New York (aktiencheck.de AG) - An den US-Börsen zeichnet sich heute kurz nach Handelsbeginn erneut ein freundliches Bild ab, obwohl die aktuellen Daten vom US-Arbeitsmarkt schwächer als erwartet ausgefallen sind. Für eine negative Überraschung sorgte ferner die Rücktrittsankündigung von Apple-Chef Steve Jobs. Der Dow Jones gewinnt aktuell 0,32 Prozent auf 11.356,66 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,19 Prozent auf 2.472,41 Zähler zulegt. Für den S&P 500 geht es unterdessen um 0,51 Prozent auf 1.183,55 Punkte nach oben.
Wie heute bekannt gegeben wurde, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 20. August 2011 verschlechtert. Laut US-Arbeitsministerium erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 5.000 auf 417.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von lediglich 400.000 prognostiziert hatten. Zudem wurde der zunächst für die Vorwoche ermittelte Wert von 408.000 auf 412.000 nach oben korrigiert. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt stieg um 4.000 auf 407.500 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung. Die Marktteilnehmer blicken zudem auf das Morgen stattfindende Treffen der US-Notenbank unter der Führung von Notenbankchef Ben Bernanke in Jackson Hole. Viele Investoren hoffen auf die Ankündigung neuer Hilfen für die angeschlagene US-Konjunktur.
Unternehmensseitig richtet sich das Augenmerk des Marktes heute auf den Technologiekonzern Apple . Das Unternehmen gab gestern nach US-Börsenschluss bekannt, dass Steve Jobs von seinem Amt als CEO zurücktritt. Tim Cook, der zuvor als COO bei Apple tätig war, wird die Konzernspitze übernehmen. Jobs soll weiterhin als Chairman im Board von Apple fungieren. Jobs hatte in der Vergangenheit mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und musste sich mehrfach krankheitsbedingt für längere Zeit aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Die Aktie von Apple reagiert auf die Meldung mit einem Minus von 2,3 Prozent. Papiere von Applied Materials geben aktuell 2,6 Prozent ab. Der Chipmaschinenhersteller präsentierte gestern nach Börsenschluss seine Zahlen um dritten Geschäftsquartal 2010/11. Dabei konnte man Umsatz und Gewinn steigern und die Erwartungen der Analysten übertreffen. Der Ausblick enttäuschte jedoch.
Die Delta Air Lines hat einen Großauftrag an den Flugzeugbauer Boeing vergeben. So hat die US-Fluggesellschaft insgesamt 100 neue Maschinen vom Typ Boeing 737-900 bei dem US-Konzern bestellt. Die neuen Maschinen sollen im Zeitraum von 2013 bis 2018 ausgeliefert werden. Wie Boeing bekannt gab, liegt der Listenpreis des Großautrags bei mehr als 8,5 Mrd. US-Dollar. Anteile von Boeing geben derzeit 0,4 Prozent ab, während Papiere von Delta Air Lines um 4,1 Prozent zurückfallen.
Auch der Modekonzern Guess? übertraf mit den Zahlen zum abgelaufenen Fiskalquartal die Analystenerwartungen. Der Konzern selbst für das dritte Quartal ein EPS von 71 bis 74 Cents in Aussicht, womit die Vorgabe unter der Konsensschätzung von 85 Cents lag. Die Aktie von Guess? liegt momentan mit 0,6 Prozent im Minus. Anteile von Big Lots klettern derweil um 3,2 Prozent nach oben. Der Einzelhändler präsentierte heute die Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz lag mit 1,17 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 1,14 Mrd. US-Dollar. Beim Nettogewinn wurde hingegen ein Rückgang auf 35,7 Mio. US-Dollar ausgewiesen. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich indes auf 50 Cents, nach 48 Cents im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zuvor ein EPS von 44 Cents bei Umsatzerlösen von 1,16 Mrd. US-Dollar erwartet. Der Konzern erwartet nun für das laufende Fiskaljahr ein bereinigtes EPS aus dem fortgeführten Geschäft von 2,80 bis 2,90 US-Dollar (bisher: 2,75 bis 2,90 US-Dollar).
Der Nahrungsmittelhersteller Hormel Foods konnte im dritten Quartal mit einem Gewinnanstieg aufwarten und die Erwartungen übertreffen. Ferner hob der Konzern seine Gesamtjahresprognose an. Anteile von Hormel Foods reagieren indes mit einem Minus von 4,0 Prozent. Aktien von Brown Shoe (Brown Shoe Company) brechen um 13,6 Prozent ein. Der Schuhhändler musste im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 4,61 Mio. US-Dollar bzw. 11 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 5,26 Mio. US-Dollar bzw. 12 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum ausweisen. Die Erwartungen des Marktes wurden verfehlt. Anteile von Regis verlieren 0,8 Prozent an Wert. Der weltweit größte Betreiber von Friseursalons wies für das vierte Quartal eine leichte Umsatzsteigerung auf 592,0 Mio. US-Dollar aus. Das Nettoergebnis rutschte unterdessen mit -16,4 Mio. US-Dollar bzw. -29 Cents je Aktie in den negativen Bereich. (25.08.2011/ac/n/m)