New York (aktiencheck.de AG) - Auch nach der beispiellosen Aufholjagd am gestrigen Montag sind die US-amerikanischen Marktteilnehmer durchaus positiv gestimmt. Der
Dow Jones klettert aktuell um 2,31 Prozent und notiert bei 9.604,09 Indexpunkten. Der S&P 500 rückt um 2,58 Prozent vor auf 1.029,22 Zähler. Der
Nasdaq Composite gewinnt 0,43 Prozent auf 1.852,11 Punkte. Kurz nach Handelsstart waren allerdings noch deutlichere Gewinne auszumachen.
Finanzwerte stehen dabei abermals im Mittelpunkt. Nach dem Vorbild einiger europäischer Staaten wird sich die US-Regierung an einigen bedeutenden Kreditinstituten des Landes beteiligen, um die Auswirkungen der Finanzkrise besser abfedern zu können. Laut US-Präsident George W. Bush will man sich mit 250 Mrd. Dollar in der Branche einkaufen. Einem Pressebericht zufolge hätten sich einige der Kreditinstitute wenig erfreut über die staatliche Einmischung gezeigt, jedoch habe Finanzminister Henry Paulson in einem Meeting am Montagabend auf eine Beteiligung der US-Regierung bestanden und sich schließlich damit durchgesetzt. Auf dem Parkett kommt der Plan offensichtlich gut an. Unter anderem gewinnen Goldman Sachs rund 15 Prozent, Morgan Stanley fast 28 Prozent, die Bank of America annähernd 16 Prozent, die Citigroup knapp 17 Prozent und Wells Fargo über 10 Prozent.
Der Mischkonzern Johnson & Johnson konnte im dritten Quartal dank der starken Absatzentwicklung im Auslandsgeschäft einen Umsatz- und Ergebnisanstieg vorweisen. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei recht deutlich übertroffen. Für das laufende Fiskaljahr wurden außerdem die Ergebnisprognosen angehoben. Die Aktie gewinnt in Reaktion auf das Zahlenwerk 4,5 Prozent. Die Aktie von General Electric legt 2 Prozent zu, obwohl die UBS ihre Ergebnisschätzung für den Mischkonzern für das laufende Jahr gesenkt hat.
Anteilsscheine von PepsiCo brechen hingegen um rund 9 Prozent ein. Der zweitgrößte Softdrink-Konzern der Welt meldete zuvor, dass sein Gewinn im dritten Quartal um rund 10 Prozent gesunken ist, wobei die Erwartungen auf bereinigter Basis verfehlt wurden. Titel der Supermarktkette SUPERVALU legen trotz enttäuschender Quartalszahlen über 9 Prozent zu. Papiere des Anlagen- und Maschinenbaukonzerns Ingersoll-Rand gewinnen ungeachtet einer Gewinnwarnung fast 2 Prozent.
Unternehmensmeldungen:
Der amerikanische Mischkonzern Johnson & Johnson (JohnsonJohnson) verbuchte im dritten Quartal dank der starken Absatzentwicklung im Auslandsgeschäft einen Umsatzanstieg und konnte einen Ergebnisanstieg vorweisen. Für das laufende Fiskaljahr wurden außerdem die Ergebnisprognosen angehoben. Wie der hauptsächlich auf Konsumgüter und Medizintechnik spezialisierte Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz im Berichtszeitraum um 6,4 Prozent. Der Nettogewinn konnte unerwartet deutlich gesteigert werden. Im Vorjahreszeitraum hatte das Ergebnis unter einem restrukturierungsbedingten Einmaleffekt gelitten. Für das laufende Fiskaljahr liegen die Analystenschätzungen bei einem EPS von 4,51 Dollar. Der Konzern selbst erwartet für das laufende Fiskaljahr nunmehr ein EPS von 4,50 bis 4,53 Dollar.
Die amerikanische PepsiCo Inc. (ISIN US7134481081/ WKN 851995), der zweitgrößte Softdrink-Konzern der Welt, meldete heute, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um rund 10 Prozent gesunken ist, wobei die Erwartungen auf bereinigter Basis verfehlt wurden. Zudem wurde der Jahresausblick gesenkt. Darüber hinaus kündigte PepsiCo einen Stellenabbau an. Der Umsatz nahm um 11 Prozent zu. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten EPS-Ergebnis von 3,67 bis 3,68 Dollar (zuvor: 3,72 Dollar). Die durchschnittliche Marktschätzung liegt hier bei einem Ergebnis pro Aktie von 3,74 Dollar. Wie der Konzern weiter mitteilte, sollen im Rahmen seines Produktivitätssteigerungsprogramms in den nächsten drei Jahren Einsparungen von mehr als 1,2 Mrd. Dollar vor Steuern erreicht werden. Im Zusammenhang mit dem Produktivitätsprogramm werden voraussichtlich rund 3.300 Arbeitsplätze weltweit wegfallen.
Die US-Supermarktkette SUPERVALU Inc. (ISIN US8685361037/ WKN 856456) verbuchte im zweiten Quartal einen leichten Umsatzanstieg, musste jedoch einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Dabei verwies der Konzern auf die anhaltend schwachen konjunkturellen Rahmenbedingungen. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei verfehlt. Für das laufende Fiskaljahr geht der Konzern von einem EPS von 2,86 bis 2,96 Dollar aus. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen liegen bei einem EPS von 2,95 Dollar.
Der auf den Bermudas ansässige Anlagen- und Maschinenbaukonzern Ingersoll-Rand Co. Ltd. (ISIN BMG4776G1015/ WKN 989747) meldete heute, dass er seine Ergebnisprognosen für das dritte Quartal und das Gesamtjahr gesenkt hat, was auf schwächere Märkte in Nordamerika und Westeuropa zurückgeführt wird. Demnach rechnet der Konzern für das dritte Quartal mit einem bereinigten Gewinn aus dem laufenden Geschäft von 0,98 bis 1,00 Dollar pro Aktie, nach ursprünglich erwarteten 1,05 bis 1,10 Dollar pro Aktie. Für das Gesamtjahr geht man von einem bereinigten EPS-Ergebnis von 3,35 bis 3,55 Dollar aus. Analysten prognostizieren hier ein EPS-Ergebnis von 1,04 Dollar bzw. 3,78 Dollar.
Der ehemalige Chef der American International Group Inc. (AIG) (ISIN US0268741073/ WKN 859520), Maurice R. Greenberg, wird Presseangaben zufolge demnächst einen alternativen Plan zur Rettung des schwer angeschlagenen US-Versicherungskonzerns vorlegen. Wie die "Financial Times" heute berichtet, wird Greenberg, der AIG in 2005 verließ, seinen Vorschlag voraussichtlich bei der US-Wertpapieraufsicht einreichen und ihn wahrscheinlich zudem US-Finanzminister Henry Paulson sowie Mitgliedern des US-Kongresses vorstellen. Einzelheiten seien nicht bekannt, jedoch könnte der Plan Modifikationen zur Vereinbarung mit der US-Regierung beinhalten, die einen 85 Mrd. Dollar Kredit für AIG im letzten Monat ausgedehnt hat, hieß es. (14.10.2008/ac/n/m)