New York: (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen starten am letzten Handelstag der Woche mit Aufschlägen. Unter anderem erhoffen sich die Anleger weitere Impulse vom EU-Gipfeltreffen der Finanzminister. Zahlreiche Gewinnwarnungen aus dem Technologiesektor hinterließen jedoch ihre Spuren bei den Anlegern. Der Dow Jones gewinnt kurz nach Börseneröffnung 0,57 Prozent auf 12.064,32 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,54 Prozent auf 2.610,53 Zähler zulegen kann. Der S&P 500 gewinnt 0,74 Prozent auf 1.243,32 Punkte.
Vor Handelsbeginn wurde beim US-Handelsbilanzdefizit ein Rückgang ermittelt. So hat sich das Handelsbilanzdefizit um 1,6 Prozent auf 43,5 Mrd. US-Dollar reduziert, während Volkswirte 44,0 Mrd. US-Dollar prognostiziert hatten. Im September wurde ein Passivsaldo von revidiert 44,2 (vorläufig: 43,1) Mrd. US-Dollar verbucht. Hierbei sanken die Exporte binnen Monatsfrist um 0,8 Prozent auf 179,2 Mrd. US-Dollar. Die Importe gingen um 1,0 Prozent zurück auf 222,6 Mrd. US-Dollar. Beim Außenhandel mit China wuchs der Passivsaldo auf 28,1 Mrd. US-Dollar, nach 25,7 Mrd. US-Dollar im Vorjahresmonat. In Kürze wird außerdem das US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan veröffentlicht.
Auf der Unternehmensseite steht vor allem der Technologiesektor im Blick .Hier hatten einige Schwergewichte aus der Halbleiterindustrie ihren Ausblick für das Schlussquartal nach unten korrigiert. Den Anfang machte dabei Texas Instruments der am Vorabend nach Börsenschluss seine Umsatz- und Ergebnisprognose gesenkt hatte. Demnach erwartet der Halbleiterhersteller für das Schlussquartal nunmehr einen Umsatz im Bereich von 3,19 bis 3,33 Mrd. US-Dollar, nachdem man zuvor einen Umsatz von 3,26 bis 3,54 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. Auch beim Nettogewinn geht Texas Instruments nunmehr von einem geringeren Wert aus: So wurde für das vierte Quartal ein EPS von 21 bis 25 Cents je Aktie in Aussicht gestellt, nachdem man zuvor ein EPS von 28 bis 36 Cents je Aktie in Aussicht gestellt hatte. Aktuell verliert der Wert 4 Prozent.
Auch der US-amerikanische Chip-Hersteller Altera geht für das vierte Quartal von einem schwächer als erwarteten Konzernumsatz aus. Wie aus einer Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, dürfte der Umsatz im Schlussquartal des laufenden Fiskaljahres nach Einschätzung von Altera um 13 bis 16 Prozent unter dem Wert des dritten Quartals liegen. Zuvor hatte der Konzern einen sequenziellen Umsatzrückgang von 7 bis 11 Prozent in Aussicht gestellt. Wie der Konzern weiter ausführte, habe man in nahezu allen Absatzmärkten unter der schwächer als erwarteten Kundennachfrage zu leiden. Eine Ausnahme bilde dabei der Markt in Nordamerika, der von einer steigenden Nachfrage aus dem Rüstungssegment profitieren kann. Altera hatte zuletzt für das dritte Quartal einen Umsatz von 522,5 Mio. US-Dollar ausgewiesen, was einem Minus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 527,5 Mio. US-Dollar entsprochen hatte. Derzeit erwarten Analysten für das vierte Quartal ein EPS von 47 Cents sowie einen Umsatz von 475,0 Mio. US-Dollar. Derzeit liegt die Aktie 1,9 Prozent im Minus
Am Freitag machte auch der US-Halbleitekonzern Lattice Semiconductor mit einer Umsatzwarnung von sich reden: Wie aus einer Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, erwartet der Halbleiterhersteller für das Schlussquartal einen sequenziellen Umsatzrückgang von 14 bis 17 Prozent. Zuletzt hatte der Konzern für das vierte Quartal gegenüber dem Vorquartal einen Umsatzrückgang von 4 bis 9 Prozent in Aussicht gestellt. Demgegenüber wurde die Prognose zur Bruttomarge mit 59 Prozent (+ oder -2 Prozent) für das vierte Quartal unverändert gelassen. Derzeit muss die Aktie 4,7 Prozent abgeben.
Auch der Chemiekonzern DuPont (E I DuPont de Nemours and) zeigt sich von der derzeit schwierigen konjunkturellen Gesamtsituation betroffen und revidierte seine Ergebnisprognose für das laufende Fiskaljahr überraschend nach unten. Demnach erwartet der Chemiekonzern für das laufende Fiskaljahr nur noch einen bereinigten Gewinn von 3,87 bis 3,95 US-Dollar je Aktie. Zuletzt hatte der Chemieriese für das laufende Fiskaljahr ein bereinigtes EPS von 3,97 bis 4,05 US-Dollar in Aussicht gestellt. Analysten gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 4,03 US-Dollar und einem Umsatz von 38,40 Mrd. US-Dollar aus. Aktuell verliert die Aktie 6,3 Prozent.
Neuigkeiten gab es auch von der Akquisitionsfront: Demnach hat der Software-Konzern Blue Coat Systems eine Vereinbarung mit dem Finanzinvestor Thoma Bravo LLC abgeschlossen, im Rahmen derer Blue Coat Systems für insgesamt rund 1,3 Mrd. US-Dollar übernommen werden soll. Die Aktionäre von Blue Coat Systems sollen im Rahmen der Vereinbarung demnach 25,81 US-Dollar je Aktie in bar erhalten, was einem Aufschlag von rund 48 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs der Aktie entspricht. Aktuell kann die Aktie mehr als 44 Prozent zulegen. (09.12.2011/ac/n/u)