New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street knüpft am Mittwochmorgen nahtlos an die deutlichen Vortagesverluste an. Während die Finanzkrise etwas in den Hintergrund gerückt ist, schüren durchwachsene Unternehmensergebnisse Sorgen vor einer tiefgreifenden Rezession. Der
Dow Jones knickt kurz nach der Eröffnungsglocke um 3,35 Prozent ein und notiert bei 8.730,84 Punkten. Der S&P 500 verliert daneben 3,58 Prozent auf 920,90 Zähler. Beim
Nasdaq Composite ist ein Minus von 1,89 Prozent auf 1.664,64 Punkte auszumachen.
Der Telekommunikationskonzern AT&T hat mit dem vorgelegten Zahlenwerk enttäuscht. Der Gewinn konnte im dritten Quartal zwar um 5,5 Prozent gesteigert werden, Analysten hatten im Vorfeld aber mehr erwartet. Die Aktie verliert daraufhin über 5 Prozent. Bei Papieren von McDonald?s halten sich die Minuszeichen in Grenzen. Die Schnellrestaurantkette hat im abgelaufenen Quartal dank starker Umsatzzuwächse einen Ergebnisanstieg eingefahren und die Prognosen des Marktes in den Schatten gestellt.
Für Merck geht es um 3 Prozent nach unten, obwohl der Pharmakonzern im dritten Quartal ohne die Berücksichtigung von Einmalbelastungen mehr als von Analysten geschätzt verdient hat. Im Anschluss kündigte der Konzern weitere Personalkürzungen an. Der Flugzeughersteller Boeing litt im letzten Vierteljahr unter den Auswirkungen des Mechanikerstreiks und hat deswegen unerwartet schlecht abgeschnitten. Der Titel fällt aktuell um knapp 4 Prozent zurück.
Im Finanzsektor richten sich die Blicke auf Wachovia. Die Bankgesellschaft hat im dritten Quartal angesichts drastischer Goodwill-Abschreibungen und hoher Rückstellungen für Kreditausfälle einen Verlust von fast 24 Mrd. Dollar erwirtschaftet und die Erwartungen verfehlt. Dennoch hält sich der Wert mit -1,6 Prozent recht wacker.
Im Technologiesegment stechen Apple mit einem satten Aufschlag von rund 9 Prozent ins Auge. Der Unterhaltungselektronik-Konzern konnte im letzten Quartal erneut einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen. Während der Umsatz jedoch enttäuscht hat, fiel das Ergebnis unerwartet hoch aus. Yahoo legen gut 3 Prozent zu. Der Internet-Konzern hat im vergangenen Vierteljahr einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen müssen. Bereinigt um Einmaleffekte traf der Konzern allerdings die Erwartungen.
Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung gab heute bekannt, auf die Übernahme des Speicherchip-Herstellers SanDisk zu verzichten. Die Meldung kommt erwartungsgemäß nicht gut an bei den Anlegern. Die SanDisk-Aktie bricht um fast 30 Prozent ein.
Unternehmensmeldungen:
Der amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T Inc. meldete heute, dass sein Gewinn im dritten Quartal um 5,5 Prozent gestiegen ist, die Erwartungen jedoch verfehlt wurden. Der Umsatz erhöhte sich um 4 Prozent.
Die amerikanische Schnellrestaurantkette McDonald?s Corp. (ISIN US5801351017/ WKN 856958) verzeichnete im dritten Quartal dank starker Umsatzzuwächse einen Ergebnisanstieg. Die vergleichbaren Filialumsätze bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 7,1 Prozent. Dabei konnte das Ergebnis deutlich stärker verbessert werden als im Vorfeld erwartet.
Der US-Pharmakonzern Merck & Co. Inc. (ISIN US5893311077/ WKN 851719) musste im dritten Quartal aufgrund von restrukturierungsbedingten Einmaleffekten einen Gewinnrückgang ausweisen. Ohne die Berücksichtigung von Einmalbelastungen aus Restrukturierungen wurden die Schätzungen der Analysten knapp geschlagen. Beim Gesamtumsatz wurde ein leichter Rückgang ausgewiesen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet der Konzern ein um Einmaleffekte bereinigtes EPS von 3,28 bis 3,32 Dollar. Analysten gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 3,28 Dollar. Im Anschluss kündigte der Konzern weitere Personalkürzungen an und will dadurch im Zeitraum von 2008 bis 2013 insgesamt Einsparungen im Bereich von 3,8 bis 4,2 Mrd. Dollar erzielen. In diesem Zusammenhang erwartet Merck Einmalbelastungen in Höhe von 1,6 bis 2,0 Mrd. Dollar vor Steuern. Insgesamt sollen dabei insgesamt 7.200 Stellen gestrichen werden.
Der US-Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) gab heute bekannt, dass sein Gewinn im dritten Quartal um unerwartet deutlich 38 Prozent gesunken ist, was mit den Auswirkungen des Mechanikerstreiks zusammenhängt. Der Umsatz verringerte sich um 7 Prozent.
Die Wachovia Corp. (ISIN US9299031024/ WKN 868326), die viertgrößte Bankgesellschaft in den USA, meldete heute, dass sie im dritten Quartal einen Verlust von fast 24 Mrd. Dollar erwirtschaftet hat, was auf drastische Goodwill-Abschreibungen und hohe Rückstellungen für Kreditausfälle zurückzuführen ist. Auch vor Einmaleffekten wurde ein deutlicher Verlust ausgewiesen. Analysten waren im Vorfeld von einem leicht positiven EPS-Ergebnis ausgegangen. Wie das Kreditinstitut weiter mitteilte, kann die geplante Akquisition durch die Wells Fargo & Co. (ISIN US9497461015/ WKN 857949) voraussichtlich im vierten Quartal abgeschlossen werden.
Die Apple Inc. (ISIN US0378331005/ WKN 865985) gab am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum vierten Fiskalquartal bekannt. Der US-Hersteller von Unterhaltungselektronik konnte dabei erneut einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielen. Während man beim Gewinn überraschte, fiel der Umsatzanstieg unter den Erwartungen aus. Für das derzeit laufende erste Fiskalquartal prognostiziert Apple ein EPS von 1,06 bis 1,35 Dollar bei Umsätzen von 9 bis 10 Mrd. Dollar. Dagegen erwarten Analysten ein EPS von 1,65 Dollar bei Umsätzen von 10,57 Mrd. Dollar.
Die Yahoo! Inc. (ISIN US9843321061/ WKN 900103) hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal 2008 veröffentlicht. Wie der US-Internetkonzern erklärte, stieg der Umsatz geringer als erwartet. Der Nettogewinn sank dabei deutlich. Bereinigt um Einmaleffekte traf Yahoo die Erwartungen.
Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics Co. Ltd. (ISIN US7960502018/ WKN 881823) verzichtet auf die Übernahme des amerikanischen Speicherchip-Herstellers SanDisk Corp. (ISIN US80004C1018/ WKN 897826). Unternehmensangaben von heute zufolge will man aufgrund der schlechten Geschäftsaussichten von SanDisk von der rund 5,85 Mrd. Dollar schweren Transaktion absehen. Der US-Konkurrent musste am Montag einen unerwartet hohen Verlust ausweisen. Samsung hat in seiner Offerte Mitte September 26 Dollar in bar je SanDisk-Aktie geboten, dieses Angebot wurde jedoch als zu niedrig zurückgewiesen. (22.10.2008/ac/n/m)