New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten US-Börsen tendieren am letzten Handelstag der Woche kurz nach Börsenstart nach insgesamt enttäuschenden Zahlen von Google und der Bank of America und eher positiven Konjunkturdaten im roten Bereich. Der Dow Jones verliert derzeit 0,05 Prozent auf 12.278,64 Punkte, während der NASDAQ Composite um 0,54 Prozent auf 2.745,45 Punkte nachgibt. Der S&P 500 fällt um 0,05 Prozent auf 1.313,91 Punkte.
Die Federal Reserve Bank of New York ermittelte für April 2011 eine Verbesserung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im Verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York. So erhöhte sich der Empire State Manufacturing Index auf 21,7 Punkte, während Volkswirte nur mit einem Wert von 15,0 Zählern gerechnet hatten. Zudem haben sich nach Angaben des US-Arbeitsministeriums die US-Verbraucherpreise im März 2011 weiter erhöht. Demnach kletterte der Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vormonat erwartungsgemäß um 0,5 Prozent, während er im Februar schon um 0,4 Prozent gestiegen war. Die um die volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise bereinigte Kernrate lag um 0,1 Prozent über dem Vormonatsniveau. Ferner ist das Realeinkommen in den USA im März 2011 preis- und saisonbereinigt geschrumpft. So verringerte es sich gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent. Im Februar war es nach revidierten Angaben um 0,2 (vorläufig: -0,5) Prozent gesunken. Indes ist die US-Industrieproduktion im März 2011 nach Angaben der U.S. Federal Reserve Bank angestiegen. So lag der Produktionsausstoß der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger um 0,8 Prozent über seinem Vormonatsniveau, während er im Februar um 0,1 Prozent gestiegen (vorläufig: unverändert) war. Volkswirte hatten einen um 0,6 Prozent höheren Output prognostiziert. Zudem kletterte die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf 77,4 Prozent, während die Prognose auf 77,4 Prozent gelautet hatte. Im Vormonat hatte die Auslastung bei revidiert 76,9 (vorläufig: 77,0) Prozent gelegen. In Kürze werden noch Daten zur US Verbraucherstimmung Uni Michigan im April erwartet.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen heute im frühen Handel die Aktien von Google und der Bank of America, die beide mit ihrem Quartalsausweis enttäuschten. Google brechen derzeit um 6,8 Prozent ein, nachdem man bereits gestern nach Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2011 veröffentlicht hat. Dabei konnte der Internet-Konzern Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Dennoch wurden die Gewinnerwartungen verfehlt. Das Nettoergebnis belief sich auf 2,3 Mrd. US-Dollar bzw. 7,04 US-Dollar je Aktie, nach 1,96 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das um Einmaleffekte bereinigte EPS belief sich auf 8,08 US-Dollar. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 8,11 US-Dollar erwartet. Die Umsatzerlöse stiegen von 6,78 Mrd. US-Dollar auf 8,58 Mrd. US-Dollar. Die um Zahlungen an Partner bereinigten Umsatzzahlen beliefen sich auf 6,54 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten zuvor Umsätze von 6,32 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Die Bank of America hat im ersten Quartal trotz gesunkener Rückstellungen für Kreditausfälle einen geringeren Gewinn erwirtschaftet. Zurückzuführen war dies auf hohe Belastungen im Hypotheken-Geschäft. Die Erwartungen wurden damit klar verfehlt. Der Nettogewinn belief sich auf 2,05 Mrd. US-Dollar bzw. 17 Cents pro Aktie, nach 3,18 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich von 31,97 Mrd. US-Dollar auf 26,88 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 27 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 26,69 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Wie das Kreditinstitut weiter mitteilte, wurde der bisherige CFO Chuck Noski zum Vice Chairman ernannt, während Bruce Thompson, derzeit Chief Risk Officer, zusätzlich zum CFO bestellt wurde. Zudem wird Gary Lynch die neu geschaffene Position des Global Chief of Legal, Compliance, Regulatory Relations übernehmen. Die Aktie legt dennoch um 0,8 Prozent zu.
Zudem gibt es heute noch weitere interessante Zahlenausweise. Überzeugen konnte dabei der Discount Broker Charles Schwab . So wurde der Gewinn im ersten Quartal deutlich erhöht, was auf eine hohe Sonderbelastung im Vorjahr zurückzuführen ist. Die Erwartungen wurden damit übertroffen. Der Nettogewinn belief sich auf 243 Mio. US-Dollar bzw. 20 Cents pro Aktie, nach 6 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich von 978 Mio. US-Dollar auf 1,21 Mrd. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 19 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 1,18 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Das Papier verbessert sich um 1,9 Prozent. Mattel musste derweil im ersten Quartal zwar einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen, konnte die Erwartungen allerdings erfüllen. Ursächlich für den Rückgang waren vor allem höhere Werbeausgaben. Der Nettogewinn belief sich auf 16,6 Mio. US-Dollar bzw. 5 Cents pro Aktie, nach 24,8 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 8 Prozent auf 951,9 Mio. US-Dollar zu. Die Markterwartungen hatten zuvor bei einem Gewinn von 5 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 903,7 Mio. US-Dollar gelegen. Die Aktie des Spielwarenherstellers verteuert sich um 5,1 Prozent.
Merck & Co. (Merck) verbessern sich um 2,5 Prozent. Der Pharmakonzern hält an seiner Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2011 fest. Demnach soll das Ergebnis je Aktie (EPS) zwischen 1,89 und 2,17 US-Dollar liegen. Bereinigt um Sondereffekte in Höhe von insgesamt 500 Mio. US-Dollar wird jedoch weiterhin ein EPS von 3,64 bis 3,76 US-Dollar in Aussicht gestellt. Schließlich gab der Erdgasproduzent Chesapeake Energy bekannt, dass er Bronco Drilling für rund 315 Mio. US-Dollar einschließlich Verbindlichkeiten übernehmen wird. Während sich Chesapeake Energy um 1,1 Prozent verbilligen, rücken Bronco Drilling um 6,4 Prozent vor. (15.04.2011/ac/n/m)