New York (aktiencheck.de AG) - Nach der fulminanten Vortagesrallye sind die US-amerikanischen Börsen mit kräftigen Abschlägen in die Sitzung gestartet. Belastet von schwachen Konjunkturdaten und enttäuschenden Unternehmensmeldungen verliert der
Dow Jones kurz nach der Eröffnungsglocke 1,92 Prozent auf 8.070,24 Indexpunkte. Der
Nasdaq Composite fällt um 2,75 Prozent zurück auf 1.465,61 Zähler. Für den S&P 500 geht es um 2,17 Prozent nach unten auf 822,00 Punkte.
Laut Angaben des Handelsministeriums wurden im Dezember sowohl bei den Baugenehmigungen wie auch bei den Wohnbaubeginnen Rekordtiefstände erreicht und die Erwartungen der Volkswirte verfehlt. Wie das Arbeitsministerium bekannt gab, hat sich auch die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche massiv verschlechtert. So kletterte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 62.000 auf 589.000, während Volkswirte im Vorfeld lediglich eine Zunahme auf 548.000 prognostiziert hatten.
Bei Microsoft schlägt ein sattes Minus von über 7 Prozent zu Buche. Der Software-Gigant hat im vergangenen Quartal einen überraschend deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen müssen. Außerdem blieb die Umsatzentwicklung hinter den Schätzungen zurück. Zugleich wurde der Abbau von bis zu 5.000 Stellen angekündigt. Dagegen gewinnt die Aktie von Apple im frühen Handel gegen den Trend gut 6 Prozent. Der Technologiekonzern hat am Vorabend die Zahlen zum ersten Fiskalquartal bekannt gegeben. Dabei hat Apple erneut einen unerwartet kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen können. Ein noch deutlicheres Kursplus der Apple-Aktie dürfte der unter den Erwartungen liegende Ausblick verhindern.
Anteilsscheine von eBay brechen um rund 12 Prozent ein. Das Internet-Auktionshaus musste im letzten Vierteljahr einen Umsatzrückgang um 7 Prozent hinnehmen. Der Gewinn knickte um 31 Prozent ein. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen dennoch übertroffen. Der Ausblick konnte allerdings wenig überzeugen. Papiere des Chip-Herstellers Intel, der vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise seine Kapazitäten anpassen und bis zu 6.000 Arbeitsplätze abbauen wird, geben rund 3,5 Prozent ab.
Der Rüstungskonzern Lockheed Martin konnte im vierten Quartal bei höheren Umsatzerlösen einen unerwartet deutlichen Gewinnanstieg verbuchen. Gleichzeitig wurden für das Fiskaljahr 2009 die konzerneigenen Prognosen nach unten angepasst. Der Titel hält sich mit einem Abschlag von 0,6 Prozent aber recht wacker. Deutlich härter trifft es die Aktie des angeschlagenen Autobauers General Motors (-8,9 Prozent). Der Konzern gab am Vorabend bekannt, dass er die zweite Tranche seiner zugesagten Staatshilfen von der US-Regierung erhalten hat. Ford fallen um 3,4 Prozent zurück.
Daneben stehen Finanzwerte einmal mehr unter Druck. Unter anderem geht es für Titel der Bank of America um 6 Prozent in die Tiefe. Anteile der Citigroup geben 6,5 Prozent ab.
Unternehmensmeldungen:
Der US-Softwarekonzern Microsoft Corp. hat heute die Märkte mit einem Gewinnrückgang für das zweite Quartal und einem Stellenabbau geschockt. Wie der weltweit führende Software-Konzern erklärte, stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 2 Prozent. Beim Nettoergebnis wurde ein unerwartet deutlicher Rückgang verbucht. Im Anschluss kündigte Microsoft außerdem für die kommenden 18 Monate die Streichung von insgesamt 5.000 Stellen an, wovon vor allem die Sparten Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb, Finanzen, Recht, Human Resources und IT betroffen sein werden. Angesichts der weiterhin schwierigen konjunkturellen Gesamtsituation gab Microsoft auch keinen Ausblick auf das Gesamtjahr.
Die Apple Inc. (ISIN US0378331005/ WKN 865985) gab am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen zum ersten Fiskalquartal bekannt. Der Hersteller von Unterhaltungselektronik konnte dabei erneut einen unerwartet kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen. Für das laufende zweite Fiskalquartal prognostiziert Apple ein EPS von 0,90 bis 1,00 Dollar bei Umsätzen von 7,6 bis 8,0 Mrd. Dollar. Dagegen erwarten Analysten ein EPS von 1,13 Dollar bei Umsätzen von 8,2 Mrd. Dollar.
Die amerikanische eBay Inc. (ISIN US2786421030/ WKN 916529) hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt. Dabei musste das Internet-Auktionshaus einen Umsatzrückgang um 7 Prozent hinnehmen. Der Gewinn wiederum ging um 31 Prozent zurück, womit dennoch die Erwartungen übertroffen werden konnten. Dagegen konnte der Ausblick auf das laufende Quartal nicht überzeugen. Für das laufende Quartal stellt eBay einen Umsatz von 1,8 bis 2,05 Mrd. Dollar und ein bereinigtes EPS von 32 bis 34 Cents in Aussicht. Dagegen erwarten die Analysten Umsatzerlöse von 2,10 Mrd. Dollar sowie einen durchschnittlichen Gewinn von 40 Cents je Aktie.
Der amerikanische Chip-Hersteller Intel Corp. (ISIN US4581401001/ WKN 855681) meldete am späten Mittwoch, dass er Werke schließen und bis zu 6.000 Arbeitsplätze abbauen wird, um vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise seine Produktionsaktivitäten zu restrukturieren und seine Kapazitäten anzupassen. Die Kürzungen sollen bis Ende 2009 abgeschlossen sein, hieß es.
Der angeschlagene US-Automobilkonzern General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) gab am späten Mittwoch bekannt, dass er eine zweite Tranche seiner zugesagten Staatshilfen in Höhe von 5,4 Mrd. Dollar von der US-Regierung erhalten hat. Insgesamt wurden dem Konzern, der gestern einen deutlichen Absatzrückgang im vierten Quartal gemeldet hat, vom US-Finanzministerium 13,4 Mrd. Dollar zugesagt.
Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin Corp. (ISIN US5398301094/ WKN 894648) verbuchte im vierten Quartal bei höheren Umsatzerlösen einen unerwartet deutlichen Gewinnanstieg. CEO Bob Stevens verwies in Zusammenhang mit der deutlichen Ergebnisverbesserung auf die starke operative Entwicklung in allen Kerngeschäftsbereichen. Für das Fiskaljahr 2009 wurden im Anschluss die konzerneigenen Prognosen angepasst. Beim Ergebnis je Aktie erwartet der Konzern einen Gewinn im Bereich von 7,05 bis 7,25 Dollar, nachdem man zuvor noch ein EPS von 7,65 bis 7,90 Dollar in Aussicht gestellt hatte. Marktbeobachter gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 7,83 Dollar aus.
Die UnitedHealth Group Inc. (ISIN US91324P1021/ WKN 869561), einer der größten Krankenversicherer in den USA, gab heute bekannt, dass ihr Gewinn im vierten Quartal um 40 Prozent gesunken ist, was zum Teil auf eine Sonderbelastung aus der Beilegung eines Rechtsstreits zurückzuführen ist. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen jedoch erfüllt. Der Umsatz erreichte lag leicht über den Erwartungen.
Die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines Co. (ISIN US8447411088/ WKN 862837) meldete heute, dass sie im vierten Quartal einen Verlust verbuchen musste, was mit der schwachen US-Wirtschaft und höheren Treibstoffkosten zusammenhängt. Zudem wurden die geplanten Flugzeugbestellungen revidiert. Vor Einmaleffekten wurde ein überraschend hoher Gewinn erzielt. Der operative Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahr um 9,7 Prozent. (22.01.2009/ac/n/m)