012 vor, um nur einige richtige Schwergewichte zu nennen. Das ist nur ein Ausschnitt aus dem vollgepackten Kalender. De Schutter sagt: "Die Börsianer erwarten insgesamt ein gemischt Bild". Bisher gab es einige Enttäuschungen vor allem beim Ausblick, der die konjunkturelle Unsicherheit widerspielgelt. Das habe vor dem Wochenende beispielsweise VW gezeigt.

    BASF sollte den Analysten der Deutschen Bank zufolge auch dank einer niedrigen Vergleichsbasis im Vorjahr ein kräftiges Gewinnwachstum ausweisen. Der Ausblick auf 2013 sollte ein Wachstum des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern anvisieren. Auch bei Bayer rechnen die Experten mit einem soliden Quartal. Hier könnten auch günstige Währungseffekte den Konzern unterstützen. Die Telekom sollte unterdessen nach dem zuletzt erneuerten Ausblick für das vierte Quartal keine großen Überraschungen bereithalten und die Investoren dürften sich vor allem auf die Entwicklung der zwei wichtigsten Sparten konzentrieren. Bei Fresenius ist es für Deutsche-Bank-Analyst Holger Blum noch zu früh auf die Käuferseite zu wechseln und er bleibt bei seinem Ausblick auf die Zahlen bei seiner Empfehlung "Hold". Das gilt für ihn auch bei der Dialyse-Tochter FMC.

    Mit dem Blick auf die Wahlen in Italien sind sich die Experten einig: Die Wahrscheinlichkeit, dass Berlusconi gewinnt, schätzen sie als gering ein. Er könnte aber zum Zünglein an der Waage werden, befürchten sie. "Diese Sorge lastet derzeit auf den Notierungen", kommentiert etwa Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Wenn die Italiener zu den Wahlurnen gehen, fürchten die Investoren nicht nur die Rückkehr des "Cavaliere". Eine Hängepartie und mögliche Neuwahlen versetzen sie nicht minder in Angst, urteilt Daniel Saurenz vom Investmentportal Feingold Research. "Sollten sich die Italiener am Wochenende aber zu einer Mehrheit und klaren Verhältnissen durchringen, könnte bereits am Montag eine Erleichterungsrally folgen."

    Matthias Jasper, Chefhändler der WGZ Bank, fürchtet allerdings, dass Guiseppe Grillo mit seiner Protestbewegung "Movimento 5 Stelle" und Berlusconi mit seiner PdL so viele Proteststimmen auf sich vereinen werden, dass Pier Luigi Bersani mit seiner Mitte-Links-Partei PD und Mario Monti keine ausreichende Mehrheit zusammenbekommen werden. Dann wäre ein weiterer Absacker an den europäischen Finanzmärkten zu erwarten, zeigte sich Jasper überzeugt.

    Der moderat gefüllte Konjunkturkalender rückt in den Hintergrund. Aus den USA kommen die wichtigsten Konjunkturdaten am Freitag mit dem Verbrauchervertrauen der Uni Michigan und dem ISM-Index. Für den vielbeachteten Industrie-Einkaufsmanagerindex zeigt sich Hollenbach etwas vorsichtiger als der Marktdurchschnitt. Er rechnet mit einem Rückgang von 53,1 auf 51,5 Punkte. Aber auch die endgültige Berechnung des Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA im vierten Quartal werde mit Spannung erwartet, ergänzte ein Börsianer. In Deutschland sieht der Marktexperte das GfK (GfK SE)-Konsumklima als wichtigstes Datum, das nach seiner Schätzung bei 5,8 Punkten verharren sollte./fat/ag/he

    --- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Deutsche Telekom AG

  • Relevant2
  • Alle2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Deutsche Telekom AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
15:21 UhrDeutsche Telekom HaltenIndependent Research GmbH
30.10.2014Deutsche Telekom buyWarburg Research
28.10.2014Deutsche Telekom HaltenBankhaus Lampe KG
28.10.2014Deutsche Telekom HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
28.10.2014Deutsche Telekom accumulateequinet AG
30.10.2014Deutsche Telekom buyWarburg Research
28.10.2014Deutsche Telekom accumulateequinet AG
24.10.2014Deutsche Telekom accumulateequinet AG
21.10.2014Deutsche Telekom buyWarburg Research
14.10.2014Deutsche Telekom buyUBS AG
15:21 UhrDeutsche Telekom HaltenIndependent Research GmbH
28.10.2014Deutsche Telekom HaltenBankhaus Lampe KG
28.10.2014Deutsche Telekom HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
28.10.2014Deutsche Telekom HaltenDZ-Bank AG
27.10.2014Deutsche Telekom HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
25.07.2014Deutsche Telekom SellGoldman Sachs Group Inc.
03.07.2014Deutsche Telekom SellGoldman Sachs Group Inc.
28.05.2014Deutsche Telekom SellGoldman Sachs Group Inc.
09.05.2014Deutsche Telekom SellGoldman Sachs Group Inc.
02.05.2014Deutsche Telekom UnderweightMorgan Stanley
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Telekom AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX auf Höhenflug -- Dow auf Rekordkurs -- Goldpreis fällt auf Vierjahrestief -- Airbag-Defekt bei Audi -- BoJ lockert Geldpolitik -- Citigroup, Lanxess, Starbucks, Groupon, LinkedIn im Fokus

E.ON und RWE müssen Klagen gegen Atommüll-Lagerung zurücknehmen. Großbritannien zahlt Weltkriegsanleihe zurück. Chevron trotzt Ölpreisrückgang. Exxon macht mehr Gewinn. Panasonic hebt Prognose an. Russische Notenbank stemmt sich mit Zinserhöhung gegen Rubel-Verfall. Daimler beteiligt sich an Motorradbauer MV Augusta.
In welchen europäischen Ländern ist das Preisniveau besonders hoch?

Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat den Sparkurs der Bundesregierung infrage gestellt. Denken Sie auch, dass der Staat mehr investieren sollte?