10.02.2013 18:01
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WOCHENENDÜBERBLICK/9. und 10. Februar 2013

   Asmussen erwartet Zypern-Hilfe bis Ende März - gegen Wechselkursziele

   EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sieht keine Alternativen zu einem Hilfspaket für Zypern und erwartet, dass dieses bis Ende März steht. Außerdem sprach er sich in einem Interview mit dem Handelsblatt gegen Wechselkursziele aus. Die Grundposition der Europäischen Zentralbank sei unverändert: "Wir haben kein Wechselkursziel." Eine Verschleppung der Entscheidung über Zypern, das er als systemrelevant bezeichnete, bis nach der Bundestagswahl im September werde nicht funktionieren. "Wenn Zypern keine externe Hilfe erhält, rutscht es in die Zahlungsunfähigkeit."

   Schavan tritt wegen Plagiatsaffäre von Ministeramt zurück

   Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat die Konsequenzen aus dem Entzug des Doktortitels gezogen und ist von ihrem Amt zurückgetreten. Kanzlerin Angela Merkel sagte: "Ich habe den Rücktritt schweren Herzens angenommen." Nachfolgerin soll die niedersächsische Kultusministerin Johanna Wanka (CDU) werden. Die 61-jährige Wanka soll am Montag die Ernennungsurkunde aus den Händen von Bundespräsident Joachim Gauck erhalten.

   SPD und Grüne in Niedersachsen einigen über Koalitionsvertrag - dapd

   Das neue rot-grüne Bündnis in Niedersachsen steht. Drei Wochen nach der Landtagswahl einigten sich SPD und Grüne auf einen Koalitionsvertrag. Das Kabinett des designierten Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) soll sich aus fünf SPD- und vier Grünen-Ministern zusammensetzen. Bis auf den Justizbereich sind alle Ressorts besetzt.

   Schwierige Suche der G-7 nach gemeinsamer Währungslinie vor G-20

   Vorbereitende Diskussionen der sieben führenden Wirtschaftsnationen (G-7) zur Währungslage lassen bislang noch keinen Konsens für eine gemeinsame Erklärung beim Treffen der G-20 Ende der Woche erkennen. Vertreter der Finanzministerien aus den USA, Kanada, Japan, Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien waren in der vergangenen Woche um eine Abstimmung angesichts der Sorgen über einen globalen Währungskrieg bemüht. Ein Konsenspapier der G-7 Anfang kommender Woche könnte eine wichtige Leitlinie für die Beratungen der Finanzminister beim G-20-Gipfel Ende der Woche in der russischen Hauptstadt Moskau schaffen.

   EU-Kommissar für stärkere globale Währungskooperation

   Olli Rehn, der EU-Kommissar für Währung und Wirtschaft, plädiert für eine verstärkte globale Zusammenarbeit bei den Wechselkurspolitiken. Zugleich warnte er in einem Interview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin Profil vor einem Abwertungswettlauf. Entsprechende Warnungen habe die EU erst kürzlich in Richtung Japan wegen der Abwertung des Yen geschickt.

   Wirtschaftsweiser Franz fürchtet Wiederaufflammen der Krise

   Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen hält die derzeitige Entspannung in der Euro-Schuldenkrise für trügerisch und glaubt, dass sie sich in den kommenden Monaten wieder verschärfen könnte. Bewältigt sei die Krise noch lange nicht, sagte Wolfgang Franz in einem Interview mit der Welt am Sonntag. Es gebe beträchtliche Unsicherheitsfaktoren: Die Wahlen in Italien, wie es in Zypern weitergeht, ob Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy die Schwierigkeiten überwindet und ob die Reformprogramme in Griechenland und Portugal durchgehalten werden.

   Deutsche Bank muss Strafe in Kanada zahlen

   Die Deutsche Bank hat in Kanada einen Vergleich wegen verschleppter Weitergebe von Informationen im Zuge der US-Subprimekrise akzeptiert. Danach muss die kanadische Tochter Deutsche Bank Securities Ltd eine Strafe von 1 Million kanadischen Dollar zahlen.

   Venezuela wertet Währung um fast ein Drittel ab

   Venezuela hat seine Landeswährung kräftig gegenüber dem Dollar abgewertet. Damit will die Regierung von Präsident Hugo Chavez den zunehmenden Versorgungsengpässen wegen der knappen Dollar-Bestände entgegenwirken. Die Landeswährung, die offiziell Starker Bolivar heißt, verliert rund ein Drittel ihres Wertes. Finanzminister Jorge Giordani nannte als neuen Kurs 6,30 Bolivar je Dollar gegenüber 4,30 zuvor.

   Rajoy veröffentlicht Einkommens- und Vermögenserklärungen

   Wegen der Korruptionsvorwürfe gegen ihn und andere Politiker seiner konservativen Regierungspartei PP hat Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy mehrere Steuererklärungen veröffentlicht. Es ist das erste Mal, dass ein spanischer Regierungschef Einkommen und Besitz offenlegte. Den Dokumenten zufolge bezog Rajoy in dem Zeitraum Jahresgehälter zwischen 112.015 und 147.620 Euro. Außerdem hatte er zusätzliche Einnahmen aus in Staatsanleihen, Immobilien und andere Werte gestecktem Vermögen gehabt. 2007 summierte sich Rajoys Vermögen den Angaben zufolge auf 1,4 Millionen Euro.

   Banca d'Italia: Hilfen für Monte dei Paschi keine Notrettung

   Die italienische Zentralbank stuft den staatlichen Kredit über 3,9 Milliarden Euro für die Banca Monte dei Paschi di Siena SpA nicht als Notrettung für eine krisengeschüttelte Bank ein. Der Gouverneur der Banca d'Italia, Ignazio Visco, wertet die von seinem Haus gebilligten Hilfen vielmehr als einen "außerordentlichen und zeitlich befristeten Kapitalpuffer". Sie seien Folge der Forderungen der Europäischen Bankenaufsicht, italienische Staatsanleihen wertzuberichtigen. Auf einer Bankenkonferenz in Bergamo verwies er auch auf die hohen Zinsen, die die Bank dafür zahlen müsse, die im Laufe der Zeit noch steigen würden.

   Portugals Parlament stimmt in erster Lesung für Schuldenbremse

   Im unter der Finanzkrise leidenden Portugal hat das Parlament in erster Lesung für die Einführung einer Schuldenbremse gestimmt. Für die Regelung stimmten am Freitag in Lissabon sowohl die Mitte-rechts-Mehrheit als auch die sozialistische Opposition. Nach ihrer endgültigen Verabschiedung soll die Schuldenbremse im Haushaltsrahmengesetz festgeschrieben werden, das nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit geändert werden kann.

   Boeing sammelt bei Testflug mit Dreamliner Batterie-Daten

   Nach der Pannenserie mit seinem Dreamliner hat der US-Flugzeugbauer Boeing einen ersten Testflug mit dem Großraumflugzeug absolviert. Eine Maschine vom Typ 787 war nach Unternehmensangaben am Samstag zwei Stunden und 19 Minuten in der Luft. Die 13-köpfige Besatzung sammelte währenddessen Daten über die Leistung der Flugzeug-Batterie unter normalen Flugbedingungen, wie Boeing-Sprecher Marc Birtel erklärte. Dann sei die Maschine in Seattle im US-Bundesstaat Washington gelandet, von wo aus sie auch gestartet war. Der Flug sei "ereignislos" verlaufen, teilte Birtel mit.

   Großer Dell-Aktionär sauer über niedriges Abfindungsangebot

   Der größte außenstehende Aktionär von Dell will den geplanten Verkauf und das Delisting des Unternehmens von der Börse verhindern. Southeastern Asset Management Inc, die nach eigener Aussage 8,5 Prozent der Aktien hält, sieht den Computerhersteller massiv unterbewertet. Der gebotene Preis von 13,65 Dollar je Aktie liegt weit unter den von Southeastern für angemessenen gehaltenen 24 Dollar. Das Management mit Firmengründer und Vorstandschef Michael Dell an der Spitze will den Computerhersteller zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake Partners für 24,4 Milliarden Dollar übernehmen und anschließend von der Börse nehmen. Auch der Softwarekonzern Microsoft Corp ist mit einem Kredit indirekt einer der Aufkäufer.

   DJG/dapd/AFP/smh

(END) Dow Jones Newswires

   February 10, 2013 11:30 ET (16:30 GMT)

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