New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Indizes starten am heutigen Donnerstag überwiegend mit negativen Vorzeichen in den Handel. Dabei können die jüngsten Konjunkturdaten die Stimmung nicht heben. Während das BIP-Wachstum schwächer als erwartet ausfiel, hat sich die Arbeitsmarktsituation in der letzten Woche verschlechtert. Der Dow Jones gibt derzeit 0,20 Prozent nach auf 12.369,83 Punkte, während der NASDAQ Composite 0,04 Prozent auf 2.762,60 Punkte hinzugewinnt. Der S&P 500 fällt um 0,08 Prozent auf 1.319,35 Punkte.
Das US-Handelsministerium legte heute seine zweite Schätzung zur Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal 2011 vor und hat dabei seine vorläufigen Angaben bestätigt. Gegenüber dem Vorquartal kletterte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach um 1,8 Prozent, während vorläufig schon ein Plus von 1,8 Prozent ausgewiesen worden war. Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum einen BIP-Anstieg um 2,0 Prozent erwartet. Im vierten Quartal 2010 war die Wirtschaftsleistung der weltweit stärksten Volkswirtschaft um 3,1 Prozent gewachsen. Daneben hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA nach Angaben des US-Arbeitsministeriums in der Woche zum 21. Mai 2011 verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 10.000 auf 424.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 400.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 409.000 auf 414.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt fiel um 1.750 auf 438.500 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung. Dieser Wert ist weniger schwankungsanfällig und daher aussagefähiger.
Auf der Unternehmensseite stehen heute vor allem H.J. Heinz (HJ Heinz) im Fokus. Der Lebensmittelkonzern konnte im vierten Quartal mit einem deutlichen Gewinnanstieg aufwarten, wobei die Erwartungen verfehlt wurden. Zudem wurde ein Jahresergebnisausblick im Rahmen der Marktschätzungen gegeben. Indes wurde eine Erhöhung der Quartalsdividende beschlossen. Darüber hinaus will der Konzern seine weltweite Belegschaft um 800 bis 1.000 Mitarbeiter reduzieren. Vor diesem Hintergrund kann der Anteilsschein des Ketchup-Herstellers im frühen Handel um 0,2 Prozent zulegen.
Bereits gestern nach Börsenschluss gab der IT-Dienstleister Computer Sciences (CSC) bekannt, dass sein Gewinn im vierten Quartal angesichts kaum veränderter Umsätze gesunken ist. Die Erwartungen wurden dabei deutlich verfehlt. Der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr hat die Börsianer ebenfalls enttäuscht. So büßen Titel von Computer Sciences kurz nach Handelsbeginn 11 Prozent ein.
Ebenfalls im Blickpunkt der Anleger stehen heute Big Lots und Tiffany (TiffanyCo). Der Einzelhändler Big Lots gab bekannt, dass sein Gewinn im ersten Quartal leicht gesunken ist, was auf schwächere Umsätze zurückgeführt wird. Zudem wurde der Jahresausblick nach unten korrigiert. Indes konnte die Juwelierkette Tiffany im ersten Quartal mit einem deutlichen Ergebnisplus aufwarten und hob im Anschluss die Prognosen für das laufende Fiskaljahr an. Während Papiere von Big Lots momentan um 2,8 Prozent abgeben, verteuern sich Aktien von Tiffany um 8,5 Prozent.
Einige wichtige Quartalsausweise kamen zudem aus dem kanadischen Bankensektor. So teilte die Canadian Imperial Bank of Commerce (CIBC) mit, dass ihr Gewinn im zweiten Quartal angesichts deutlich geringerer Rückstellungen für Kreditausfälle gestiegen ist. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch verfehlt. Die Aktie verliert in New York zurzeit 3,3 Prozent. Ferner konnte die zweitgrößte kanadische Bankgesellschaft Toronto-Dominion Bank im zweiten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten. Auch hier konnte die durchschnittliche Marktschätzung allerdings nicht erreicht werden. So gibt der Anteilsschein an der NYSE 1,2 Prozent ab. (26.05.2011/ac/n/m)