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10.01.2012 06:00

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US-Präsidentschaftswahl - wen die Wirtschaft favorisiert

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Barack Obama: Wird er die Wahl erneut für sich entscheiden können?
Wird das Wahljahr zum Zahljahr? Oder flüchten die Anleger aus amerikanischen Investments? Eine Analyse der Kandidaten.

Es wird eng, aber es wird reichen. Barack Obama gewinnt die US-Präsidentschaftswahl im November mit 52 Prozent der Stimmen. Egal, wer als Gegenkandidat antritt.

Ausgerechnet hat das Ray C. Fair, Ökonom an der renommierten Universität Yale. Er hat den Ausgang amerikanischer Präsidentschaftswahlen bislang mit bemerkenswerter Treffsicherheit vorausgesagt. Seit 1980 lag Fair nur einmal falsch.

Basis seiner Theorie ist die Annahme, dass die wirtschaftliche Lage und der Trend der wirtschaftlichen Entwicklung ausschlaggebend sind für den Wahlausgang. Obama kommen zuletzt verbesserte Konjunkturdaten entgegen. Auch die Verlängerung von Steuererleichterungen und Arbeitslosenunterstützung verbessern die Chancen, dass Obama vier weitere Jahre die größte Volkswirtschaft der Welt regieren darf.

Die Prognose des Yale-Ökonomen gilt bislang allerdings nur unter dem Vorbehalt, dass sich die Lage nicht nachhaltig verschlechtern wird. Eine Eskalation der europäischen Schuldenkrise etwa würde Obamas Aussichten deutlich trüben. Volkswirte sehen als größte Gefahr für den Präsidenten die Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote liegt noch immer bei über acht Prozent, ein für amerikanische Verhältnisse extrem hoher Wert. Nur ein Präsident seit dem Zweiten Weltkrieg wurde bei einer ähnlich trüben Jobbilanz im Amt bestätigt — Ronald Reagan. Am Wahltag 1984 lag die Quote bei 7,2 Prozent.

An der Wall Street müsste der Präsident eigentlich sehr populär sein. Gleich nach seinem Amtsantritt hatte Obama die im Strudel der Lehman-Krise um ihre Existenz kämpfenden Banken durch massive Staatshilfen vor dem Zusammenbruch gerettet. Doch das ist lange her. Auch die positive Kursentwicklung der Aktienmärkte — der Dow Jones Industrial hat seit Obamas Wahlsieg fast 30 Prozent an Wert gewonnen — löst heute keinen Jubel mehr aus. Durch scharfe Attacken gegen Banker („Fat Cats“) und verschärfte Regulierungen hat der Präsident an der Wall Street inzwischen viele Sympathien verloren.

Neuer Liebling der US-Finanzszene ist Mitt Romney. Er wird wahrscheinlich Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Laut einer Umfrage des Finanzdienstes Bloomberg vom Dezember bevorzugen im direkten Vergleich 65 Prozent der US-Investmentprofis Romney als Präsidenten, nur 24 Prozent Obama.

Der Liebling der Wall Street
Für Romney spricht aus Sicht der Wall Street seine Vergangenheit als Chef der Investmentfirma Bain Capital. Republikaner gelten zudem generell als der Wirtschaft wohlgesonnen: „Sollte Obama wiedergewählt werden, steuern die USA auf höhere Abgaben für Wohlhabende und eine verschärfte Regulierung der Wirtschaft zu“, glauben die Strategen der UBS-Bank. Ein Sieg der Republikaner hingegen werde dazu führen, dass die Regierung Steuererhöhungen so weit wie möglich vermeiden und Regulierungen, vor allem im Gesundheits- und Finanzsektor, lockern werde.


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Aus Aktionärssicht die spannendste Entwicklung sieht die UBS mit Blick auf den Wahltag bei Unternehmen aus dem Gesundheitssektor: Sollte der Herausforderer gewinnen, wären Korrekturen der bei der Opposition verhassten Gesundheitsreform wahrscheinlich. Von Steuersenkungen, zentrales Wahlkampf­thema der Republikaner, würden am stärksten Unternehmen mit hohen Steuersätzen profitieren — nach Berechnung der UBS vor allem Titel aus den Sektoren Konsum und Energie. Die Citigroup sieht — ganz nach den klassischen Klischees — Aktien von Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien als Oba­ma-Profiteure, Verteidigung und Energie als Nutznießer eines repu­bli­kanischen Wahlsiegs.

Anleger sollten allerdings den Einfluss des politischen Großereignisses auf einzelne Aktien nicht überschätzen. So wurden vor der Wahl 2008 Solarwerte als „Obama-Aktien“ gefeiert. In der Realität gehört die Branche durch die harte Konkurrenz aus Asien zu den großen Verlierern. „Die Erfahrung zeigt, dass der Trend an den Aktienmärkten auch in einem Wahljahr von der fundamentalen wirtschaftlichen Entwicklung abhängt, nicht von Wahlergebnissen“, mahnt Oliver Pfeil von der Fondsgesellschaft DWS.

Viel wichtiger als das Parteibuch des Präsidenten dürfte ein ganz ­anderer Punkt sein: die Funktionsfähigkeit des politischen Systems der USA. Der Präsident ist laut Verfassung zwar deutlich mächtiger als ein deutscher Bundeskanzler, ohne Mehrheit im Kongress aber kann er in der Wirtschaftspolitik wenig Impulse setzen. Obamas Demokraten halten gegenwärtig im Senat eine Mehrheit, das Repräsentantenhaus aber wird von den Republikanern beherrscht. Wie massiv die ideologischen Gegensätze der beiden Lager sind, zeigte sich im vergangenen Sommer, als die USA nur wenige Stunden an der Zahlungsunfähigkeit vorbeischrammten, weil sich die beiden Lager nur widerwillig auf einen Notkompromiss einigen konnten.

Parallel zum Präsidenten werden im November auch das komplette Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt — eine gravierende Verschiebung der Machtverhältnisse ist laut aktuellen Umfragen dabei nicht zu erwarten.

„Die entscheidende Frage für die Wirtschaft wird sein, ob es in Washington nach den Wahlen im November eine konstruktive Mehrheit für eine Stabilisierung der Staats­finanzen geben wird“, sagt Patrick Franke, US-Volkswirt bei Helaba Trust. Eine Fortsetzung der gegenseitigen Blockade würde dramatische Konsequenzen haben — für Aktionäre und Besitzer amerikanischer Staatsanleihen.

Die Citigroup verweist darauf, dass die Staatsausgaben ab 2013 massiv ansteigen werden. Zugleich laufen Steuersenkungsprogramme aus, die der Kongress unter Präsident George W. Bush verabschiedet und unter Obama verlängert hatte. Dabei geht es um die gigantische Summe von 240 Milliarden Dollar. Sollten diese Steuerentlastungen komplett wegfallen, „würde das die USA 2013 mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine Rezession stürzen“, warnt Volkswirt Franke.

Die Citigroup erwartet, dass es so schlimm nicht kommen wird, da sich die beiden Lager nach den Wahlen im November den Realitäten stellen müssen: „Viele Demokraten wissen, dass Ausgabenprogramme des Staates Grenzen haben. Und viele Republikaner sind bereit zu einer Steuerreform.“ Ein so großer Kompromiss wäre das wichtigste Signal an die Aktienmärkte. Egal, wer dann das Weiße Haus bewohnt.

Investor-Info

Union Pacific
Mit Volldampf aus der Krise
Amerikas größter Eisenbahnbetreiber profitiert von der sich verbessernden Konjunkturlage im Heimatland. Bei Schwer- und Langstreckentransporten ist der Weg über die Schiene deutlich kostengünstiger als mit Trucks. Union Pacific sollte auch von staatlichen Konjunkturprogrammen nach der Wahl profitieren. Basisinvestment für US-Portfolios.

Colgate-Palmolive
Solides Wachstum
Die Fronten im Kongress sind verhärtet, Kompromisse zwischen Republikanern und Demokraten kaum möglich. Die Aussicht auf ein Patt auch nach den Wahlen wäre für die Finanzmärkte Horror. Der Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive ist dank starker Marken relativ krisensicher und expandiert offensiv in Schwellenländer. Die Aktie ist als defen­sives Investment langfristig attraktiv.

US-Fonds
Breit investieren
Konjunkturprognosen und Eurokrise sprechen dafür, dass sich US-Indizes weiter besser entwickeln als europäische. Überdurchschnittlich gut entwickelt hat sich der Vontobel US Value Equities mit der €uro-FondsNote 1 (ISIN: LU0035765741), der auf Klassiker wie Coca-Cola und Walmart setzt. Kostengünstiger sind börsennotierte Indexfonds. Der Lyxor ETF DJ Industrial Average (FR0007056841) bildet die 30 Werte des Dow Jones nach.

Bildquellen: The White House

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Kommentare zu diesem Artikel

Krampfpopo schrieb:
Wertung: 1/5

10.01.2012 12:42:41

Das ganze wird -eine Analyse der Kandidaten- genannt, aber der einizge der neben Obama vorgestellt wird ist Romney. Ganz schwacher Artikel.

Sie sollten sich mal mit Ron Paul beschäftigen. Der Kandidat der von den Medien enorm gemieden wird weil er für freie Märkte steht.

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