New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem sich die amerikanischen Börsen gestern mit leichten Aufschlägen in den Feierabend verabschiedet hatten, weisen sie zu Handelsbeginn am Mittwoch trotz Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft und angesichts fehlender Impulse leicht grüne Vorzeichen auf. Der Dow Jones Industrial Average gewinnt - nach negativen Vorgaben aus Tokio - kurz nach Handelsstart 0,14 Prozent auf 9.757,70 Zähler. Der S&P 500 steigt um 0,32 Prozent auf 1.031,39 Zähler. Der Nasdaq Composite wiederum legt 0,46 Prozent zu auf 2.103,46 Punkte.
Auf der Konjunkturseite ermittelte die Mortgage Bankers Association of America (MBA) für die Woche zum 2. Juli 2010 einen saisonbereinigten Anstieg bei der Zahl der Hypothekenanträge. So erhöhte sich der entsprechende Index um 6,7 Prozent. In der Vorwoche war hingegen ein Plus von 8,8 Prozent ausgewiesen worden. Im Einzelnen stieg der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 9,2 Prozent, während der Teilindex der Neuanträge zum Kauf von Häusern um 2,0 Prozent abgab. Den weiteren Angaben der MBA zufolge belief sich der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Hypotheken auf 4,68 Prozent, was einer Zunahme um 1 Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche entspricht. Die jüngsten MBA-Daten haben die Märkte jedoch nicht sonderlich beeinflusst. Weitere Konjunkturdaten stehen heute nicht an.
Auf der Unternehmensseite stehen State Street im Fokus. Die Aktie gewinnt derzeit 8 Prozent. Der Finanzdienstleister gab heute bekannt, dass er im zweiten Quartal Einmaleffekte verbuchen wird. Auf bereinigter Basis sieht man das Ergebnis jedoch oberhalb der Marktschätzungen. Den Angaben zufolge verzeichnet State Street eine Sonderbelastung in Höhe von 251 Mio. Dollar nach Steuern. Vor diesem Hintergrund rechnet der Konzern für das zweite Quartal mit einem Ergebnis von 87 Cents pro Aktie bei Umsätzen von 2,3 Mrd. Dollar. In dieser Prognose ist neben der genannten Sonderbelastung (50 Cents pro Aktie) auch ein steuerlicher Einmalertrag in Höhe von 180 Mio. Dollar (36 Cents pro Aktie) berücksichtigt. Auf operativer Basis geht der Konzern für das zweite Quartal von einem Gewinn von 93 Cents pro Aktie bei Umsätzen von 2,2 Mrd. Dollar aus. Analysten sehen hier ein EPS-Ergebnis von 72 Cents bei Erlösen von 2,21 Mrd. Dollar.
Ebenfalls von Interesse waren die jüngsten Zahlen von Family Dollar (Family Dollar Stores). Die Einzelhandelskette, deren Anteilsscheine momentan fast 6 Prozent abgeben, meldete heute, dass ihr Gewinn im dritten Quartal um 19 Prozent gestiegen ist, was mit einer stärkeren Frequentierung ihrer Geschäfte zusammenhängt. Die Erwartungen wurden damit geschlagen. Der Ausblick blieb jedoch vorsichtig. Demnach belief sich der Nettogewinn auf 104,4 Mio. Dollar bzw. 77 Cents pro Aktie, nach 87,7 Mio. Dollar bzw. 62 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz der Discount-Kette nahm im Berichtszeitraum um 8,4 Prozent auf knapp 2 Mrd. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 76 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 2,00 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 53 Cents bei Erlösen von 1,95 Mrd. Dollar, während Family Dollar selbst einen Gewinn von 46 bis 51 Cents pro Aktie erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem EPS-Ergebnis von 2,53 bis 2,58 Dollar, während die durchschnittliche Marktschätzung hier einen Gewinn von 2,59 Dollar pro Aktie vorsieht.
Titel von Microsoft tendieren kurz nach Handelsbeginn nahezu unverändert. Der Software-Konzern beabsichtigt Presseangaben zufolge, eine geringe Anzahl an Arbeitsplätzen abzubauen. Wie das "Wall Street Journal" heute berichtet, ist der genaue Umfang des Stellenabbaus unklar. Jedoch sollen weit weniger Arbeitsplätze gestrichen werden als bei den im vergangenen Jahr angekündigten Kürzungen, denen 5.000 Stellen zum Opfer fielen. Laut der Zeitung betrifft die jüngste Maßnahme Arbeitsplätze innerhalb des gesamten Konzerns.
Ebenfalls kaum verändert zeigen sich Papiere von Kraft Foods . Der Lebensmittelkonzern meldete heute, dass er die rumänische Cadbury-Sparte Kandia-Excelent an den internationalen Investment-Fonds Oryxa Capital verkaufen wird, um eine Auflage der Europäischen Kommission in Zusammenhang mit der Übernahme von Cadbury zu erfüllen. Den Angaben zufolge umfasst der Verkauf die Kandia-Excelent Marken (Rom, Magura, Kandia, Laura, Sugus, Silvana und andere), zugehörige Handelsmarken sowie die Produktionsfabrik in Bukarest. Rund 530 Cadbury Romania-Mitarbeiter arbeiten für Kandia-Excelent. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht genannt. Der Kraft-Konzern wird indes die internationalen Cadbury-Marken behalten, darunter Halls.
Bereits gestern nach US-Börsenschluss gab die schweizerische Alcon , ein auf Augenheilkunde spezialisierter Konzern, bekannt, dass sie die private LenSx Lasers, einen US-Anbieter von Lasern für die Augenchirugie, übernehmen wird. Den Angaben zufolge zahlt Alcon den LenSx-Aktionären zum Abschluss der Transaktion 361,5 Mio. Dollar in bar. Beim Erreichen bestimmter Meilensteine könnten weitere Zahlungen über bis zu 382,5 Mio. Dollar getätigt werden. Der Abschluss der Transaktion unterliege der regulatorischen Zustimmung, hieß es. Die Alcon-Aktie gewinnt zurzeit 0,1 Prozent. (07.07.2010/ac/n/m)