New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen sind mit kräftigen Verlusten in die neue Woche gestartet. Beim
Dow Jones ist kurz nach der Eröffnungsglocke ein sattes Minus von 2,90 Prozent auf 7.550,30 Punkte auszumachen. Der
Nasdaq Composite sackt gleichzeitig um 3,12 Prozent ab und steht bei 1.497,00 Zählern. Der S&P 500 gibt wiederum 2,94 Prozent ab auf 791,97 Punkte.
Der Blick richtet sich insbesondere auf die beiden angeschlagenen Autobauer GM und Chrysler. Diese konnten die US-Regierung mit ihren Sanierungsplänen nicht überzeugen. Demnach wurden die bisher vorgelegten Pläne abgelehnt und Nachbesserungen gefordert. Bei einem Scheitern sei auch eine Insolvenz der Autokonzerne nicht auszuschließen. Zudem gab GM bekannt, dass sein Chairman und CEO Rick Wagoner zurückgetreten ist, nachdem ihm dieser Schritt von der US-Regierung am vergangenen Freitag nahegelegt wurde. Seine Nachfolge als CEO tritt der derzeitige President und COO Fritz Henderson an. Papiere von GM brechen um rund 23 Prozent ein. Die Aktie des Mitbewerbers Ford verliert knapp 13 Prozent.
Daneben steht der gesamte Finanzsektor schwer unter Druck. Anteilsscheine der Citigroup fallen kurz nach Handelsstart um etwa 11 Prozent zurück. Daneben geben Morgan Stanley gut 5 Prozent, Goldman Sachs mehr als 3 Prozent, JP Morgan 6 Prozent und Bank of America rund 11 Prozent ab. Anteile der Bankgesellschaft Fifth Third Bancorp, die ihre Sparte für Zahlungsverkehr mehrheitlich an Advent International verkauft, gewinnen gegen den Trend über 2 Prozent.
Titel des Technologiekonzerns Motorola liegen mit annähernd 3 Prozent im Minus. Dabei hat das Unternehmen von Etihad Etisalat einen Auftrag im Wert von 116 Mio. Dollar zum Ausbau von dessen Netzwerk in Saudi-Arabien erhalten. Sara Lee halten sich mit -1,6 Prozent vergleichsweise wacker. Zuvor wurde bekannt, dass der Nahrungsmittel- und Haushaltswarenkonzern die Veräußerung seiner internationalen Haushaltswaren- und Körperpflege-Sparte in Betracht zieht. Einem früheren Pressebericht zufolge könnte das einen Verkaufserlös von mehr als 2 Mrd. Dollar bringen.
Unternehmensmeldungen:
Die angeschlagenen US-Automobilkonzerne General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) und Chrysler LLC konnten die US-Regierung mit ihren Sanierungsplänen nicht überzeugen. Wie die Auto-Taskforce unter der Leitung des ehemaligen Investmentbankers Steve Rattner heute mitteilte, hat sie die bisher vorgelegten Sanierungspläne der beiden Autobauer abgelehnt und Nachbesserungen gefordert. GM und Chrysler wurde nun eine letzte Frist gesetzt, um einen belastbaren Restrukturierungsplan vorzulegen. Den Angaben zufolge erhält GM, dessen Chef Rick Wagoner zurückgetreten ist, noch 60 Tage Zeit. In diesem Zeitraum wird die US-Regierung die Geschäftsaktivitäten des Opel-Mutterkonzerns finanzieren. Der von Cerberus Capital Management kontrollierte Chrysler-Konzern erhält indes noch 30 Tage Zeit, um seine geplante Allianz mit dem italienischem Automobil- und Industriekonzern Fiat S.p.A. abzuschließen. Bei einem Scheitern sei auch eine Insolvenz der Autokonzerne aus Detroit nicht auszuschließen, hieß es.
Der US-Technologiekonzern Motorola Inc. (ISIN US6200761095/ WKN 853936) gab heute bekannt, dass er von Etihad Etisalat (Mobily) einen Auftrag im Wert von 116 Mio. Dollar zum Ausbau von dessen Netzwerk in Saudi-Arabien erhalten hat. Im Rahmen des Auftrags liefert der US-Konzern GSM-Infrastrukturlösungen sowie umfangreiche Services. Ein Teil des Umsatzes aus diesem Auftrag wurde bereits im dritten und vierten Quartal 2008 verbucht.
Die US-Bankgesellschaft Fifth Third Bancorp (ISIN US3167731005/ WKN 875029) gab heute bekannt, dass sie ihre Sparte für Zahlungsverkehr mehrheitlich an Advent International verkauft. Den Angaben zufolge wird die Sparte abgespalten und künftig als Joint Venture mit Advent betrieben, wobei die Buy-Out-Gesellschaft 51 Prozent der Anteile an der künftigen Fifth Third Processing Solutions LLC halten wird. Im Rahmen der Transaktion zahlt Advent 561 Mio. Dollar an Fifth Third. Nach Abschluss der Transaktion, der für das zweite Quartal geplant ist, wird das Gemeinschaftsunternehmen einen Wert von rund 2,35 Mrd. Dollar haben, hieß es.
Der amerikanische Nahrungsmittel- und Haushaltswarenkonzern Sara Lee Corp. (ISIN US8031111037/ WKN 850788) zieht die Veräußerung seiner internationalen Haushaltswaren- und Körperpflege-Sparte in Betracht. Wie der Konzern heute erklärte, erwäge man derzeit verschiedene Optionen für die Konzernsparte mit einem Jahresumsatz von 2,3 Mrd. Dollar. Auch ein Verkauf werde dabei in Erwägung gezogen. Die Konzernsparte hat ihren Sitz im niederländischen Utrecht und beschäftigt insgesamt rund 8.000 Mitarbeiter. Bereits vor zwei Wochen hatte das "Wall Street Journal" berichtet, dass der Konzern die US-Großbank Goldman Sachs Group Inc. (ISIN US38141G1040/ WKN 920332) engagiert hat, um potenzielle Bieter für das Geschäft ausfindig zu machen, das einen Verkaufserlös von mehr als 2 Mrd. Dollar bringen könnte. (30.03.2009/ac/n/m)