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31.05.2011 08:12

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WSJ: Zahl der Kritiker an AT&T-Übernahme von T-Mobile wächst

AT&T zu myNews hinzufügen Was ist das?


   NEW YORK (Dow Jones)--Gegen die geplante Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T regt sich zunehmend Widerstand. Unter Wettbewerbern, staatlichen Regulierern und in der Politik mehren sich kritische Stimmen gegen das 39 Mrd USD schwere Vorhaben, bei dem die Nummer zwei der Mobilfunkbranche die Nummer vier schlucken würde. Der Wettbewerb könnte leiden, so dass am Ende die Verbraucher höhere Preise zu zahlen hätten, lautet überwiegend die Befürchtung.

   Experten können sich mittlerweile vorstellen, dass die Stimmung kippt: Anfangs habe AT&T die öffentliche Debatte gut im Griff gehabt, sagt etwa Analystin Rebecca Arbogast von Stifel Nicholas. Inzwischen gebe es doch Etliche, die sagten: "Moment, ist das wirklich die Marktstruktur, die wir in den USA haben wollen?" Das Gefühl der "Zwangsläufigkeit" bei der Übernahme sei verflogen, sagt auch Craig Moffett, Analyst bei Sanford C. Bernstein. Er sieht die Chancen für die Genehmigung mittlerweile bei 65%.

   Bis Dienstag können Betroffene noch formal ihre Bedenken oder Unterstützung bei der Federal Communications Commission (FCC) anmelden, die neben dem Justizministerium über die Genehmigung entscheiden muss. Die meisten kleineren Wettbewerber von AT&T haben sich bereits kritisch geäußert.

   Sprint Nextel, die Nummer drei in der Branche, gehörte von Anfang an zu den lautesten Opponenten. Inzwischen zählt auch der CEO von Leap Wireless International zu den Gegnern. Doug Hutcheson nannte das Vorhaben unlängst "nicht im öffentlichen Interesse", weil es zu einer übermäßigen Konzentration bei den Mobilfunkfrequenzen führe.

   AT&T hat ausgerechnet Leap - einen erheblich kleineren Niedrigpreisanbieter - immer als Beispiel dafür angeführt, wie stark der Wettbewerb in der Mobilfunkbranche noch sei. Neben Leap hat auch MetroPCS Communications davor gewarnt, dass mit dem Kauf von T-Mobile USA zuviel Spektrum in eine Hand komme.

   Von politischer Seite droht ebenfalls Ungemach: Die Regulierer von Kalifornien und Louisiana haben entschieden, eigene Marktuntersuchungen anzustellen und dies nicht allein den Bundesbehörden zu überlassen. Nur eine Handvoll der US-Bundesstaaten hat sich dieses Recht gesichert. Der Chef der zuständigen Aufsicht in Louisiana, Eric Skrmetta, fürchtet um den Wettbewerb und höhere Preise für Mobilfunkkonsumenten. Profitieren könnten allerdings Kunden in ländlichen Gebieten, wo der Mobilfunkempfang eher schwach ist.

   Auch in Washington wächst die Zahl der Kritiker. Bei einer Anhörung vor dem Repräsentantenhaus am vergangenen Donnerstag hatten erstmals auch Republikaner Fragen zu künftigen Preisen und dem Wettbewerb. Bislang war derartige Kritik nur von Demokraten geäußert worden.

   Sollte sich das Justizministerium trotz wahrscheinlicher Zugeständnisse von AT&T gegen eine Genehmigung des Deals entscheiden, müsste vor allem die Frage geklärt sein, ob die Präsenz von T-Mobile USA gegenwärtig sicherstellt, dass AT&T ihre Preise nicht erhöhen kann und ob sich dies ändern würde, wenn AT&T T-Mobile USA übernähme.

   Um dies im Sinne von AT&T zu beantworten, werden Vertreter des Konzerns auf das Ergebnis einer Prüfung von tausenden Mobilfunkrechnungen der beiden Fusionskandidaten hinweisen. Hauptargument: AT&T und T-Mobile-USA zielen auf sehr unterschiedliche Kundengruppen. Während AT&T mit Angeboten wie dem iPhone eher jene Nutzer anspricht, die höhere Preise zu zahlen bereit sind, konzentriert sich die Telekom-Tochter auf jene Kunden, die vor allem günstige Handys und Tarife haben wollen.

   Zunächst muss AT&T aber einen 78-seitigen Fragenkatalog abarbeiten, den die Telekomaufsicht FCC dem Großkonzern am Freitag zugesandt hat. Darin geht es um Aspekte der Preisfestsetzung, Frequenzspektren und mögliche Alternativen, mit denen AT&T ihre Kapazitätsengpässe auch lösen könnte. Denn die bessere Versorgung in ländlichen Gebieten und großen Städten gehört zu den Hauptargumenten, mit denen AT&T seit Wochen für ihr Milliardenvorhaben wirbt.

Von Shayndi Raice und Thomas Catan, The Wall Street Journal; +49 (0)69 - 29725 111, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/rio/bam (END) Dow Jones Newswires

   May 31, 2011 01:42 ET (05:42 GMT)

   Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 42 AM EDT 05-31-11

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