New York (aktiencheck.de AG) - Nach dem gestrigen Ausverkauf können sich die wichtigsten US-Indizes im frühen Freitaghandel erholen. Dabei stützt insbesondere auch der positiv ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht. So stieg die Zahl der Beschäftigten deutlich stärker als erwartet. Der Dow Jones verbessert sich um 0,88 Prozent auf 11.483,66 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,17 Prozent auf 2.560,69 Punkte zulegt. Der S&P 500 gewinnt 0,66 Prozent auf 1.207,98 Punkte.
Die US-Arbeitsmarktsituation hat sich im Juli 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums weiter verbessert. So stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 117.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Volkswirte hatten einen Stellenaufbau um 84.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Plus von revidiert 46.000 im Juni. Bereinigt um Beschäftigte im Staatsdienst stieg die Beschäftigtenzahl um 154.000, nach einem Zuwachs von 80.000 im Vormonat. Hier hatte die Prognose auf ein Plus von 100.000 gelautet. Ferner schrumpfte die Arbeitslosenquote auf 9,1 Prozent, nachdem sie im Vormonat bei 9,2 Prozent gestanden hatte. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Stand von 9,2 Prozent gerechnet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen schließlich um 0,4 Prozent, nach einer unveränderten Lohnentwicklung im Vormonat. Hier waren Volkswirte von einem Zuwachs um 0,2 Prozent ausgegangen. Konjunkturseitig stehen am Abend noch die Verbraucherkredite für Juni zur Veröffentlichung an.
Gestern nach Börsenschluss richtete sich der Fokus der Investoren vor allem auf die Quartalszahlen von AIG. Aktuell verschlechtern sich Titel von AIG (American International Group (AIG)) um 0,6 Prozent. Der Versicherungskonzern wies im zweiten Quartal wieder einen Gewinn aus. Besonders profitierte man dabei von der Beteiligung an der asiatischen AIA Group. Der Nettogewinn belief sich auf 1,84 Mrd. US-Dollar bzw. 1,00 US-Dollar pro Aktie, nach einem Verlust von 2,66 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der bereinigte operative Gewinn lag bei 69 Cents pro Aktie (Vorjahr: 1,18 US-Dollar pro Aktie). Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 92 Cents pro Aktie ausgegangen. Für das laufende Quartal stellen sie ein EPS von 75 Cents in Aussicht. Daneben überraschte das Business-Netzwerk LinkedIn im zweiten Quartal mit einem Gewinn. Der Umsatzanstieg lag ebenfalls über den Erwartungen. Der Umsatz erhöhte sich von 55 Mio. US-Dollar auf 121 Mio. US-Dollar. Analysten hatten zuvor Erlöse von lediglich 105 Mio. US-Dollar erwartet. Der Nettogewinn konnte von 0,9 Mio. US-Dollar auf 4,5 Mio. US-Dollar bzw. 4 Cents je Aktie gesteigert werden. Analysten hatten im Vorfeld einen Verlust von 3 Cents je Aktie erwartet. Der Titel gibt trotzdem deutlich um 4,7 Prozent nach.
Ferner gab heute auch Procter & Gamble (ProcterGamble) seinen mit Spannung erwarteten Quartalsbericht bekannt. Der Konsumgüterkonzern konnte seinen Gewinn im vierten Quartal steigern und profitierte dabei von einem soliden Umsatzwachstum, Kostensenkungen und Preiserhöhungen. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Im Gesamtjahr wurde indes ein Gewinnrückgang verbucht. Zudem gab P&G einen schwachen Ausblick auf das laufende Quartal. Der Nettogewinn im vierten Quartal belief sich auf 2,51 Mrd. US-Dollar bzw. 84 Cents pro Aktie, nach 2,19 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Gesamtumsatz des Konzerns nahm im Schlussquartal um 10 Prozent auf 20,86 Mrd. US-Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 82 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 20,63 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 1,14 US-Dollar bei Erlösen von 21,56 Mrd. US-Dollar, während P&G selbst einen bereinigten Gewinn von 1,00 bis 1,04 US-Dollar erwartet. Die Aktie gewinnt 1,3 Prozent an Wert.
Papiere von AES rücken um 2,3 Prozent vor. Der Energieversorger hat im zweiten Quartal einen höheren Gewinn erwirtschaftet. Zurückzuführen war dies unter anderem auf positive Währungseffekte, ein Wachstum in Chile, ein starkes Neugeschäft sowie eine geringere Steuerlast. Auf bereinigter Basis wurden die Erwartungen geschlagen. Zudem wurde der Ausblick bekräftigt.
Daneben büßen Weight Watchers (Weight Watchers International) deutlich um 11,4 Prozent ein, obwohl man im zweiten Quartal das Ergebnis deutlich verbessern konnte und den Jahresausblick anhob. Dabei profitierte der Anbieter von Diätprogrammen von einer starken Nachfrage sowohl im Meetings-Geschäft in Nordamerika und im United Kingdom als auch im Online-Geschäft. Die Erwartungen der Analysten wurden geschlagen.
Für eine Enttäuschung sorgte heute das Verlagshaus Washington Post . So hat sich der Gewinn im zweiten Quartal halbiert. Zurückzuführen war dies unter anderem auf einen deutlichen Umsatzrückgang. Die Erwartungen der Analysten wurden verfehlt. Der Titel verbessert sich trotzdem um 3,2 Prozent. Viacom (Viaco a) konnte indes sein Ergebnis im dritten Geschäftsquartal 2011 dank gestiegener Werbeumsätze deutlich steigern. Die Erwartungen der Analysten wurden dabei übertroffen. Die Anteilsscheine des Medienkonzerns verteuern sich um 3,2 Prozent.
Einen interessanten Quartalsausweis gab es heute auch aus Kanada. Der Automobilzulieferer Magna International hat im zweiten Quartal trotz eines starken Umsatzwachstums einen geringeren Gewinn erzielt hat, was auf gestiegene Rohstoffkosten und ein schwaches Europa-Geschäft zurückzuführen ist. Die Gewinnerwartungen der Analysten wurden verfehlt. Die Aktie bricht um 12,5 Prozent ein. (05.08.2011/ac/n/m)