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29.01.2009 16:01

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Wall Street: Deutliche Abschläge nach Arbeitsmarktdaten, Ford meldet erneut Milliardenverlust

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New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem die Wall Street gestern in Zusammenhang mit Spekulationen um die Gründung einer "Bad Bank" deutlich zulegen konnte, haben harte wirtschaftliche Fakten die Anleger auf dem New Yorker Börsenparkett zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Wie das Arbeitsministerium in Washington bekannt gab, hat sich die Arbeitsmarktsituation in der Vorwoche unerwartet verschlechtert. Laut Angaben des Handelsministeriums ist außerdem der Auftragseingang langlebiger Güter im Dezember unerwartet deutlich geschrumpft.

Der Dow Jones hat daraufhin den Rückwärtsgang eingelegt und sackt kurz nach Handelsstart um 1,33 Prozent ab auf 8.263,70 Indexpunkte. Beim Nasdaq Composite ist ein Abschlag von 1,94 Prozent auf 1.528,05 Zähler auszumachen. Gleichzeitig verliert der S&P 500 1,69 Prozent auf 859,30 Punkte.

Der Automobilkonzern Ford ist im abgelaufenen Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Insgesamt häufte der Konzern einen Verlust von fast 6 Mrd. Dollar an. Der Umsatz im Automobilbereich verringerte sich dabei deutlich, während der Verlust aus dem laufenden Geschäft vor Einmaleffekten etwas höher ausfiel als von Analysten befürchtet. Allerdings sieht sich das Unternehmen auf gutem Weg, bis 2011 auf Vorsteuerbasis einen Break-Even zu schaffen bzw. profitabel zu arbeiten. Die Aktie verliert zur Stunde dennoch rund 4 Prozent. Anteilsscheine des Mitbewerbers GM geben daneben 2 Prozent ab.

Bei 3M schlägt indes ein Plus von gut 1 Prozent zu Buche. Der Mischkonzern musste im Schlussquartal infolge sinkender Umsätze in den meisten Geschäftsbereichen ein rückläufiges Ergebnis verbuchen. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten konnten die Schätzungen allerdings geschlagen werden. In Zusammenhang mit dem Spin-Off der internationalen Zigarettensparte Philip Morris International hat der Tabakkonzern Altria im vierten Quartal einen drastischen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen jedoch erfüllt. Der Titel legt daraufhin über 1 Prozent zu. Anteilsscheine von Starbucks tendieren nach Zahlenvorlage ebenfalls fester. Dabei hat die Kaffeehauskette im letzten Vierteljahr deutlich weniger verdient und die Erwartungen auf bereinigter Basis verfehlt. Außerdem hat Starbucks angekündigt, zahlreiche Filialen zu schließen.

Die Aktie der Kreuzfahrtlinie Royal Caribbean, deren Gewinn im vierten Quartal dramatisch eingebrochen ist, rauscht um rund 8 Prozent in die Tiefe. Auch der Fotokonzern Eastman Kodak (-15 Prozent) wurde offenbar voll von der Wirtschafskrise erfasst. Das Unternehmen hat neben hohen Einmalaufwendungen im Schlussquartal vor allem unter der konjunkturell bedingt rückläufigen Nachfrage in allen Geschäftsfeldern zu leiden gehabt und einen hohen Verlust ausgewiesen. In diesem Zusammenhang will man im laufenden Fiskaljahr 3.500 bis 4.500 Stellen streichen.

Dagegen konnte der Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive im letzten Quartal trotz der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Ergebnisanstieg vorweisen. Der Wert legt aktuell rund 4 Prozent zu.

Unternehmensmeldungen:

Der US-Automobilhersteller Ford Motor Co. meldete heute, dass er im vierten Quartal einen Verlust von fast 6 Mrd. Dollar erwirtschaftet hat, was vor allem auf drastische Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Der Verlust aus dem laufenden Geschäft vor Einmaleffekten fiel dabei etwas höher aus als befürchtet. Der Umsatz im Automobilbereich verringerte sich dabei deutlich. Wie der Konzern weiter mitteilte, benötigt er nach wie vor keinen Überbrückungskredit von der US-Regierung. Man sei auf gutem Weg, bis 2011 auf Vorsteuerbasis einen Break-Even zu schaffen bzw. profitabel zu arbeiten.

Der US-Mischkonzern 3M Co. (ISIN US88579Y1010/ WKN 851745) musste im Schlussquartal 2008 infolge sinkender Umsätze in den meisten Geschäftsbereichen ein rückläufiges Ergebnis verbuchen. Wie der Konzern heute erklärte, verringerte sich der Umsatz unerwartet deutlich um 11,2 Prozent. Der Nettogewinn schrumpfte um 37 Prozent. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten konnten die Schätzungen geschlagen werden. Für das Geschäftsjahr 2009 hat der Konzern seine EPS-Prognose gesenkt.

Der US-Tabakkonzern Altria Group Inc. (ISIN US02209S1033/ WKN 200417) gab heute bekannt, dass er im vierten Quartal einen Gewinnrückgang um 69 Prozent ausweisen musste, was mit dem Spin-Off der internationalen Zigarettensparte Philip Morris International Inc. (ISIN US7181721090/ WKN A0NDBJ) zusammenhängt. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen jedoch erfüllt. Der Umsatz nahm um 2,8 Prozent zu. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten EPS-Ergebnis aus dem laufenden Geschäft von 1,70 bis 1,75 Dollar (zuvor: 1,65 Dollar).

Die Eli Lilly and Co. (ISIN US5324571083/ WKN 858560) verbuchte im vierten Quartal 2008 aufgrund der Belastungen aus der ImClone-Übernahme ein negatives Ergebnis. Wie der Pharmakonzern heute erklärte, erhöhten sich die Umsatzerlöse leicht. Der Nettoverlust stellte sich auf rund 3,6 Mrd. Dollar, gegenüber einem Vorjahresgewinn. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn übertraf indes die Erwartungen.

Die amerikanische Starbucks Corp. (ISIN US8552441094/ WKN 884437) hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Fiskalquartal veröffentlicht. Die Kaffeehauskette meldete dabei aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen einen deutlichen Gewinnrückgang. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen dabei verfehlt. In der Folge kündigte Starbucks an, 200 Filialen in den USA und 100 andere Filialen zu schließen.

Der US-Fotokonzern Eastman Kodak Co. (ISIN US2774611097/ WKN 850937) musste im vierten Quartal einen deutlichen Verlust hinnehmen. Wie der Konzern heute erklärte, sank der Umsatz im Berichtszeitraum um 24 Prozent. Neben den hohen Einmalaufwendungen hatte der Konzern im Schlussquartal vor allem unter der konjunkturell bedingt rückläufigen Nachfrage in allen Geschäftsfeldern zu leiden. In Zusammenhang mit den weiterhin trüben Gesamtaussichten kündigte der Konzern die Streichung von insgesamt 3.500 bis 4.500 Stellen für das laufende Fiskaljahr an.

Der US-Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive Co. (ISIN US1941621039/ WKN 850667) konnte im vierten Quartal trotz der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Ergebnisanstieg vorweisen. Beim Gesamtumsatz wurde gegenüber dem Vorjahreswert ein Anstieg von 0,5 Prozent erzielt. Neben der erfolgreichen Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen konnte der Konzern vor allem von höheren Absatzpreisen profitieren.

Die Royal Caribbean Cruises Ltd. (ISIN LR0008862868/ WKN 886286), die weltweit zweitgrößte Kreuzfahrtlinie, meldete heute, dass ihr Gewinn im vierten Quartal um 98 Prozent eingebrochen ist, was mit deutlich gesunkenen Buchungen, höher als erwarteten Treibstoffkosten und negativen Währungseffekten zusammenhängt. Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum um 2 Prozent zu. Für das laufende Quartal sehen Analysten ein EPS von -8 Cents, während Royal Caribbean selbst einen Verlust von 30 bis 35 Cents pro Aktie erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der US-Konzern mit einem EPS-Ergebnis von rund 1,40 Dollar. Analysten sehen hier einen Gewinn von 1,67 Dollar pro Aktie. (29.01.2009/ac/n/m)

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