New York (aktiencheck.de AG) - Belastet von enttäuschenden Konjunkturdaten und schlechten Unternehmensnachrichten sind die US-amerikanischen Börsen mit deutlichen Abschlägen in die Sitzung gestartet. Der
Dow Jones gibt kurz nach Handelsstart 1,25 Prozent ab und steht bei 8.902,40 Punkten. Beim
Nasdaq Composite ist ein Minus von 1,87 Prozent auf 1.621,51 Zähler auszumachen. Gleichzeitig fällt der S&P 500 um 1,38 Prozent zurück auf 921,81 Indexpunkte.
Laut Angaben des Arbeitsmarkt-Dienstleisters ADP hat die Beschäftigung in den USA im Dezember mit beschleunigtem Tempo abgenommen. Demnach brach die Beschäftigtenzahl im Privatsektor um 693.000 ein, während Volkswirte nur ein Minus von 495.000 geschätzt hatten. Die Daten gelten als Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der am Freitag zur Veröffentlichung ansteht.
Schlechte Nachrichten kommen auch von Alcoa. Der Aluminiumhersteller, der am kommenden Montag traditionell die Berichtssaison einläuten wird, gab gestern Abend bekannt, dass er im Rahmen von Kostensenkungsmaßnahmen angesichts der globalen Wirtschaftsschwäche mehr als 13.500 Stellen abbauen wird. Darüber hinaus wird Alcoa die Produktion weiter zurückfahren und mehrere Geschäftsbereiche abstoßen. Am Markt kommt die Meldung erwartungsgemäß weniger gut an, der Titel sackt im frühen Handel um über 6 Prozent ab. Anteilsscheine des Stahlkonzerns AK Steel profitieren unterdessen von einer Aufstufung durch Goldman Sachs und gewinnen infolge dessen mehr als 3 Prozent.
Im Technologiesegment büßen Intel gut 6 Prozent ein. Der Chip-Konzern stellt für das soeben abgelaufene Quartal Erlöse von 8,2 Mrd. Dollar in Aussicht. Analysten erwarten im Durchschnitt deutlich mehr. Weitere Verlierer sind unter anderem AMD (-4,7 Prozent), Cisco (-2,2 Prozent) und Microsoft (-3,2 Prozent). Anteilsscheine von Time Warner (-6,4 Prozent) befinden sich ebenfalls auf dem absteigenden Ast. Der Medienkonzern erwartet im abgelaufenen vierten Quartal eine Sonderbelastung in Höhe von rund 25 Mrd. Dollar. Aufgrund dessen geht der Konzern für das Gesamtjahr 2008 von einem Verlust aus.
Insbesondere dank höherer Umsätze in Lateinamerika konnte der Agrarkonzern Monsanto seinen Gewinn im ersten Quartal mehr als verdoppeln und die Erwartungen übertreffen. Die Anleger honorieren die starken Zahlen und den zugleich angehobenen Ausblick mit einem satten Plus von rund 14 Prozent.
Im Einzelhandelssektor stehen Papiere der Supermarktkette SUPERVALU im Fokus. Der Konzern musste im abgelaufenen Quartal infolge hoher Sonderbelastungen ein negatives Ergebnis ausweisen. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen allerdings übertroffen. Die Aktie legt gut 3 Prozent zu. Bei Family Dollar Stores schlägt ein sattes Plus von mehr als 13 Prozent zu Buche, nachdem bekannt wurde, dass die Einzelhandelskette im ersten Quartal trotz der schwachen Konsumentennachfrage einen Gewinnanstieg verbuchen und die Schätzungen der Analysten übertreffen konnte.
Unternehmensmeldungen:
Der amerikanische Aluminiumhersteller Alcoa Inc. gab am Dienstagabend bekannt, dass er im Rahmen von Kostensenkungsmaßnahmen angesichts der globalen Wirtschaftsschwäche rund 13 Prozent seiner weltweiten Belegschaft abbauen wird. Den Angaben zufolge wird der Konzern bis Ende 2009 demnach mehr als 13.500 Stellen streichen. Zusätzlich fallen im Rahmen der Kürzungen auch 1.700 Contractor-Stellen weg. Darüber hinaus wird Alcoa die Produktion um weitere rund 135.000 Tonnen pro Jahr reduzieren, womit die gesamte Aluminiumproduktion um mehr als 750.000 Tonnen pro Jahr sinkt. Wie der Konzern weiter mitteilte, will er sich von vier nicht zum Kerngeschäft gehörenden Downstream-Geschäftsbereichen trennen. Die Geschäftsbereiche beschäftigen rund 22.600 Mitarbeiter an 38 Standorten. Die Sonderbelastungen im vierten Quartal 2008 werden sich insgesamt auf 900 bis 950 Mio. Dollar nach Steuern belaufen.
Der amerikanische Halbleiterkonzern Intel Corp. (ISIN US4581401001/ WKN 855681) hat heute seine Umsatzprognose nach unten revidiert. Wie der weltweit führende Chip-Hersteller erklärte, wird der Umsatz im vierten Quartal nach vorläufigen Berechnungen voraussichtlich bei 8,2 Mrd. Dollar liegen, was einem Minus von 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal sowie einem Rückgang um 23 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert entspricht. Am 12. November hatte Intel noch Umsatzerlöse von 9 Mrd. Dollar für das Schlussquartal in Aussicht gestellt. In Zusammenhang mit Wertberichtigungen erwartet Intel für das Schlussquartal negative Einmaleffekte in Höhe von 1,1 bis 1,2 Mrd. Dollar.
Der US-Medienkonzern Time Warner Inc. (ISIN US8873171057/ WKN 592629) gab heute bekannt, dass er im vierten Quartal mit einer Sonderbelastung in Höhe von rund 25 Mrd. Dollar vor Steuern rechnet. Aufgrund der Sonderbelastung geht der Konzern für das Gesamtjahr 2008 von einem operativen Verlust aus. In 2007 wurde ein operativer Gewinn erzielt. Zudem erwartet man einen Nettoverlust in 2008, gegenüber der bisherigen Prognose eines positiven EPS-Ergebnisses aus dem laufenden Geschäft.
Der US-Agrarkonzern Monsanto Co. (ISIN US61166W1018/ WKN 578919) gab heute bekannt, dass sich sein Gewinn im ersten Quartal mehr als verdoppelt und die Erwartungen übertroffen hat, was vor allem mit höheren Umsätzen in Lateinamerika zusammenhängt. Zudem wurde der Jahresausblick nach oben korrigiert. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten EPS-Ergebnis von 4,40 bis 4,50 Dollar (zuvor: 4,20 bis 4,40 Dollar). Analysten sehen hier einen Gewinn von 4,56 Dollar pro Aktie.
Der US-Chemiekonzern Dow Chemical Co. (ISIN US2605431038/ WKN 850917) ist Presseangaben zufolge darauf vorbereitet, die Frist für den Abschluss der Übernahme des Konkurrenten Rohm and Haas Co. (ISIN US7753711073/ WKN 852156) verstreichen zu lassen. Wie die "Financial Times" am späten Dienstag in ihrer Online-Ausgabe berichtete, nimmt der Konzern das Ablaufen der Frist bewusst in Kauf, da er sich in nächster Zeit ausreichend Barmittel verschaffen will, um bei der Transaktion mit Rohm and Haas nicht zu viele Schulden aufnehmen zu müssen. Gemäß der ursprünglichen Vereinbarung muss Dow Chemical für jeden Monat, um die sich die Transaktion verzögert, weitere rund 100 Mio. Dollar zahlen. Bei der Transaktion übernimmt Dow Chemical auch Verbindlichkeiten seines Wettbewerbers in Höhe von 3,7 Mrd. Dollar.
Die US-Supermarktkette SUPERVALU Inc. (ISIN US8685361037/ WKN 856456) musste im dritten Geschäftsquartal infolge hoher Sonderbelastungen ein negatives Ergebnis ausweisen. Wie das Unternehmen heute erklärte, verringerten sich die Umsatzerlöse dabei leicht. Bereinigt um Sondereffekte wurde ein unerwartet hoher Gewinn verzeichnet. Für das Gesamtjahr gehen Analysten von einem EPS von 2,79 Dollar aus. Das Unternehmen selbst stellt ein bereinigtes EPS zwischen 2,80 und 2,90 Dollar in Aussicht.
Die amerikanische Einzelhandelskette Family Dollar Stores Inc. (ISIN US3070001090/ WKN 859612) verbuchte im ersten Quartal trotz der schwachen Konsumentennachfrage einen Gewinnanstieg. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, lag der Umsatz im Berichtszeitraum um 4,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Gewinn konnte dabei stärker als von Analysten erwartet gesteigert werden. (07.01.2009/ac/n/m)