New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem die amerikanischen Börsen gestern mit Abschlägen geschlossen hatten, weisen sie zu Handelsbeginn am Dienstag vor dem Hintergrund von Sorgen um eine Verschärfung des Korea-Konflikts sowie angesichts von Befürchtungen hinsichtlich des europäischen Bankensektors deutlich rote Vorzeichen auf. Der Dow Jones Industrial Average verliert - nach deutlich negativen Vorgaben aus Tokio - kurz nach Handelsstart 2,24 Prozent auf 9.841,51 Zähler. Der S&P 500 sinkt um 2,53 Prozent auf 1.046,54 Zähler. Der Nasdaq Composite wiederum gibt um 2,79 Prozent auf 2.151,78 Punkte ab.
Auf der Konjunkturseite wurde bisher bekannt, dass die Immobilienpreise in den USA im März gegenüber dem Vormonat gefallen sind. Wie aus dem heute veröffentlichten S&P Case/Shiller Homeprice-Index hervorgeht, verringerten sich die Häuserpreise im Berichtsmonat in den wichtigsten 20 Städten gegenüber Februar 2010 um 0,5 Prozent. Dabei sei das Preisniveau in 13 der 20 Städte im Vormonatsvergleich gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurde im Berichtszeitraum jedoch ein Anstieg der Häuserpreise um 2,3 Prozent ausgewiesen. In Kürze wird noch das Verbrauchervertrauen gemeldet. In Europa war am Wochenende überraschend die spanische Sparkasse Caja Sur verstaatlicht worden. Vier weitere spanische Banken kündigten eine Fusion an. Vor diesem Hintergrund wächst die Besorgnis über die Stabilität des europäischen Finanzsektors. Der Internationale Währungsfonds (IWF) forderte Spanien zu schnellen und weitreichenden Reformen auf, wobei in erster Linie Reformen auf dem Arbeitsmarkt und eine Konsolidierung des Bankensektors angegangen werden sollen.
Auf der Unternehmensseite stehen Anteilsscheine von Medtronic im Blickpunkt des Interesses. Der Medizintechnikkonzern gab heute die Geschäftszahlen für das vierte Quartal bekannt. Dabei wurde der Gewinn drastisch gesteigert, während das bereinigte Ergebnis die Erwartungen der Analysten schlagen konnte. Demnach lag der Umsatz mit 4,20 Mrd. Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 3,83 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn kletterte deutlich auf 954 Mio. Dollar bzw. 86 Cents je Aktie, nach 103 Mio. Dollar bzw. 9 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt lag der Gewinn je Aktie im Berichtszeitraum bei 89 Cents. Analysten hatten ein EPS von 88 Cents bei Umsatzerlösen von 4,19 Mrd. Dollar erwartet. Die Aktie muss aktuell trotzdem 1,8 Prozent abgeben.
Daneben meldete AutoZone für das dritte Quartal einen Ergebnisanstieg. Wie aus einer Pressemitteilung des Autoteilehändlers hervorgeht, lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,82 Mrd. Dollar um 10 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 202,7 Mio. Dollar bzw. 4,12 Dollar je Aktie, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Nettogewinn von 173,7 Mio. Dollar bzw. 3,13 Dollar je Anteilsschein erzielt hatte. Unter anderem habe man von einer Margenverbesserung profitieren können, während die Kostenbasis reduziert werden konnte, erklärte der Konzern. Analysten hatten zuvor ein EPS von 3,58 Dollar sowie einen Umsatz von 1,71 Mrd. Dollar erwartet. Der Anteilsschein gewinnt derzeit 2 Prozent.
Ansonsten könnte dem Software-Konzern Microsoft Presseangaben zufolge ein Management-Umbau in seiner Sparte für Videospiele, Mobiltelefone und andere Consumer-Geräte ins Haus stehen. Wie das "Wall Street Journal" gestern berichtete, könnte der Konzern die personellen Veränderungen in der Entertainment and Devices Division bereits in dieser Woche ankündigen. Dabei wird davon ausgegangen, dass J. Allard, Chief Experience Officer und Chief Technology Officer der Sparte, zurücktreten wird, nachdem der Konzern zuletzt entschieden hatte, das Tablet Computer-Projekt "Courier", für das Allard verantwortlich zeichnete, einzustellen. Das Papier des weltgrößten Software-Herstellers büßt momentan 2,6 Prozent ein.
Schließlich gab es noch Neuigkeiten von Yahoo! . Der Internet-Medienkonzern hat mit Nokia eine weltweite strategische Allianz geschlossen, damit beide Unternehmen noch mehr Nutzern ihre Online-Dienste zur Verfügung stellen können. Wie der finnische Mobiltelefonhersteller gestern bekannt gab, werden die Unternehmen auf Basis ihrer bereits seit mehr als fünf Jahren bestehenden, erfolgreichen Kooperation ihre jeweiligen Stärken in den Bereichen E-Mail, Instant Messaging, Karten und Navigation einbringen und hochwertige Services für PCs und mobile Geräte bereit stellen. Titel von Yahoo verbilligen sich zurzeit um 3,4 Prozent. (25.05.2010/ac/n/m)