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29.06.2009 10:45

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WSJ: Käufer der Boeing 787 drängen auf Kompensationszahlungen

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   Von Peter Sanders und Daniel Michaels

   THE WALL STREET JOURNAL

CHICAGO (Dow Jones)--Die Kunden des Boeing 787 Dreamliners werden nach dem erneut verschobenen Erstflug der Maschine wohl auf neue Kompensationszahlungen drängen. Zur Debatte stehen Auslieferungstermine, Ratenzahlungen und sogar der endgültige Kaufpreis.

   Am vergangenen Dienstag hatte die Boeing Co den Erstflug der 787 erneut verschoben. Boeing hat bislang keinen neuen Termine für den Erstflug und die Auslieferung der ersten Maschinen genannt. Die Verspätungen bei dem Flugzeug belaufen sich bereits auf rund zwei Jahre.

   Zurzeit liegen die Verhandlungen mit den Airlines über Kompensationszahlungen auf Eis. Boeing wolle anscheinend abwarten, bis neue Auslieferungstermine feststünden, sagte ein Boeing-Kunde. Boeing hat wegen der wiederholten Verzögerungen beim Dreamliner bereits Millionen an Strafzahlungen leisten müssen.

   Einige Fluggesellschaften verlieren allmählich die Geduld. Vor zwei Wochen hatte Qatar Airways der Boeing Co damit gedroht, Airbus zum exklusiven Flugzeuglieferanten zu machen und die Aufträge für die Boeing 787 bzw Boeing 777 zurückziehen. Der Grund für einen möglichen Rückzug seien die zahlreichen Verzögerungen bei beiden Projekten. "Boeing realisiert nicht, wie sehr es die Pläne seiner Kunden stört. Das Unternehmen irrt gewaltig, wenn es glaubt, dass wir ihr viel mehr Zeit geben", hatte Qatar-Airways-CEO Akbar Al Baker vor zwei Wochen auf der Pariser Luftfahrtmesse in Le Bourget zu Dow Jones Newswires gesagt.

   Virgin Atlantic hatte vergangene Woche bei Airbus zehn Maschinen des Typs A330-300 bestellt, die ab 2011 verfügbar sind. Damit reagierte die britische Fluglinie auf die Verzögerungen beim Dreamliner. "Wir waren nicht darauf vorbereitet, sechs Jahre lang keine neuen Flugzeuge zu erhalten", sagte Virgin-Sprecher Paul Charles. Die Fluggesellschaft spreche weiterhin mit Boeing über Kompensationszahlungen.

   Bislang hat Boeing nur wenige Stornierungen erhalten. Mit über 850 bestellten Maschinen ist das Orderbuch für die 787 weiterhin gut gefüllt. Vergangene Woche hatte die australische Fluglinie Qantas Airways Ltd jedoch Aufträge für insgesamt 30 Boeing 787 "Dreamliner" storniert und verschoben. Die Airline begründete den Schritt mit dem gegenwärtig schlechten Geschäftsumfeld. Storniert wurde der Auftrag über 15 Boeing 787-9, die zwischen 2014 und 2015 ausgeliefert werden sollten.

   Angesichts der großen Verzögerungen seien kleinere Stornierungen nicht unbedingt schlecht, sagte Peter Barlow, Luftfahrtsanwalt bei Smith, Gambrell & Russell LLP. Dadurch habe Boeing etwas mehr Möglichkeiten, die Verzögerungen bei Lieferungen an andere Kunden gering zu halten. "Die Kaufverträge sind gewöhnlich so formuliert, dass ein cleverer Kunde im Falle von Lieferverzögerungen tägliche Strafzahlungen kassiert und diese können sich auf einen sehr hohen Betrag belaufen", sagte Barlow.

   Der Listenpreis für die Boeing 787 beträgt 178 Mio USD, doch sind Rabatte gang und gäbe. Darüber hinaus zahlen die Kunden laut Barlow bei der Auslieferung selten den Preis, der bei der Bestellung Jahre zuvor vereinbart wurde. Normalerweise entrichten Kunden alle sechs Monate "Vor-Auslieferungszahlungen", die rund 18 Monate vor der geplanten Auslieferungen beginnen und sich auf rund 30% des Kaufpreises belaufen.

Webseite: http://www.boeing.com http://www.airbus.com http://www.qantas.com.au http://www.qatarairways.com http://www.virgin-atlantic.com

-Von Peter Sanders und Daniel Michaels, The Wall Street Journal; (Susan Carey und Stefania Bianchi haben zu diesem Bericht beigetragen) +49 (0) 69 29725-104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/has/brb Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de (END) Dow Jones Newswires

   June 29, 2009 04:13 ET (08:13 GMT)

   Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 13 AM EDT 06-29-09

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