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12.12.2008 15:55

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Wall Street: Deutlich schwächer nach gescheitertem Notpaket für Autobauer, GM und Ford brechen ein

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New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem die amerikanischen Börsen gestern mit Abschlägen geschlossen hatten, weisen sie zu Handelsbeginn am Freitag vor dem Hintergrund des gescheiterten Rettungspakets für die US-Autohersteller und angesichts schwacher Konjunkturdaten deutlich rote Vorzeichen auf. Der Dow Jones Industrial Average verliert - nach äußerst negativen Vorgaben aus Tokio (Nikkei 225: -5,5 Prozent) - kurz nach Handelsstart 1,87 Prozent auf 8.405,31 Zähler. Der S&P 500 sinkt um 1,77 Prozent auf 858,11 Zähler. Der Nasdaq Composite wiederum gibt um 1,13 Prozent auf 1.490,82 Punkte ab.

Auf der Unternehmensseite steht heute das Rettungspaket für die krisengeschüttelten US-Autobauer im Fokus, das gestern im US-Senat keine Mehrheit gefunden hat. Der kurz zuvor von Demokraten und Republikaner ausgehandelte Kompromissentwurf scheiterte, weil die Republikaner Lohnkürzungen bei den Automobilkonzernen Ford, General Motors und Chrysler forderten, denen die Gewerkschaft jedoch ihre Zustimmung verweigerte. Das US-Repräsentantenhaus hatte bereits zuvor die Finanzhilfen in Höhe von rund 14 Mrd. Dollar für die Automobilkonzerne gebilligt. GM brechen derzeit 35 Prozent ein, während Ford 25 Prozent abgeben müssen. Wie die Bank of America gestern mitteilte, will sie im Zusammenhang mit der laufenden Übernahme von Merrill Lynch und dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld bis zu 35.000 Stellen abbauen. Die Aktie verliert aktuell 6 Prozent. Ebenfalls gestern hat United Technologies seine Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt, während für 2009 ein verhaltener Ausblick gegeben wurde. Der Titel des Mischkonzerns verbilligt sich zurzeit um 2 Prozent. Der Automobilzulieferer BorgWarner (-14 Prozent) hat am Donnerstagabend seine Prognose nach unten revidiert. Schlechte Nachrichten verbreiten heute auch Lear (-20 Prozent) und Fairchild Semiconductor (-1 Prozent). Demnach hat der Automobilzulieferer seine Prognose für 2008 zurückgezogen, während der Halbleiterhersteller die Umsatzplanung für das vierte Quartal gesenkt hat und zudem rund 1.100 Stellen streichen will.

Auf der Konjunkturseite hat sich der Einzelhandelsumsatz in den USA im November weiter verringert, wie das US-Handelsministerium heute mitteilte. Auf Monatssicht schrumpften die Umsatzerlöse um 1,8 Prozent, während sie im Oktober noch um 2,9 Prozent gefallen waren. Volkswirte hatten einen Umsatzrückgang um 2,0 Prozent prognostiziert. Bereinigt um die schwankungsintensiven Umsätze der Automobilbranche sanken die Umsätze gegenüber dem Vormonat um 1,6 Prozent. Experten waren von einer Abnahme um 1,8 Prozent ausgegangen, nach einem Minus von 2,4 Prozent im Oktober. Wie das US-Arbeitsministerium heute bekannt gab, haben sich die amerikanischen Erzeugerpreise im November erneut reduziert. Binnen Monatsfrist schrumpften die Preise um 2,2 Prozent. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Nahrungsmittel- und Energiepreise legten die Preise in der Kernrate hingegen leicht um 0,1 Prozent zu. Volkswirte hatten im Vorfeld ein Minus von 2,0 bzw. ein Plus 0,1 Prozent prognostiziert. Im Oktober 2008 waren die Erzeugerpreise im Vormonatsvergleich um 2,8 Prozent gesunken. Für die Kernrate war im Oktober eine Preissteigerung von 0,4 Prozent ermittelt worden. Der Ölpreis bricht aktuell ein und verliert mehr als 4 Dollar. Damit notiert er wieder unter der Marke von 44 Dollar pro Barrel. Für weitere Impulse könnten die Verbraucherstimmung der Uni Michigan sowie die Lagerbestände sorgen, die in Kürze veröffentlicht werden.

Unternehmensmeldungen:

GM Europe, die europäische Sparte des angeschlagenen US-Automobilkonzerns General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000), zeigte sich am heutigen Freitag enttäuscht über das Scheitern des Notpakets für die US-Autoindustrie. Den Angaben von GM Europe zufolge läuft das Geschäft nun trotzdem normal weiter.

Die Bank of America Corp. gab am Donnerstag bekannt, dass sie beabsichtigt, im Zusammenhang mit der laufenden Übernahme der Merrill Lynch & Co. Inc. (ISIN US5901881087/ WKN 852935) und dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld eine signifikante Zahl von Arbeitsplätzen abzubauen. Den Angaben zufolge sollen in den nächsten drei Jahren schätzungsweise 30.000 bis 35.000 Stellen gestrichen werden.

Der amerikanische Mischkonzern United Technologies Corp. (ISIN US9130171096/ WKN 852759) hat seine Ergebnisprognosen für das laufende Fiskaljahr bestätigt. Für das Geschäftsjahr 2009 gab der Industriekonzern vor dem Hintergrund der sich verschärfenden konjunkturellen Gesamtsituation sowie negativer Wechselkurseffekte allerdings einen verhaltenen Ausblick.

Der amerikanische Automobilzulieferer BorgWarner Inc. (ISIN US0997241064/ WKN 887320) hat am Donnerstagabend vor dem Hintergrund der schwierigen Gesamtsituation in der Automobilindustrie seine Prognose nach unten revidiert.

Der US-Automobilzulieferer Lear Corp. (ISIN US5218651058/ WKN 890485) gab am Freitag bekannt, dass er seine Prognose für das Gesamtjahr 2008 zurückzieht, was mit der anhaltenden Schwäche der weltweiten Automobilnachfrage und den Unsicherheiten in der gesamten Industrie zusammenhängt.

Der amerikanische Halbleiterhersteller Fairchild Semiconductor International Corp. (ISIN US3037261035/ WKN 924930) meldete am Freitag, dass er beabsichtigt, rund 1.100 Stellen bzw. 12 Prozent der Belegschaft abzubauen. Zudem wurde die Umsatzplanung für das vierte Quartal gesenkt. (12.12.2008/ac/n/m)

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