New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen weisen im frühen Donnerstaghandel trotz eher schwächeren Konjunkturdaten vor dem Hintergrund zahlreicher Quartalsausweise leicht positive Vorzeichen auf. Der Dow Jones gewinnt derzeit 0,08 Prozent auf 11.995,35 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,34 Prozent auf 2.748,95 Punkte zulegt. Der S&P 500 verbessert sich um 0,04 Prozent auf 1.297,16 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 22. Januar 2011 nach Angaben des US-Arbeitsministeriums verschlechtert. So erhöhte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 51.000 auf 454.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Zahl von 410.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 404.000 auf 403.000 nach unten korrigiert. Des Weiteren ist der Auftragseingang langlebiger Güter im Dezember 2010 nach Angaben des US-Handelsministeriums unerwartet zurückgegangen. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um 2,5 Prozent unter dem Vormonatsniveau, wogegen Volkswirte eine Zunahme um 1,5 Prozent prognostiziert hatten. Derweil ermittelte die Federal Reserve Bank of Chicago für Dezember 2010 eine Zunahme beim National Activity Index. So hat sich der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) auf +0,03 Punkte verbessert, nachdem für November ein Wert von -0,40 Punkten ausgewiesen worden war. In Kürze werden noch Daten zu den anstehenden Hausverkäufen für November erwartet.
Bereits gestern nach Börsenschluss gab es einige wichtige Quartalsausweise. Starbucks konnte Umsatz und Gewinn im ersten Fiskalquartal 2010/2011 steigern und die Erwartungen schlagen. Der Ausblick enttäuschte indes. Der Nettogewinn belief sich dabei auf 347 Mio. Dollar bzw. 45 Cents je Aktie, nach 242 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 39 Cents je Aktie erwartet. Für das Gesamtjahr 2010/11 nannte Starbucks eine Gewinnprognose von 1,43 bis 1,47 Dollar je Aktie. Das Papier verliert 0,8 Prozent an Wert. Motorola Mobility Holdings , die kürzlich vom Technologiekonzern Motorola abgespalten wurde, teilte mit, dass man im vierten Quartal einen Gewinn nach einem Vorjahresverlust erzielt hat. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis übertroffen. Jedoch wird für das erste Quartal ein Verlust erwartet. Die Aktie von Motorola Mobility Holdings bricht um 8,7 Prozent ein. Daneben hat Motorola Solutions , die ebenfalls aus der Aufpaltung des Motorola-Konzerns hervorging, im vierten Quartal einen höheren Gewinn erzielt, was auf eine gute Entwicklung in den Bereichen Government und Enterprise zurückzuführen ist. Titel von Motorola Solutions geben 1,5 Prozent ab. QUALCOMM , ein Spezialist für Mobilfunktechnologie, konnte mit seinen Zahlen zum ersten Fiskalquartal 2010/11 die Erwartungen klar schlagen. Zudem fiel der neue Ausblick überzeugend aus. Der Titel rückt um 4,8 Prozent vor.
Heute gab es dann bereits wieder zahlreiche Quartalsausweise. Procter & Gamble (ProcterGamble) musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang ausweisen. So lag der Umsatz des Konsumgüterkonzerns mit 21,35 Mrd. Dollar um 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn wurde auf 3,33 Mrd. Dollar bzw. 1,11 Dollar je Aktie beziffert, nach zuvor 4,66 Mrd. Dollar. Vor Einmaleffekten lag der bereinigte Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft bei 1,13 Dollar pro Aktie. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,10 Dollar sowie einen Umsatz von 21,58 Mrd. Dollar erwartet. Die Aktie verliert 2,8 Prozent an Wert. Die Anteilsscheine des Konsumgüterherstellers Colgate-Palmolive verschlechtern sich um 2,5 Prozent. Das Unternehmen musste im vierten Quartal einen leichten Gewinnrückgang verbuchen, was mit einer schwachen Umsatzentwicklung, bedingt durch negative Währungseffekte, zusammenhängt. Die Erwartungen wurden jedoch trotzdem geschlagen. AT&T (AT&T) konnte im vierten Quartal 2010 nicht das Vorjahresergebnis erreichen. So wuchs der Umsatz des Telekommunikationskonzerns um 2,1 Prozent auf 31,36 Mrd. Dollar. Dagegen sank der Nettogewinn von 2,73 Mrd. Dollar auf nun 1,09 Mrd. Dollar bzw. 18 Cents je Aktie. Das Papier verbilligt sich um 2,5 Prozent. Royal Caribbean Cruises , die weltweit zweitgrößte Kreuzfahrtlinie, konnte im vierten Quartal ihren Nettogewinn deutlich steigern und die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen. Der Titel gibt um 5,3 Prozent nach.
Lockheed Martin (Lockheed Martin) konnte seinen Gewinn im vierten Quartal steigern. Zurückzuführen war dies auf eine geringere Steuerbelastung und einen Einmalertrag aus dem Verkauf der Enterprise Integration Group. Der Nettogewinn des Rüstungskonzerns lag demnach bei 983 Mio. Dollar bzw. 2,73 Dollar pro Aktie, nach zuvor 827 Mio. Dollar. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft lag bei 2,30 Dollar pro Aktie. Der Umsatz erhöhte sich von 12,20 Mrd. Dollar auf 12,79 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 2,10 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 12,47 Mrd. Dollar ausgegangen. Der Titel verteuert sich um 2,3 Prozent. Die Aktien des Konkurrenten Raytheon legen derweil um 1,5 Prozent zu. Der Rüstungskonzern konnte den Umsatz im vierten Quartal zwar steigern, musste nach Anteilen Dritter allerdings einen Rückgang beim Nettogewinn ausweisen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wurde aber ein Anstieg verzeichnet.
Tyco International (Tyco International) konnte derweil im ersten Quartal mit einem deutlichen Gewinnanstieg aufwarten. So lag der Umsatz des Mischkonzerns im Berichtszeitraum mit 4,38 Mrd. Dollar über dem Vorjahreswert von 4,16 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich auf 659 Mio. Dollar bzw. 1,34 Dollar je Aktie, nach zuvor 302 Mio. Dollar. Die Aktie verbessert sich um 0,9 Prozent. Altria Group konnte im vierten Quartal ebenfalls ihren Gewinn steigern. Zwar sank der Umsatz im Berichtszeitraum auf 5,93 Mrd. Dollar, nach 6,01 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Beim Nettogewinn wurde hingegen ein Anstieg auf 919 Mio. Dollar bzw. 44 Cents je Aktie verzeichnet, nach zuvor 725 Mio. Dollar. Außerdem kündigte der Tabakkonzern ein weiteres Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 1 Mrd. Dollar an. Das Papier legt um 0,1 Prozent zu. Der Baumaschinenhersteller Caterpillar konnte im vierten Quartal mit einem deutlichen Gewinnsprung aufwarten. Der Titel verbessert sich um 0,4 Prozent.
Bristol-Myers Squibb (Bristol-Myers Squibb) schloss im vierten Quartal 2010 nicht an das gute Vorjahresergebnis an. Die Aktie des Pharmakonzerns verteuert sich um 0,9 Prozent. Eli Lilly (Eli Lilly and) konnten ferner das vierte Quartal 2010 dank einer Nachfragesteigerung mit einem deutlich höheren Ergebnis abschließen. Das Papier rückt um 0,3 Prozent vor. Danaher steigerten im vierten Quartal den Umsatz und den Nettogewinn deutlich. Die Aktie des Industriekonzerns verbilligt sich um 0,6 Prozent. Time Warner Cable legen derweil um 2,2 Prozent zu. Der Kabelnetzbetreiber konnte im vierten Quartal einen klaren Gewinnzuwachs erzielen, was auf ein solides Umsatzplus zurückzuführen ist. Der Konsumgüterkonzern Newell Rubbermaid konnte im vierten Quartal Umsatz und Ergebnis verbessern. Die Aktie verteuert sich daraufhin um 2,7 Prozent. Schließlich legen L-3 Communications (L-3 Communications Titan) 3,1 Prozent zu. Der Technologiekonzern konnte seinen Gewinn im vierten Quartal steigern.
Wie bereits gestern bekannt wurde, hat die Europäische Kommission das Angebot des Chip-Herstellers Intel zur Übernahme des Anbieters von IT-Sicherheitslösungen McAfee nach der EU-Fusionskontrollverordnung unter Auflagen genehmigt. Während Intel um 0,5 Prozent vorrücken, verschlechtern sich McAfee um 0,1 Prozent. (27.01.2011/ac/n/m)