'WSJ': EZB-Beteiligung am Griechen-Schuldenschnitt rückt näher
Die EZB hatte 2010 damit begonnen, griechische Staatsanleihen aufzukaufen, um deren zunehmend verfallenden Kurs am sogenannten Sekundärmarkt zu stützen. Dabei hatte sie deutlich weniger bezahlt als den ursprünglichen Ausgabekurs. Damit ist die EZB mittlerweile zu einem der größten Einzelgläubiger Athens aufgestiegen. Eine Beteiligung öffentlicher Gläubiger an dem Schuldenschnitt wird diskutiert, weil sich die privaten Gläubiger möglicherweise nicht im erhofften Ausmaß an dem geplanten Anleihentausch beteiligen. Athen verspricht sich von dem Schuldenschnitt eine Reduzierung des Schuldenbergs um 100 Milliarden Euro.
Dem "WSJ" zufolge soll die EZB inzwischen bereit sein, die Griechen-Anleihen zu einem Kurs umzutauschen, der unter dem Nennwert liegt. Faktisch würde das heißen, dass die EZB nicht auf der vollen Rückzahlung der Anleihe am Ende der Laufzeit besteht. Technisch würde das laut "WSJ" so laufen: Die EZB würde die Griechen-Anleihen an den Euro-Rettungsfonds EFSF weiterreichen - und zwar zu einem Kurs, zu dem die Notenbank keinen Verlust verbuchen müsste. Der EFSF seinerseits würde die Anleihen an Athen dann zu einem günstigen Kurs zurückreichen. Der faktische Schuldenerlass zugunsten Griechenlands wäre dann die Differenz zwischen Nennwert und Rückkaufkurs.
EFSF-Vizechef Christophe Frankel sagte am Mittwoch in London, dass der EFSF "wahrscheinlich eine bedeutende Rolle" beim geplanten Schuldenschnitt für Griechenland spielen werde./kf/DP/bgf


