New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen starten am Freitag mit deutlichen Zugewinnen in den Handel. Dabei beflügelt insbesondere die Hoffnung auf eine baldige Lösung der Euro-Schuldenkrise die Investoren. Der Dow Jones gewinnt kurz nach Börseneröffnung 0,83 Prozent auf 12.119,64 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,81 Prozent auf 2.648,04 Zähler zulegen kann. Der S&P 500 gewinnt 0,79 Prozent auf 1.254,66 Punkte.
Vor Handelseröffnung wurden die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, die jedoch bei der Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft leicht unter den Erwartungen ausfielen: Die Arbeitslosenquote fiel indessen besser als von Ökonomen erwartet aus.
Demnach erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 120.000. Volkswirte hatten einen Stellenaufbau um 123.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Anstieg um revidiert 100.000 im Oktober. Bereinigt um Beschäftigte im Staatsdienst stieg die Beschäftigtenzahl um 140.000, nach einem Zuwachs von revidiert 104.000 im Vormonat. Hier hatte die Prognose auf ein Plus von 141.000 gelautet. Ferner fiel die Arbeitslosenquote auf 8,6 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch bei 9,0 Prozent gestanden hatte. Volkswirte hatten jedoch mit einem unveränderten Stand von 9,0 Prozent gerechnet.
Von Interesse waren daneben auch die Geschäftszahlen des US-Einzelhandelskonzerns Big Lots , der vor Handelseröffnung sein Zahlenwerk für das dritte Quartal veröffentlichte. Demnach lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,14 Mrd. US-Dollar über dem Vorjahreswert von 1,06 Mrd. US-Dollar. Beim Nettogewinn wurde ein Rückgang auf 4,19 Mio. US-Dollar bzw. 6 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 17,69 Mio. US-Dollar bzw. 23 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Ohne die Berücksichtigung von Einmalbelastungen in Zusammenhang mit den zuletzt übernommenen Geschäftsaktivitäten in Kanada lag der bereinigte Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft im Berichtszeitraum bei 17 Cents je Aktie. Analysten hatten zuvor ein EPS von 9 Cents bei Umsatzerlösen von 1,13 Mrd. US-Dollar erwartet. Für das laufende Quartal gehen Marktbeobachter von einem EPS von 1,63 US-Dollar sowie einem Umsatz von 1,61 Mrd. US-Dollar aus. Für das laufende Fiskaljahr wurde die konzerneigene Prognose beim um Einmaleffekte bereinigten Gewinn auf 2,85 bis 2,92 US-Dollar je Aktie nach oben revidiert, nachdem man hier zuvor ein EPS von 2,80 bis 2,90 US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. Für das laufende Fiskaljahr erwarten Marktbeobachter ein EPS von 2,90 US-Dollar sowie einen Umsatz von 5,13 Mrd. US-Dollar. Aktuell muss der Wert im frühen Handel deutliche Abschläge hinnehmen und verliert mehr als 7 Prozent.
Kräftige Abschläge sind daneben auch beim kanadischen BlackBerry-Hersteller Research In Motion auszumachen: Zuvor hatte der Technologiekonzern für das dritte Quartal hohe Einmalbelastungen in Aussicht gestellt und die Jahresprognose zurückgezogen. Anleger reagieren auf diese Nachrichten verschnupft und quittieren die Gewinnwarnung mit einem Abschlag von knapp 6 Prozent.
Die amerikanische H&R Block (H&R Block) hatte bereits am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Fiskalquartal 2011/12 bekannt gegeben. Dabei musste der Konzern trotz eines Umsatzanstiegs und im Zusammenhang mit dem Verkauf von RSM McGladrey einen höheren Verlust ausweisen. Die Erwartungen wurden dabei verfehlt. Wie der auf Steuerberatungs-Dienstleistungen spezialisierte Konzern mitteilte, wurde im Berichtszeitraum ein Umsatz von 129,2 Mio. US-Dollar erwirtschaftet, der damit über dem Vorjahresniveau von 119,6 Mio. US-Dollar lag. Der Nettoverlust belief sich auf 141,7 Mio. US-Dollar bzw. 47 Cents je Aktie, nach 109 Mio. US-Dollar bzw. 36 Cents je Aktie. Der um Einmaleffekte bereinigte Verlust aus dem fortgeführten Geschäft belief sich auf 115 Mio. US-Dollar bzw. 0,38 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld einen Verlust von 34 Cents je Aktie und einen Umsatz von 326 Mio. US-Dollar prognostiziert. Kurz nach Handelsstart verliert der Wert mehr als 3,5 Prozent.
Kräftige Aufschläge sind indessen beim Festplattenhersteller Western Digital auszumachen: So hat der Konzern am Freitag seinen Umsatzausblick für das zweite Quartal deutlich nach oben korrigiert: Wie aus einer Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, erwartet man für das Berichtsquartal einen Umsatz im Bereich von mindestens 1,8 Mrd. US-Dollar, wobei die Bruttomarge am oberen Ende der Rang von 18 bis 23 Prozent erwartet wird. Die Einmalbelastungen in Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Thailand bezifferte Western Digital auf 225 bis 275 Mio. US-Dollar, wobei hier etwaige Versicherungsleistungen nicht berücksichtigt wurden. Analysten gehen für das zweite Quartal derzeit von einem Verlust von 1,27 US-Dollar und einem Umsatz von 1,20 Mrd. US-Dollar aus. Aktuell kann die Aktie mehr als 13 Prozent zulegen. (02.12.2011/ac/n/m)