16.09.2012 18:21
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WOCHENENDÜBERBLICK/15. und 16. September 2012

   EU-Bankenaufsicht verzögert sich

   Die Einrichtung einer EU-Bankenaufsicht unter Beteiligung der Europäischen Zentralbank (EZB) Anfang 2013 ist nicht mehr zu schaffen. Das ist das Ergebnis von Beratungen der EU-Finanzminister in Nikosia. Eine direkte Rekapitalisierung spanischer Banken rückt damit in weite Ferne. Nach Angaben von Teilnehmern konnten sich die Minister weder auf den Kreis der zu überwachenden Banken, noch über die Rolle die EZB in der Aufsicht oder über die Behandlung jener Ländern einigen, die nicht der Eurozone angehören. Skeptisch hinsichtlich des Starttermins 1. Januar 2013 äußerten sich vor allem Deutschland, die Niederlande und Schweden, während EU-Funktionäre und Frankreich sowie Italien Hoffnung zu verbreiten suchten.

   Schäuble und Barroso verteidigen EZB-Staatsanleihenkäufe - Presse

   Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso verteidigen die umstrittenen Pläne für Ankäufe von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Schäuble distanzierte sich dabei am Wochenende von der Kritik des Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann an der Euro-Rettungspolitik der EZB. "Ich bin mir nicht sicher, ob es zur Stärkung des Vertrauens in die Notenbank beiträgt, wenn diese Debatte halböffentlich geführt wird" sagte Schäuble der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FASZ) mit Blick auf Weidmanns Kritik an den EZB-Staatsanleihekäufen. Die Bevölkerung sei tief verunsichert.

   IW-Chef: Griechenland braucht zehn Jahre Zeit - Magazin

   Die Euro-Länder sollten Griechenland einen Zeitraum von zehn Jahren geben, um seine Wirtschaft zu sanieren. Dies fordert der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther. "Die Aufgabe, vor der Griechenland steht, braucht eine Dekade. Das hat man bei der Transformation osteuropäischer Länder gesehen. Im Grunde geht es hier um einen ähnlichen Entwicklungsprozess", sagt Hüther der WirtschaftsWoche.

   Zweifel an Griechenlands Reformerfolgen

   Griechenlands Gläubiger sind skeptisch ob des Erfolgs der Sparmaßnahmen des Landes. Bisher habe man sich nur auf Maßnahmen für rund die Hälfte des Pakets im Volumen von 13,5 Milliarden Euro geeinigt, sagte ein Regierungsvertreter. Griechenland muss den Betrag einsparen, um eine nächste Kredittranche zu erhalten, ohne die es bald zahlungsunfähig wäre.

   Gauweiler fordert Euro-Sonderfonds für ESM-Haftung - Magazin

   Der CSU-Politiker Peter Gauweiler hat die Bundesregierung aufgefordert, eine Rücklage für die deutschen Haftungsrisiken beim ESM zu bilden. Die Regierung soll einen Sonderfonds von 168 Milliarden Euro einrichten, forderte der CSU-Bundestagsabgeordnete, der mit seinem Eilantrag auf Verschiebung des Urteils zum europäischen Rettungsschirm ESM gescheitert war. "Die Bundesrepublik muss nun in der Lage sein, jederzeit den Kapitalabrufen des ESM nachkommen zu können, damit das deutsche Stimmrecht nicht suspendiert werden kann", sagte Gauweiler der WirtschaftsWoche.

   Wirtschaftsweiser Feld sieht 2013 nur moderates Wachstum - Zeitung

   Der Wirtschaftsweise Lars Feld sieht die Konjunkturaussichten in Deutschland auch im kommenden Jahr verhalten. Wegen der Eurokrise und der abflauenden Weltkonjunktur fehlten die nötigen Impulse, sagte das Sachverständigenratsmitglied der Zeitung Euro am Sonntag. Es sei daher "nicht auszuschließen", dass das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr in Deutschland "unter einem Prozent" liegen werde.

   Deutsche Bank erwartet Inflation in Europa - Zeitung

   In Europa werden die Preise nach Einschätzung der Deutschen Bank wegen der immensen Kosten für die Rettung des Euro deutlich steigen. "Das ist ein Preis, den wir für Europa zahlen werden müssen", sagte der Co-Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Bank, Anshu Jain, der Welt am Sonntag. Die Konsequenz aus den hohen Kosten für die Rettung Europas werde schlussendlich eine Inflation sein, erklärte Jain.

   US-Botschaftspersonal soll Tunesien und Sudan verlassen - dapd

   Die USA gehen offenbar nicht davon aus, dass sich die Lage in Tunesien und Sudan beruhigt. Die US-Regierung zieht nach antiamerikanischen Protesten in den beiden Ländern die Diplomaten aus den Botschaften ab. Bleiben soll nur noch unbedingt erforderliches Personal. Die USA reagierten damit laut Nachrichtenagentur dapd auf Ausschreitungen nach der Veröffentlichung eines islamfeindlichen Schmähvideos, bei dem in Libyen vier US-Diplomaten getötet wurden.

   Deutsche Bank will Gehalt deckeln - Zeitung

   Die Investmentbanker in der Deutschen Bank müssen sich auf weitere Angriffe gegen ihre Privilegien einstellen. Im Konzern formiert sich laut einem Zeitungsbericht ein Lager, das eine Obergrenze für Boni fordert. "Es ist nötig und richtig, Gehaltsexzesse zu stoppen", sagte Deutsche-Bank Aufsichtsrat Werner Wenning der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

   Geplante EADS-BAE-Fusion könnte EU-Recht verletzen - Magazin

   Die geplante Fusion des Flugzeugbauers EADS mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems könnte laut einem Magazinbericht an europäischem Recht scheitern. Das habe die Prüfung des Übernahmeplans durch das Bundeskanzleramt ergeben, schreibt das Magazin Der Spiegel und beruft sich auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Als Stolperstein könne sich die sogenannte goldene Aktie erweisen, die EADS jeweils der deutschen, französischen und britischen Regierung anbiete, um ihnen ein Einspruchsrecht bei wichtigen Konzernentscheidungen zu sichern.

   Lufthansa arbeitet weiter an umstrittener Billigfluglinie

   Ungeachtet der heftigen Kritik arbeitet die Lufthansa weiter an den Plänen für eine neue Billigtochter im europäischen Flugverkehr. Laut "Wirtschaftswoche" will Konzernchef Christoph Franz dem Aufsichtsrat in Kürze erstmals Details zur Neuausrichtung des defizitären Fluggeschäfts jenseits der großen Drehkreuze Frankfurt am Main und München vorstellen.

   Post will sich höheres Porto für Standardbrief genehmigen lassen

   Der Standardbrief soll teurer werden. Die Deutsche Post stellt bei der Bundesnetzagentur den Antrag, das Porto für Briefe bis 20 Gramm um drei auf 58 Cent erhöhen dürfen. Es wäre laut Post die erste Erhöhung seit 15 Jahren. Der Konzern begründet seinen Wunsch nach höheren Preisen mit der allgemeinen Kostenentwicklung.

   Opel bekommt in der Muttergesellschaft einen Fürsprecher

   Opel bekommt beim Mutterkonzern General Motors Rückendeckung von unerwarteter Seite. GM-Chefökonom Mustafa Mohatarem nahm die Tochter Opel gegen Vorwürfe in Schutz, die Marke sei derzeit zu schwach für den Wettbewerb. "Opel kann erfolgreich sein und strapazierte Marken können gedreht werden", sagte der Experte in einer Diskussionsrunde.

   DJG/bam

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   September 16, 2012 11:50 ET (15:50 GMT)

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